KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Do 8. März 2012

Hannah Höch in Tübingen – Natur und Mensch

Hannah Höch (1889-1978) gehört zu den bekanntesten Künstlern der Berliner Dada-Zeit. Berühmt wurde Hannah Höch insbesondere durch ihre Teilnahme an der „Ersten Internationalen Dada-Messe“ 1920 in Berlin und als Weggefährtin ihres Künstlerkollegen Raoul Hausmann.
Die Ausstellung „Werden und Vergehen. Natur und Mensch“ zeigt noch bis zum 22. März 2012 in der Kulturhalle und in der Galerie des Künstlerbundes Tübingen e.V.  insgesamt über 80 ihrer Werke. Davon sind rund ein Viertel Gemälde in Öl und Deckfarben. Des Weiteren sind frühe Skizzen aus der Gothaer und Berliner Zeit sowie Gouachen und einige Fotomontagen zu sehen. Weiterlesen »




Do 8. März 2012

Art Karlsruhe startet und in Bochum gehen die Lichter aus – was ist los mit der Kunst?

Die Art Karlsruhe, einer der neueren und vielleicht auch deshalb noch innovativeren Kunstmessen im deutschsprachigen Raum zeigt vom 08.03. bis zum 11.03.12 wieder neue Kunstpositionen.

Bereits in den letzten Jahren fiel die Messe positiv und konstruktiv auf.  Wichtig ist einmal, dass sich Kunstmessen als Schaufenster der jungen Kunst noch etablieren können und das sie vielleicht auch daher für so manchen Künstler und seine Galerien eine Möglichkeit darstellen Positionen erstmal aufzubauen.

Zeit zu reifen, wirklich im besten Sinne Erwachsen zu werden mit und an der Kunst, müsste das Ziel der Strukturen um Kunst sein und ihrer Akteure. Nur dann könnnen die Themen transportiert und in künstlerischen Formaten wiedergegeben werden, die die Menschen und Kunstfreunde dann erreichen. Den Zeitgeist zeigen und ihn vielleicht weiter entwickeln, das ist das wichtige, was Kunst kann und auch weiterhin sollte. Nicht das schnelle Geld, sondern das kontinuierliche sind hier gefragt, dass wirtschaftliche Auskommen, dass das Wachsen der Akteure möglich werden lässt.
Da wundert es nicht, dass genau diese Zeit und das nötige Geld gerne da weggenommen wird, wo es anscheinend ja über ist. Die Diskussion um die mögliche Schließung eines Kunstmuseums wie das in Bochum zeigt das ganz deutlich. Im klammen Ruhrgebiet und nach der ruhr2010 ist ein Haus, das nicht so traditionell ist wie z.B. das Folkwang oder die Museen in Hagen mit der Verrentung des jetzigen Leiters von der Schließung bedroht. Das Haus hat in den Jahren seines Bestehens immer auch regionale Künstler und künstlerischen Nachwuchs gezeigt. Das ist oft sperrig, selten Mainstream und oft auch nicht so glanzvoll. Aber es ist bei den Menschen und es ist gerade da, wo kulturelle Brücken so wichtig sind.

Und das tragische ist, wenn es erstmal zerstört ist, die Bestände zu Geld gemacht wurden, dann ist da wirklich was kaputt, was kaum wieder herzustellen ist. Die Kulturlandschaft ist nur dann auch wirklich Kultur wenn sie bunt und unterschiedlich ist, wenn man als Besucher nicht überall nur eine Anzahl von Namen habe, die fachfremde Institutionen wie Wirtschaftszeitungen mit ihrem “Kunstkompass” festlegen. Gute Kunst gibt es auch außerhalb dieser Wertlisten und das ist wichtig, da nicht alle die mit Kunst leben wollen, diese Preise bezahlen können. Und das ist auch wichtig und schafft erst die Basis für viele die ernsthaft und gut Kunst schaffen und davon leben können. Die Struktur für Kunst muß auch noch im öffentlichen Raum mehr sein, als wenige Leuchttürme. Gute Räume, gut geknüpfte Netze die das Werden junger Künstler tragen und Käufer, die mit den Künstlern wachsen können. Und dann gerne auch historisches, belehrendes oder geachtetes. Vielleicht muss sich die Form des Museums verändern, aber nicht ausschließlich diktiert vom Geld. Kreativität wird komischer Weise an dieser Stelle selten eingeholt, dabei geht es um nichts anderes.




