KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Do 1. Dezember 2011

Das Schwein und die Kekse zur Kekssaison

Zugegeben vielleicht ist das folgende Video etwas albern, oder überzeichnet oder nicht richtig Kunst. Aber es ist ein Aufheller in dunklen Stunden, dann wenn das Keksglas leer ist und man den Zuckerschock dringend braucht, wenn der Adventskranz gerade geklaut wurde oder sonstige Katastrophen zeigen, dass das Leben so manchmal nicht gewünscht ist.

Hier die Antwort und viel Vergnügen:

Ormie from Ormie Pig on Vimeo.




Do 1. Dezember 2011

25 Jahre Bananensprayer – Thomas Baumgärtel zum silbernen Bananenjubiläum

Eigentlich ist die gesprayte Banane immer schon da, überall auf der Welt. War es doch erst ein “Anschlag” mit der Sprühdose, wurde die gesprayte Banane vom Bananensprayer Thomas Baumgärtel doch zum Markenzeichen und auch zum Qualitätsmerkmal.
Daher auch von dieser Stelle, einen herzlichen Gruße zum 25-jährigen “Arbeits”-Jubiläum. In Köln gibts eine Menge Ausstellungen, vorallem am 10.12.2011 die auf der Seite des Künstlers zu finden ist.
Bildquelle: Thomas Baumgärtel zum Jubiläum




Do 1. Dezember 2011

Rene Magritte in Wien – ein Surrealist in der Surrealistenhochburg

Wenn man in Österreich einen Surrealisten zeigt, ist das erstmal nichts ungewöhnliches. Die phantastische Kunst wird ja nicht nur mit den Phantasten der Wiener Schule sondern auch im Phantastenmuseum gehegt und gepflegt.
Das die Albertina mit dem belgischen Meister aufwartet, ist schon eher erstaunlich. Noch bis zum 26.02.2012 werden mehr als 150 Werke aus aller Welt dort gezeigt.

Die in Kooperation mit der Tate Liverpool konzipierte Schau beschäftigt sich mit bislang wenig erforschten Aspekten in Magrittes Leben und künstlerischer Praxis. Im Zentrum stehen seine künstlerischen Methoden: der Gebrauch immer wieder kehrender Gegenstände, das allgegenwärtige Thema der Ver- und Enthüllung sowie die Auseinandersetzung mit dem alltäglich Banalen und Erotischen. Ein wesentlicher Aspekt ist die Beziehung seiner Malerei zu seiner frühen Tätigkeit als Werbegrafiker, was anhand von Hauptwerken und frühen Werbearbeiten des Künstlers sowohl im Inhalt als auch im formalen Einfluss nachvollziehbar wird.

Einen zusätzlichen Schwerpunkt setzt die Ausstellung durch einen konzentrierten Blick auf Magrittes Lebens- und Arbeitsweise, die anhand von umfassendem Foto- und Filmmaterial sowie durch originale Schriften dokumentiert werden.




Do 1. Dezember 2011

Von Schönheit und Tod – das Tierstillleben in Karlsruhe

Erstmals widmet sich eine Präsentation von Kunst ausschließlich dem Tierstillleben durch die Jahrhunderte. Der Titel der Karlsruher Schau ist: Von Schönheit und Tod
Tierstillleben von der Renaissance bis zur Moderne. Die Ausstellung ist noch bis zum 19.2.2012 zu sehen.

Hier als Video ein kleiner Vorgeschmack:

Der Blick auf die Bilder in der Ausstellung macht deutlich, dass von Geringschätzung gegenüber den Tieren in den meisten Fällen nicht die Rede sein kann. Viel eher zeugen sie von Bewunderung für ihre Schönheit, bisweilen auch von Empathie, Mitleid und Mitgefühl. Tierstillleben erzählen vom Wandel der Beziehung des Menschen zum Tier. Zudem sind sie ein bedeutsamer, bisher viel zu wenig beachteter Teil der Kunstgeschichte. Für den Adel waren es Statussymbole ihres Vorrechts der Hochwildjagd, für das calvinistische Bürgertum ihr erkämpftes bürgerliches Recht der Niederwildjagd.

