KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Do 30. März 2017

Double Check. Michael Ashers ‚Installation Münster (Caravan)

Der leider bereits verstorbene Künstler Michael Asher (1943-1912) hat von Anfang an dem Skulpturenprojekt in Münster teilgenommen. Er stellte seine Caravan überall im Stadtgebiet auf. Die Szenerien wurden fotografiert und so selbst über die lange Zeit zum Dokument für Münsters Entwicklung und nicht nur in Sachen Kunst. Daraus hat das Landesmuseum in Münster nun eine eigene Ausstellung gemacht. Unter dem Titel „Double Check. Michael Ashers ‚Installation Münster (Caravan)'“ werden Materialien aus dem Skulptur Projekte Archiv gezeigt. Im Rahmen eines seriellen Ausstellungsformats stehen die Beiträge von Michael Asher (1943-2012), der 1977, 1987, 1997 und 2007 an der Ausstellung Skulptur Projekte teilgenommen hat, im Fokus. Mit neuen Fotografien von Alexander Rischer wird der Gedanke von Ashers Arbeit aufgenommen und ihnen gegenübergestellt. Zu sehen ist die Präsentation im Lichthof des Museumsaltbaus.

Neben Korrespondenz mit Michael Asher zu seinen Beiträgen für die Skulptur Projekte zeigt das Museum Entwürfe, Filmausschnitte, Begleitmaterial sowie Fotografien der vier Ausstellungen von 1977 bis 2007. In diesen Jahren wanderte der mittlerweile in Münster bekannte weiße Wohnwagen des Typs Hymer-Eriba Familia durch die Stadt. Fotos dokumentieren die Standorte und lassen über die Zeit Veränderungen des städtischen Umfeldes erkennen.

Auf jede Einladung nach Münster setzte sich der Künstler intensiv mit der Stadt, der Ausstellung und seiner eigenen Arbeit auseinander – ein „Double Check“ in zehnjährigen Intervallen, wie Asher es nannte.

Asher gehört zu den wichtigsten Vertretern der amerikanischen Konzeptkunst. Seine konzeptuellen und zumeist institutionskritischen Arbeiten ähneln oft experimentellen Versuchsanordnungen. Zeitlichkeit und Ortsbezogenheit spielen dabei eine wichtige Rolle. Nach seiner ersten Einzelausstellung 1969 in den USA nahm er unter anderem mehrmals an der Documenta, der Biennale von Venedig sowie viermal an den Skulptur Projekten in Münster teil.

Mit prüfendem Blick näherte sich der Hamburger Fotograf Alexander Rischer (*1968) fast zehn Jahre nach der Skulptur Projekte Ausstellung 2007 den jeweiligen Standorten des Wohnwagens. Es entstand eine Serie von 19 Fotografien, welche die Veränderungen und Besonderheiten der städtischen Räume zeigen. Rischer setzt sich in vielen seiner Werke mit dem urbanen Raum auseinander. Vor allem städtische Unorte und „Leerstellen“ stehen in seinem Fokus. Neben der bildenden Kunst ist Rischer auch als Musiker und Autor tätig. Aktuell lehrt er Fotografie an der Universität Köln.

Das Skulptur Projekte Archiv ist Teil der Sammlung für Gegenwartskunst am LWL-Museum für Kunst und Kultur. Regelmäßig werden künstlerische Positionen und ausgewählte Themen als archivalische Tiefenbohrungen sichtbar gemacht.

Seit dem Frühjahr 2017 besteht eine Kooperation zwischen dem Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und dem Institut für Kunstgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, gefördert von der VolkswagenStiftung. In den kommenden drei Jahren wird das Material des Archivs erforscht und für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Es gilt der übliche Eintrittspreis in das Museum.

Die aktuelle Präsentation wird von einer Reihe Veranstaltungen begleitet: Den Auftakt macht das Künstlergespräch mit Alexander Rischer, geführt von Dr. Marianne Wagner, Leiterin Skulptur Projekte Archiv, und Marijke Lukowicz, Abteilung Gegenwart. Das Gespräch findet am Freitag, 21.4., um 16.30 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.




Fr 24. März 2017

NEUER SHUTTLEBUS VERBINDET SCHULE UND MUSEUM – DAS ART MOBIL DES KUNSTMUSEUMS WOLFSBURG

Ein schönes Projekt, dass die einfache Frage, wie bekomme ich Schulklassen ins Museum einfach und wirkungsvoll beantwortet:

Das ART MOBIL steht deutschlandweit beispielhaft für eine konsequente Förderung der Bildungsarbeit durch das Kunstmuseum Wolfsburg. 2002 als Pioniertat gestartet, hat sich das Projekt sowohl quantitativ als auch qualitativ stetig weiterentwickelt und ist zu einer tragenden Säule der Vermittlung sowie zu einem Modell für Nachhaltigkeit in der Bildungsarbeit avanciert. Das neue ART MOBIL trägt diese Idee nach außen.