Do 8. März 2012

Fotografie für Zuhause – Was tun mit dem tollen eigenen Bild?

Die Fotografie hat als Technik im 19. Jahrhundert die gesamte Kunst und die Wahrnehmung der Menschen verändert.

Seit dieser Zeit begleitet die Fotografie die Menschen im Alltag überall auf der Welt. Mit den digitalen Medien hat diese Entwicklung noch einmal rasant an Fahrt gewonnen.

Heute ist eine gute Kamera bereits in vielen Handys und die Fotografie ist als Kunstform anerkannt. Das setzt eine weitere Veränderung der Wahrnehmung frei.

Fotokunst hat Einzug in Museen gehalten und wird dort historisch und kunsthistorisch betrachtet. Fotokünstler schaffen eigene Welten, werden Zeuge von winzigen Teilen der realen Welt und sind ein Spiegel des zeitgenössischen Daseins. Und die vielen Menschen, die die Resource Kamera gerne und oft benutzen, finden Gefallen an selbst fotografierten Bildern. Auch hier wird die Präsentation immer wichtiger und häuftig auch Teil der eigenen Erinnerungskultur. Da hilft es dann, dass besonders gelungene Bilder oder Bilder mit hohem emotionalen Wert auch so präsentiert werden können, dass die Wichtigkeit mit der Präsentationsform korrespondiert.

Waren früher dafür aufwendige und teure Verfahren nötig, ist es heute deutlich einfacher. Man kann als Nutzer heute im Internet schnell und einfach mit seiner eigenen Aufnahme eine Leinwand bedrucken lassen, wie bei z.B. myposter und so eine wertige und einzigartige Abbildung erhalten, die genau die Wichtigkeit und Besonderheit ausstrahlt.




Di 6. März 2012

Emil Nolde in Berlin – die religiösen Bilder

Noch bis zum 15. April 2012 zeigt die Emil und Ada Nolde-Stiftung in ihrer Dependance Berlin die Ausstellung Emil Nolde – die religiösen Bilder.

Für den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens hielt Emil Nolde seine religiösen Bilder. Es gibt etwa fünfzig Gemälde, die er diesem Kanon zurechnet, es lassen sich jedoch einige mehr darunter einordnen. „In Abständen von jeweils einigen Jahren entstanden immer wieder Bilder mit biblisch religiösem Inhalt“, berichtet Nolde. „Die Vorstellungen des Knaben von einst, als ich während der langen Winterabende tief ergriffen in der Bibel lesend saß, wurden wieder wach. Es waren Bilder, die ich las, reichste orientalische Phantastik. Sie wirbelten in meiner Vorstellung immerzu vor mir hoch, bis lange, lange danach der nun erwachsene Mensch und Künstler sie, wie in traumhafter Eingebung, malte und malte.“Kuratoren: Manfred Reuther, Christian Ring

Daran anschliessen sich die Ausstellungen:

VOM FISCHERHAUS ZUR STADTVILLA. EMIL NOLDE UND MIES VAN DER ROHE
27. April bis 7. Oktober 2012
Die Ausstellung nimmt bezug zu den Plänen Noldes ein eigenes Stadthaus in Berlin zu Lebzeiten zu erreichten, was durch die Nazizeit und den Krieg verhindert wurde. Verspricht spannend zu werden.
Danach kommt dann das Thema:
EMIL NOLDE UND DIE SCHWEIZ -19. Oktober 2012 bis 7. April 2013