Freude über den Reichtum der Natur, Spiel mit erotischen Zweideutigkeiten, Ausdruck adeligen Jagdvergnügens, die Nähe von Schönheit und Tod: Völlig unterschiedliche Aussagen sind mit den Darstellungen eines Genres verknüpft, das es noch zu entdecken gilt. Die Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe veranschaulicht erstmals weltweit, wie sich Funktion und Bildsymbolik der Tierstillleben, aber auch der künstlerische Blick auf die wiederkehrenden Motive über die Jahrhunderte verändert haben.

Wie facettenreich eine Geschichte des Tierstilllebens vom 16. bis zum 20. Jahrhundert sein kann, beweisen die Bilder selbst. Gezeigt werden 125 Werke – Gemälde, Aquarelle und Reliefs – von bedeu-tenden Künstlern wie Dürer, Rubens, Metsu, Weenix, Chardin, Goya, Manet, Sisley, Ensor und Beckmann. Neben Werken der eigenen Sammlung bieten rund 90 hochkarätige Leihgaben aus bedeutenden Museen in Amsterdam, Antwerpen, Brüssel, Lissabon, London, Madrid, München, Paris, Stockholm, Wien und Zürich Einblicke in einen faszinierenden Bilderkosmos.

Auch bei ganz jungen Künstlern kommen die Tierstillleben als Motiv wieder vor.




Do 1. Dezember 2011

Weihnachtszeit in Hamburg- Deichtorhallen zeigen “Wunder”

Wunder kann man immer gebrauchen und weil der Mensch ja meint, er tut dann nix dazu, gehören Wunder gerne in den Bereich des Glaubens, der wiederum in Religion kanalisiert wird.
Dazu haben jetzt die Hamburger Deichtorhallen eine schöne Ausstellung:
Wunder eben:
Die Ausstellung macht sich das explosives Potenzial namens Wunder zunutze und begibt sich auf die Spur des Wunders über die Zeiten und Disziplinen hinweg. Mit mehr als 50 künstlerischen Positionen und ebenso vielen Exponaten aus Religion, Wissenschaft und Alltag setzt sich die Ausstellung mit dem Wunder ästhetisch wie intellektuell auseinander. Denn das Wunder kann immer beides sein: eine körperlich-räumliche Erfahrung oder die blitzartige Einsicht in einen bis dahin unbekannten Zusammenhang. Indem die Ausstellung die einzigartige Verbindung wissenschaftlich-technischer und religiöser Wunder im Abendland mit den Sichtweisen anderer Kulturen in Beziehung setzt, stellt sie unsere fragile Fähigkeit zur Sinngebung zur Diskussion.
Werke der Gegenwartskunst umkreisend, entfaltet sie ihre Argumente, indem sie Exponate aus allen Dingwelten versammelt und sich wechselseitig kommentieren lässt: Eine technische Innovation steht neben einem Kunstwerk, das sich mit der abendländischen Faszination für die Technik auseinandersetzt; eine christliche Darstellung der Vera Icon wird flankiert von einer Videoarbeit, die jede Idee eines Authentischen hinter sich lässt; der Visualisierung subatomarer Teilchen durch eine Nebelkammer steht die Sichtbarmachung von Gefühlen durch eine Kunstinstallation zur Seite.
Und diese Künstler sind dabei:
Francis Alÿs, Kader Attia, Joseph Beuys, Dara Birnbaum, Cosima von Bonin, Olga Chernysheva, Nathan Coley, Björn Dahlem, Ceal Floyer, Ellen Gallagher, Hans Graf, Andreas Gursky, Susan Hefuna, Susan Hiller, Jonathan Horowitz, Sven Johne, Helmut & Johanna Kandl, Martin Kippenberger & Albert Oehlen, Julia Kissina, Terence Koh, Igor & Svetlana Kopystiansky, Dieter Krieg, Philipp Lachenmann, Mark Leckey, Armin Linke, Ingeborg Lüscher, Melanie Manchot, Kris Martin, Hiroyuki Masuyama, Henri Michaux & Eric Duvivier, Julia Montilla, Timo Nasseri, Paul Nougé, Reto Pulfer, Julien Prévieux, Walid Raad/The Atlas Group, Johann von Schraudolph, Thomas Schütte, Shirana Shahbazi, Katharina Sieverding, Roman Signer, Thomas Struth, Alina Szapocznikow, Larry Sultan & Mike Mandel, Fiona Tan, Javier Téllez, Jalal Toufic, Ryan Trecartin, James Turrell, Timm Ulrichs, Franz West, Susan MacWilliam and Erwin Wurm sowie eine Kopien aus dem Umfeld Caravaggios.
Laufzeit noch bis zum 5. Februar 2012