Film: Christine Gensheimer realisierte den 5-minütigen Animationsfilm „Inside the Art World“, der auch auf der Website des Museums zu sehen ist. s.o.

Das Projekt
Im Oktober 2002 startete das Projekt „Schule und Museum“, das seitdem zigtausend Schülerinnen und Schülern aus dem Braunschweiger Land den Besuch des Kunstmuseums Wolfsburg ermöglicht. Die Initiative der Volkswagen Financial Services in Kooperation mit dem Kunstmuseum Wolfsburg ermöglicht Klassen aller Schulstufen und Schulformen seit inzwischen 15 Jahren einen sicheren und für die Schulen unkomplizierten Weg ins Kunstmuseum Wolfsburg.

Gerade für verkehrstechnisch ungünstig und weiter abgelegene Schulen ist es im Alltag kaum möglich, ohne diesen Bustransfer einen Museumsbesuch zu unternehmen. Das Kunstmuseum Wolfsburg mit seinem Bildungsauftrag wiederum bietet sich als attraktiver außerschulischer Lernort an, um Schülern die seltene Gelegenheit zu geben, Kunstwerke im Original kennenzulernen.

Die Entwicklung
Im November 2003 ist das Busprojekt um die Initiative „Senioren und Museum“ erweitert worden und ermöglicht seither auch Bewohnern verschiedener Einrichtungen wie Wohnstiften und Begegnungsstätten, Exkursionen ins Kunstmuseum zu unternehmen. Gerade für die weniger mobilen älteren Menschen erfüllt ein Besuch mit anschließender Kaffeetafel im Museumsrestaurant neben der kulturellen auch eine sozial wichtige Funktion. Das daraus entwickelte Konzept „Alt und Jung“ ermöglicht einen Erfahrungsaustausch über die Generationen hinweg, indem Schüler der Oberstufe des Gymnasiums Martino-Katharineum als Guides Einführungen in die Ausstellungsthemen übernehmen und sich im Gespräch mit Bewohnern des Augustinums über Kunst und Leben austauschen.

Die Zahlen
Begann man im ersten Jahr mit 10 Wochen Nutzungszeitraum des Busses und erreichte somit jährlich ca. 4.000 Schüler, steigerte sich der stetigen Nachfrage wegen der Nutzungszeitraum auf inzwischen 16 Wochen pro Jahr, so dass die Gesamtzahl seit 2002 bis Mitte März 2017 bei 66.300 Schülerinnen und Schülern liegt.
Hinzu kommen 7.553 Senioren, die von 2003 bis Ende 2016 den Busshuttle in Anspruch nahmen.

Der Bus
Nach 15 Jahren erfolgreicher Kooperation war es an der Zeit, ein neues Zeichen für die Kunst-Kooperation zu setzen, Mit der Agentur DubbelSpäth, die im letzten Jahr das neue Corporate Design des Kunstmuseums Wolfsburg entwickelte, bekommt auch der Bus ein neues Gesicht und wird zum ART MOBIL. Doch beschränkt sich die Veränderung nicht auf die äußere Gestaltung. Die technische Innenausstattung ermöglicht es nun, während der Fahrt einen Film zu zeigen, der die Schülerinnen und Schüler spielerisch auf den Museumsbesuch vorbereitet. Die Künstlerin




Do 23. März 2017

Der Reiz des Kleinen. Naturstudien in Hollands Goldenem Jahrhundert in Berlin

Das das Kupferstichkabinett in Berlin immer mal wieder das Schatzkästchen aufmachen kann, zeigt diese neue Sonderpräsentation in der Gemäldegalerie – Staatliche Museen zu Berlin. Ab dem 21. März bis zum 25. Juni 2017 werden dort Naturstudien aus dem goldenen Zeitalter der Niederlande gezeig.

Im 17. Jahrhundert, in Hollands Goldenem Jahrhundert, erlebte die Kunst der Niederlande eine ungeheure Blüte, auch im Bereich der Naturstudien. Eine Ursache war das große wissenschaftliche Interesse an der Tier- und Pflanzenwelt, an Zoologie und Botanik. Tiere und Insekten aus der Heimat und aus fernen Ländern wurden untersucht und klassifiziert, heimische und exotische Pflanzen in botanischen Gärten kultiviert und wissenschaftlich bearbeitet. Künstler stellten sich in den Dienst der Naturwissenschaften und bemühten sich darum, Tiere und Pflanzen so naturgetreu wie möglich mit Feder und Pinsel abzubilden. Bei aller Exaktheit in der Ausführung: Blumen, Tiere und Schneckengehäuse faszinierten durch ihre Schönheit und dienten in der Kunst folglich auch der Augenlust – der Reiz des Kleinen.