Di 6. März 2012

Cornelis Bega in Aachen unter dem Titel „Eleganz und raue Sitten“

Die Ausstellung „Eleganz und raue Sitten“ ist die erste monografische Ausstellung zu Cornelis Bega (1631/32-1664) überhaupt. Rund 110 Exponate machen seine Kunst in ganzer Breite und damit den Künstler in Tiefe sichtbar.
Das Suermondt-Ludwig-Museum zeigt in einer einmaligen Kooperation zwischen vielen privaten Leihgebern und international bedeutenden Museen wie dem Pariser Musée du Louvre, der Stockholmer Nationalgalerie, dem Amsterdamer Rijksmuseum, der National Gallery und dem British Museum in London sowie dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles diese aussergewöhnliche Schau.
Gezeigt werden Begas wichtigste Werke: 40 Gemälde, 34 Zeichnungen und seine kompletten Radierungen.
Künstlerisch eine Ausnahmeerscheinung, gab Cornelis Bega seinen Zeitgenossen und der Nachwelt genügend Rätsel auf für biografische Dichtung. Bega wurde 1631 oder 1632 in eine wohlhabende Haarlemer Künstlerfamilie hineingeboren. Sein Vater war Silberschmied, sein Großvater der bedeutende Historienmaler Cornelis van Haarlem. Er lernte vermutlich bei Adriaen van Ostade, eine Studienreise führte ihn mit Künstlerfreunden nach Deutschland, Frankreich und in die Schweiz, wo ihn ein Bauernaufstand zur Umkehr bewog. In Haarlem wurde er 1654 Mitglied der Lukasgilde und gründete mit dem Erbe seines Großvaters ein eigenes Atelier. Nur zehn Jahre später, 1664, starb Cornelis Bega.
Cornelis Bega gehört zum Goldenen Zeitalter der niederländischen Malerei. Er gilt als Genremaler, obwohl der mit den Konventionen seines Genres brach und heute überraschend aktuell erscheint.
Galten Bauernbilder gemeinhin der Belehrung und Belustigung der vermeintlich feineren Gesellschaft, spürte Bega das alle und alles Verbindende auf.
Die Ausstellung erstreckt sich über fünf thematische Kabinette im großen Saal sowie einen Grafikraum und wird ergänzt durch einen Hintergrundfilm.

Das Suermondt-Ludwig-Museum kooperiert mit der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. In der deutschen Hauptstadt wird die Schau im Anschluss präsentiert.

Die Ausstellung ist vom 15.03 bis zum 10.06.2012 in Aachen zu sehen.




Di 6. März 2012

PER KIRKEBY -Maler – Forscher – Bildhauer – Poet in Duisburg

Das Werk des gebürtigen Dänen Kirkeby, der lange in Deutschland gelebt und an der Kunstakademie in Karlsruhe (1978-88) und an der Frankfurter Städelschule (1989-2000) unterrichtet hat, überrascht durch seine Vielgestaltigkeit und unerwarteten Wendungen. Dem wird sich jetzt das Museum Küppersmühle in Duisburg widmen. Am 16.03 wird dort die Ausstellung PER KIRKEBY -Maler – Forscher – Bildhauer – Poet durch Prinzessin Benedikte von Dänemark eröffnet.
Und wenn schon mal königlicher Besuch nach Duisburg kommt, steckt da auch was sehr sehenswertes hinter.
Kirkeby ist ein multiinteressierter Mensch. Zuerst absolvierte er ein Geologiestudium, ehe er sich in den frühen 60er Jahren endgültig für eine Laufbahn zugunsten der Kunst entscheidet. Sein Ausgangspunkt ist denn auch die Beobachtung von Formen in der Natur, die er – erdschichtengleich sich überlagernd – in künstlerische Strukturen übersetzt. Wie lässt sich eine Beobachtung festhalten? Wie die Wahrnehmung künstlerisch überschreiten? „Die Welt“, so Kirkeby, „ist Material, aus dem man Kunst macht, vermittels eines kunsthistorischen Prozesses…eines Prozesses, der sich im tiefsten Inneren nicht kontrollieren lässt.“
Und das zeigen die Duisburger sehr schön. Der Künstler Per Kirkeby (*1938),hat ein weitverzweigtes Werk geschaffen, das u.a. Collagen, Cartoons, Monotypien, Radierungen, Plakate, Wandmalerei, Skulpturen und Bücher umfasst. Dieser höchst produktiven, wenn auch weniger im Fokus stehenden Seite des Künstlers spürt das MKM in seiner großen Frühjahrsausstellung nach – und würdigt natürlich auch umfassend den Maler Kirkeby, retrospektiv und mit ganz neuen Arbeiten.
Die Ausstellung ist bis zum 28. Mai 2012 in dem Museum Küppersmühle in Duisburg zu sehen.