So 20. November 2011

125 Jahre Museumsverein Hamm „Von der Mumienmaske zur Moderne“ im Gustav Lübke Museum

Viele Museen, in Deutschland oder auf der Welt sind mit viel privaten Engagement und vorallem mit den Schenkungen aus privatem Besitz gegründet bzw. immer wieder erweitert worden. Ein solches ist das Museum der Stadt Hamm in Westfalen.
Dort erinnert man sich jetzt dieser Quelle der eigenen Sammlung mit einer Sonderausstellung.
Der in vielen Belangen engagierte Förderverein des Museums feiert im Jahr 2011 sein 125-jähriges Jubiläum und wird aus diesem Anlass eine Präsentation von ausgewählten Kostbarkeiten aus seinen zahlreichen Schenkungen zeigen. Eindrucksvolle Objekte, wie die bemalte und vergoldete Mumienmaske aus der frühen Ptolemäerzeit (300 v. Chr.) und das Modell eines ägyptischen Totensegelschiffes (11. Dyn.) kommen ebenso zu Ehren wie der Kastensarg der Sat-Sobek aus dem Mittleren Reich (12. Dyn.). Die besondere Rarität eines Silberrechauds aus der Zeit des Barock und die große Facette an Zinngeschirren dürften Sammlerherzen höher schlagen lassen. Zu sehen gibt es ausdrucksstarke Gemälde westfälischer Expressionisten, u.a. von Wilhelm Morgner (1891-1917) und Eberhard Viegner (1890-1967) bis hin zu Bildwerken namhafter Vertreter des Informel, u.a. von Gerhard Hoehme und Bernard Schultze. Bei den Grafiken und Arbeiten auf Papier spannt sich der Bogen von Heinrich Aldegrever (1502-1555/61) bis hin zu Fritz Winter (1905-1976). Anschauliche Möbelensembles, u.a. ein Esszimmer von Louis Majorelle um 1900, feines Glas und edles Porzellan treffen umgehemmt auf zum Schmunzeln anregende Kuriosa. Sie stammen vor allem aus den frühen Ankaufsjahren, als der Museumsverein noch Träger des Museums war und als Sammler fungierte. Der Besucher erlebt nicht nur verschiedene Momente aus der Kunst- und Kulturgeschichte, sondern spürt auch den sich immer wieder verändernden und durchaus feinen Kunstsinn, nach dem sich der Förderverein richtete – zur Stärkung der einzelnen Sammlungsschwerpunkte und zur Erhöhung und Bewahrung des Ansehens des Museums und der Stadt Hamm.

Sonderausstellung- 125 Jahre Museumsverein Hamm „Von der Mumienmaske zur Moderne“- Glanzstücke aus den Schenkungen des Museumsvereins Hamm e.V. noch bis zum 15.04.2012




Fr 18. November 2011

Paderborn zeigt Hagebölling

Zum 70ten Geburtstag zeigt die städtische Galerie im Abdinghof, Paderborn eine umfassende Werkschau des Bildhauers Wilfried Hagebölling. Der 1941 in Berlin geborene, heute in Paderborn lebende Künstler zählt zu den namhaften Vertretern konstruktiver Bildhauerei der Gegenwart.
Und er ist für die Region immer für einen Aufreger gut. Der legendäre Rechtsstreit mit der Stadt Minden über seinen Keil auf dem Martinikirchplatz, gehört in die Schublade, Moderne Kunst und Kommunalpolitik.

Der Künstler als “Agent provocteur” ist nicht der eigentlich Ausgangspunkt von Hageböllings Tun. Sondern ist seine Arbeitsweise eng an die bildhauerische Konzeption der konkrete Vergegenwärtigung des Werks am Ort und in Beziehung zum Betrachter orientiert.
Seine Werke relativieren die Aura der Unantastbarkeit von Skulptur im öffentlichen Raum. Der aktive Dialog mit dem Betrachter ist ganz wichtig. Der zweimalige documenta-Leiter und Kunsthistoriker Manfred Schneckenburger formulierte es wie folgt: „Genau so wichtig, wie das, was man mit dem Auge sieht, ist das, was man am eigenen Leib erfährt.“
Die Werkschau, die die Städtische Galerie Am Abdinghof in Kooperation mit dem Kunstverein und dem Künstler Wilfried Hagebölling in diesem Winter einrichtet trägt den Titel “Hier”.
Hier – das meint den Ort der konkreten Gegenüberstellung von Werk und Subjekt, den Ort der ausdrücklichen Konfrontation: Auge um Auge, Körper gegen Körper.