Di 6. März 2012

Berlin ist Gerhard Richter-City drei Ausstellungen zu Ehren des Meisters

In der Neuen Nationalgalerie heißt die Schau “Panorama” in der Alten Nationalgalerie “10.Oktober 1977″ und dann noch im me-Collectores Room Gerhard Richter – Editionen.
Am 9. Februar 2012 feierte Gerhard Richter, unbestritten der bekannteste deutsche Künstler seiner Generation, seinen 80. Geburtstag. Gemeinsam mit der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris richtet die Nationalgalerie Berlin zu diesem Anlass eine umfangreiche retrospektive Ausstellung seines Œuvres aus.
Etwa 140 Gemälde und 5 Skulpturen aus allen Schaffensphasen des umfangreichen Werks vermitteln in einer pointierten Auswahl, die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstand, einen Einblick in das thematisch wie stilistisch facettenreiche Schaffen. Kanonisch gewordene Bilder, wie das der die Treppe herabsteigenden Ema (1966) und der sich vom Betrachter abwendenden Betty (1988), werden mit selten oder noch nie gezeigten Arbeiten kombiniert;
In der Alten Nationalgalerie dreht es sich um den 18. Oktober 1977 (1988) Der fünfzehnteilige Gemäldezyklus 18. Oktober 1977 ist die bekannteste Werkserie Gerhard Richters. Sie entstand gut zehn Jahre nach den Ereignissen des sogenannten Deutschen Herbstes. Im Oktober 1977 erreichte die durch die terroristischen Aktivitäten der Roten Armee Fraktion (RAF) hervorgerufene Krise der Bundesrepublik Deutschland ihren Höhepunkt. Die Entführung und Befreiung der Lufthansa-Maschine Landshut, die Geiselnahme und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und der Tod der Terroristen Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim ereigneten sich innerhalb weniger Tage und Wochen.
Und dann gibts noch die Editionen, die im Me Collectors Room zu sehen sind.
Bei dem Dreiklang schwingt natürlich die Achtung vor Richters Werk und seiner Person mit, aber eben auch die Frage nach einem Kunstkauf, der für normale Kunstsammler nur noch über die Editionen möglich ist. Der Meister sieht die Millionen für ein Werk auch sehr kritisch und das macht ihn so menschlich. Selber hat er ja wenig von den Unsummen, die für seine Arbeiten gezahlt werden. Vielleicht ist aber der Aspekt, dass Kunst eben doch endlich ist, da der Mensch mit seiner Endlichkeit ein Faktum erreicht, dass weit über Produktionsmöglichkeiten hinaus geht. Ein gutes Original bei Zeiten ist eben durch nichts zu ersetzen. Vielleicht das auch ein Trotz für die Zukunft.




Di 6. März 2012

Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente sind die Menage a trois in der Bundeskunsthalle

In der Bundeskunsthalle Bonn, werden die drei Künstler, die in denn 80er Jahre die Popkultur von New York aus maßgeblich beeinflussten in einer Ausstellung gezeigt. Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente sind die Ménage à trois, die noch bis zum 20. Mai 2012 in Bonn zu sehen ist. Die Ausstellung wird von Dieter Buchhart in Zusammenarbeit mit Susanne Kleine von der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland kuratiert.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit ARKEN Museum für Moderne Kunst, Dänemark, entstanden.
Die Schau erinnert auch durch die Leihgaben aus der Sammlung Bischofsberger an die Schau “80th -Revisted” der Kunsthalle Bielefeld, die 2010 und 2011 als Doppelpack stattfand und die in ihrem zweiten Teil, die Collaborations der drei ebenfalls zum Thema hatte.
Aber in Bonn gehts um diese Dinge: Die New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre ist legendär. Vital, kreativ und medial offener denn je, bietet sie gerade jungen Künstlern eine Spielfläche voller Möglichkeiten. Sie holen mit ihren Graffitis die Kunst auf die Straße, und Alltägliches hält Einzug in ihre Kunst, Traditionen werden hinterfragt auf der Suche nach Innovation. Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat und Francesco Clemente – drei der Hauptprotagonisten dieser Zeit – werden nun in dieser umfangreichen Schau vorgestellt. Besonders die Gemeinschaftsarbeiten, Collaborations, der drei Künstler stehen im Mittelpunkt. Um jedoch das unterschiedliche künstlerische Temperament herauszustellen, werden auch Einzelwerke gezeigt. Während Andy Warhol, als wichtiger Vertreter der Pop-Art, das Grafische und Serielle in der Kunst in einem klaren, oft kühl wirkenden Stil ausführte, wirkt das Werk des jungen Jean-Michel Basquiat mit seiner wütend ausdrucksvollen Geste, einer Mischung aus Symbolen, Piktogrammen und Buchstaben, die aus den Graffitis kommen, wie ein temperamentvoller Gegenpol zu Warhol. Die Gemälde Francesco Clementes, einem Vertreter der Transavanguardia, wirken wiederum traumhaft, mystisch und fast surreal.
Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Mai 2012 in Bonn zu sehen.




Fr 2. März 2012

Klares JA für die reduzierte Mehrwertsteuer von 7% für Bildende Kunst

Der Bundesverband der Deutschen Galerien macht mobil gegen EU-Pläne die reduzierte Mehrwehrsteuer für bildende Kunst in Deutschland zu kippen. Ein paar Prozente die eine Menge ausmachen.
Hier die Pressemitteilung des Verbandes:

Klares NEIN gegen die Regulierungswut der EU-Kommission
Klares JA für die reduzierte Mehrwertsteuer von 7% für Bildende Kunst

Die ermäßigte Mehrwertsteuer hat sich in Deutschland seit Jahrzehnten als kulturpolitisch sinnvoll erwiesen. Sie trägt direkt dazu bei, dass sich Kultur hierzulande in all ihren Spielarten entfalten kann und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist. Das wissen vor allem diejenigen, die mit großem persönlichem Engagement und hohem wirtschaftlichen Risiko Kulturgüter vermitteln: Die Buchverlage, die Konzertveranstalter und die Galerien.

Nun fordert die EU-Kommission bei Androhung eines Vertragsverletzungsverfahrens die Anhebung der Mehrwertsteuer für Kunstgegenstände und Sammlungsstücke von 7 auf 19 Prozent und nimmt damit eine Havarie des deutschen Kunstmarkts in Kauf.
Die ermäßigte Mehrwertsteuer ist ein Instrument zur Stabilisierung des deutschen Kunstmarkts, der von schwierigen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen belastet ist. Dieser Aspekt war bisher Leitlinie der deutschen Kulturpolitik. Diese muss sich umgehend dafür einsetzen, dass Bildende Kunst wieder in die Mehrwertsteuersystemrichtlinie der EU aufgenommen wird.