Dabei kommt der vorgegebene architektonische Raum ins Spiel. Die Dimensionen der Galerie werden neu vermessen, das Raumverhältnis wird spürbar.
Die gleichzeitige Präsenz von Skulptur und Zeichnung hier in
derselben Ausstellung macht die hierarische Gleichwertigkeit
beider Ausdrucksweisen im künstlerischen Schaffen Hageböllings deutlich.
Die Ausstellung in Paderborn ist bis zum 12. 02.2012 zu sehen.





Mi 9. November 2011

Kinematografische Installation und Ausstellung ALIAS YEDERBECK in Potsdam

Eröffnung der Kinematografischen Installation und Ausstellung ALIAS YEDERBECK am 4. Dezember 2011 um 15 Uhr in der SCHINKELHALLE und KUNSTRAUM POTSDAM (Schiffbauergasse 4a und 4d; 14467 Potsdam.) Die Ausstellung wird dort bis zum 15. Januar 2012 zu sehen sein.

ALIAS YEDERBECK Ausstellung und kinematografische Installation from TESTE FOUNDATION on Vimeo.

weitere Infos unter: http://www.testefoundation.org/

Wenn sich am 4. Dezember 2011 in der Potsdamer Schiffbauergasse die Tore der Schinkelhalle und des benachbarten Kunstraums für die Besucher öffnen, wird eine “Fiktion der Kunst” mit aufwendiger Technologie erlebbar gemacht: Erstmalig wird die kinematografische Installation ALIAS YEDERBECK, bestehend aus großem Projektions-Panorama (12-Kanal-Video), Künstlervideo, Archiv- und Vortragsraum aufgeführt.

Kuratiert wird die kinematografische Installation ALIAS YEDERBECK von Frank Geßner, der mit einem Team Yederbecks letzte, bisher unbekannte mediale Schaffensphase inszeniert.

Zum ersten Mal wird Paul Yederbecks 30-minütiges Künstlervideo gezeigt: QU’EST-CE QUE MONSIEUR TESTE? (Found Footage + Video + Super 8 + Puppentrick + 2D / 3D Computeranimation).Der Künstler arbeitete bis kurz vor seinem Tod an der 24-Stunden EXPANDED ANIMATION in 252 Sequenzen, von denen zunächst zwölf circa 5-minütige 360-Grad-Szenarien realisiert werden konnten:

ENTERTAINER (Video, Painting Animation + 2D / 3D Computeranimation)
FLANEUR (Super 8 / 16mm, Video + 2D Computeranimation)
ZUSCHAUER (Video, Drawing Animation + 2D Computeranimation)
SCHAUSPIELER (Foto-Video + 2D Computeranimation)
AUFLÖSUNG (Foto-Video + 2D Computeranimation)
PROJEKTION (Super 8 / 16mm + 2D Computeranimation)
ANIMA TECHNE (3D Computeranimation)
TRANSZENDENTALE ANIMATION (3D Computeranimation)
HAPPY END (35mm + Film Direct + 2D Computeranimation)
DOPPELGÄNGER (Video + 2D Computeranimation)
REMINDER (Analog Video / Video + 2D Computeranimation)
THE END (Video + 2D Computeranimation)




Mi 9. November 2011

Nachwuchsförderung im Landesmuseum Münster – Irgendwas mit Kunst Gesprächsabende für Studierende

Irgendwas mit Kunst – Gesprächsabende für Studierende im Landesmuseum ist der Titel einer Reihe die 2007 erstmals Gespräche mit Experten wie Kasper König, Direktor des Ludwig Museums Köln und Mit-Begründer der Skulptur Projekte, startete.