Für den Staatshaushalt bedeutet der drastische Anstieg der Steuer keine bedeutende Mehreinnahme.
Für Institutionen und Museen verteuert sich der Kunsterwerb erheblich. Für Künstler und ihre Vermarkter ist der entsprechende Verlust hingegen existenzbedrohend und nicht zu kompensieren. Es droht die Verlagerung von Umsätzen in Länder, in denen bessere Voraussetzungen für die Kunstvermittlung gegeben sind.

Galerien leisten für und mit ihren Künstlern elementare Kulturarbeit. Ausstellungen organisieren, Kataloge herausgeben, Projekte konzipieren: all dies bedeutet für Galerien erhebliche Investitionen in eine individuelle, künstlerische Entwicklung, deren Ertrag nicht vorhersehbar ist – und nicht selten ausbleibt.

Der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler dankt dem Kulturstaatsminister Bernd Neumann, sich für die Erhaltung der bestehenden fiskalischen Behandlung von Kunstwerken einzusetzen. Dies muss auch im Sinne der Kulturwirtschaftsinitiative sein, die von der Bundesregierung 2007 ins Leben gerufen worden ist.

Deutschland darf sich den Eingriff in seine kulturpolitische Identität und Hoheit durch die Finanzbürokratie der Europäischen Union mit ihren destruktiven Folgen für die Galerien- und
Kunstlandschaft nicht bieten lassen.




Fr 24. Februar 2012

Dieter Roth – Selbste in Salzburg

Das Salzburger Museum Mönchsberg zeigt eine umfassende Ausstellung mit Selbstprotraits des Künstlers  Dieter Roth ab dem 03.03.12.

Dieter Roth (1930-1998) war einer der großen Universalkünstler des 20. Jahrhunderts. Er war Grafiker, entwarf Möbel, malte, zeichnete, fertigte Plastiken und raumgreifende Installationen, arbeitete mit allen möglichen Materialien, war als Dichter und Musiker tätig, hat Künstlerbücher herausgegeben, filmte, fotografierte, sammelte usw.

Ein zentrales Thema im Werk von Dieter Roth ist das Selbstbildnis. In mannigfacher Weise und in allen Medien kreist das Schaffen dieses Künstlers immer wieder um das Selbst. Zuweilen ironisch, oft auch sehr unerbittlich befragt Dieter Roth mit bildnerischen Mitteln aber auch in Tagebüchern und autobiografischen Texten sich und sein Tun, seine künstlerische Arbeit ebenso wie die alltäglichen Verrichtungen. Obwohl das Thema bei Dieter Roth sehr nahe liegt und Selbstbildnisse in seinem Werk omnipräsent sind, hat bisher niemand diesen zentralen Aspekt aufgegriffen.

Die Ausstellung im MdM MÖNCHSBERG versammelt nun Selbstbildnisse aus allen Schaffenszeiten. Sie ist retrospektiv angelegt und umfasst das ganze Spektrum der Medien, denen sich Dieter Roth bediente. Die Ausstellung setzt mit frühen zeichnerischen Selbstbildnissen ein, die der junge Künstler in seiner Ausbildungszeit geschaffen hat, sie hat einen ersten Höhepunkt in den Schokoladebüsten der späten 1960er Jahre und findet in den Folgejahren ihre Fortsetzung in der umfangreichen Werkgruppe „Selbstbildnis als…“, die das eine Selbst in eine unendliche Reihe verschiedener „Selbste“ aufsplittert und damit die Heroisierung des Individuums radikal in Frage stellt.

Dieter Roth inspiriert bis heute auch junge Künstler, wie z.B. den Leipziger Metulczki, der in seiner Serie “Bierleben”, aufwendig gearbeitete Malerei, die mit mehr als  10 Schichten Schellack überzogen wurde, an Dieter Roth denkt. Eine Arbeitder Serie nannte Metulczki “für Dieter Roth”, die in der Galerie Hoffmann zu sehen ist.

Die Ausstellung ist in Salzburg vom 03.03. bis zum 24.06.12 zu sehen.