Nun haben Olivia Fuhrich, Marijke Lukowicz und Svea Prechtel, Studentinnen der Kunstgeschichte an der Universität Münster, mit Unterstützung des LWL-Landesmuseums und dessen Jungen Freunden eine Neuauflage organisiert. Nach dem Berufsfeld “Kurator” wird es um Kooperation und Fundraising, Kunstvermittlung und Kunstjournalismus gehen. Im Anschluss an die Gespräche klingen die Abende bei lockerer Atmosphäre im Foyer aus.

Was genau macht eigentlich ein Kurator? Wie schreibt man über Kunst? Und wie arbeitet man in einem Museum? Diesen Fragen stehen Studierende der Kunstgeschichte bei der Suche nach einem Praktikumsplatz oder beim Einstieg in die Berufswelt gegenüber. Bei der Gesprächsreihe “Irgendwas mit Kunst” im LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster berichten an vier Abenden Fachleute aus der Kunstwelt über ihre Berufsfelder und ihren Arbeitsalltag.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 10. November, 19 Uhr, der Direktor der Kunsthalle Bielefeld, Dr. Friedrich Meschede. Der Kunsthistoriker war 16 Jahre lang für das internationale Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin verantwortlich und wechselte 2008 nach Barcelona als Leiter der Abteilung “Zeitgenössische Ausstellungen” im Museu d´Art Contemporani. Im Juli 2010 wurde er als Direktor und Geschäftsführer der Bielefelder Kunsthalle berufen, wo er bereits 1989 für ein Jahr Chefkurator war.

Die Gespräche finden im Veranstaltungssaal im 2. Stock des LWL-Landesmuseums Münster statt. Der Eintritt ist für Studierende frei, der reguläre Preis beträgt 2 Euro. Weitere Infos unter http://www.irgendwasmitkunst.com




Mi 9. November 2011

Was ist eigentlich Provinz?

Ist Provinz da, wo wenig Leute leben, ist Provinz da, wo nie was passierte, ist Provinz da, wo man selber ist, ist Provinz da wo man ist und sonst niemand? Ist Provinz vielleicht nur ein gefühlter Zustand?

Die Frage kam auf, in einem losen, uninstitutionellen Kreis, offener interessierter und kompetenter Leute, die zufällig nicht in einer Metropole mit Millionen von Menschen leben, sondern in einem Kreis mit “nur” knapp einer Million Einwohnern. Und das auch nicht als Kreisstadt, Hauptstadt, Boomtown oder Kreis, sondern einer Region, die einen Durchmesser von ca 100 x 100 qm² hat.

Ein altes Kunstmuseum, ein mittelaltes Kunstgewerbemuseum, ein modernes Kunstmuseum, Kunstvereine, Zeitungen, Kreative und web 2.0-aktive saßen an einem Tisch. Jeder stellte seine Aktionen, Ausstellungen und Projekte vor.
Eins spannender als die anderen. Kunst von Albrech Dürer, zeitgenössisches Design, Themenausstellung, Internationale Austauschprojekte, Kinoklassiker, Musikfestivals und zeitgenössische Kunst.
Alles in einem Rahmen, der locker in den Radius von Innenstadt Berlin hinein paßt.

Und irgendwann war es da, das Wort “Provinz”. Ist nicht da, wo so viel los ist “Metropole”, ist nicht auch das Gefühl “eh toll” und “ich muß nur 10 Minuten fahren dann bin ich da” Kulturhauptstadt?

Ist Provinz nicht ein Ort der dann da ist, wenn man kein Selbstbewußtsein hat, dass auch vor Ort gute Sachen passieren können und man mitten drin ist? Klar ist L.A. cool und Steve Jobs eine Ikone. Aber lange war der Mann echt arm dran, so wie viele Menschen die schwer für ihre Ideen kämpfen müssen und manchmal eben auch daran leiden, aber “Dabei sein”, “eine historische Stunde erleben” oder “pohr ist das cool, eh” kann über all passieren, man muß es nur zulassen.
Und wer “dabei war”, der wird es nicht vergessen, einmal weil es echt gut war, und weil alle anderen dann eben neidisch werden, weil sie “es” verpasst haben. Und das ist überall möglich auch da, wo vielleicht Provinz ist, aber Provinz muß man auch wollen, und wenn Provinz zum Erlebnis wird, ist es eben “das Ereignis”.
Es gehört nur Mut dazu, zu sagen “ich bin dabei gewesen”,… so einfach ist das.