Die Kabinettausstellung in der Gemäldegalerie umfasst ca. 27 Zeichnungen und Druckgraphiken aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts. Das früheste Werk ist eine um 1500 entstandene Miniatur mit Blumen- und Tierbordüren. Hans Verhagen der Stomme aus Antwerpen war ein Vorreiter dieser Bildgattung im 16. Jahrhundert; gezeigt werden einige Blätter aus dem umfangreichen Konvolut von Tierzeichnungen dieses Meisters. Das Hauptaugenmerk liegt auf Blumen- und Insektenbildern der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ausgestellt wird auch Rembrandts berühmte Radierung mit der Darstellung eines aus Ostindien stammenden Schneckengehäuses (Conus marmoreus).

Bildquelle: Sala Lieber, Die Botanikerin, 2017, Zeitgenössische Kunst inspiriert von der großen Naturforscherin, Courtesey Galerie Hoffmann Contemporary ARt, Sala Lieber
Die Präsentation versteht sich als Ergänzung zu der umfangreichen Sonderausstellung „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“, die vom 7. April bis zum 2. Juli 2017 im oberen Ausstellungsraum des Kupferstichkabinetts gezeigt wird.

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Do 23. März 2017

Wunder Roms in Paderborn mit Konstantins Hand

Norddeutschland ist im Frühling ganz in römischer Hand. In Kalkriese zoom man sich in die Antike und in Paderborn ist sogar Kaiser Konstantin zu Gast. Bzw. seine Hand.

Für die große Sonderausstellung „WUNDER ROMs im Blick des Nordens“ (31. März bis 13. August 2017) im Diözesanmuseum Paderborn wurde sie vom Innenhof der Kapitolinischen Museen über die Alpen nach Paderborn transportiert und heute mit höchster Perfektion und Maßarbeit in die Ausstellungsräume gebracht. Dort ist sie dann bis Mitte August zu bewundern. Die 1,70 hohe und 900 kg schwere Hand aus der Zeit um 315 zieht seit Jahrhunderten tausende Romreisende in ihren Bann.

Die Ankunft der Hand Konstantins am 23. Maerz 2017 zur der Wunder Roms Ausstellung im Dioezesanmuseum Paderborn

Bildquelle: Wunder Roms – Aufbau

„Es ist für uns eine große Ehre und ein außerordentlicher Vertrauensbeweis, dass die römischen Kollegen der Kapitolinischen Museen uns dieses Exponat von Weltrang für unsere WUNDER ROMs-Ausstellung ausleihen“, freut sich Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn. Vorausgegangen waren intensive Leihverhandlungen zwischen dem Paderborner und dem Römischen Museum. „Diese wunderbaren Zusagen sind nicht zuletzt auch die Frucht der guten Zusammenarbeit bei unseren vergangenen Ausstellungen, etwa ,CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter‘ 2013 oder ,CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart‘ 2015“, ergänzt Stiegemann.

Die Marmorhand gehörte zu der einst mit Sockel 15 Meter hohen kolossalen Sitzstatue, die Kaiser Konstantin als Zeichen seiner Macht errichten ließ, nachdem er Maxentius 312 n. Chr. in der historisch bedeutsamen Schlacht an der Milvischen Brücke besiegt hatte. In den folgenden Jahrhunderten zerstört und vergessen, gelangten die kolossalen Fragmente, darunter auch der riesige Kopf und der Fuß der Statue, erst 1486 wieder ans Licht. Forschungen haben ergeben, dass die Hand einen Stab hielt, um den sich der Zeigefinger legte. Der heute nach oben ragende und für die Hand charakteristische Finger wurde erst nach der Auffindung ergänzt.

„WUNDER ROMs im Blick des Nordens“ geht mit hochkarätigen Exponaten der Faszination der Ewigen und Heiligen Stadt nach. Auf den Spuren bedeutender Rom-Reisender schlägt sie einen Bogen vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Foto- und Videokunst. Neben der kolossalen Hand Kaiser Konstantins werden u. a. zu sehen sein: der Bronze-Globus des vatikanischen Obelisken, kostbare Reliquiare der Sancta Sanctorum, Zeichnungen und Gemälde etwa von Turner und Rubens, Goethes Lieblingsskulptur – die sogenannte „Ballerina di Goethe“ – sowie die Arbeiten des Foto- und Videokünstlers Christoph Brech, die bislang unbekannte Einblicke in die Vatikanischen Museen geben. Über drei Jahre hinweg war es Brech gestattet, in den Vatikanischen Museen zu fotografieren – auch an Orten, die für die Besucher unzugänglich sind.

 

Die Schirmherrschaft für die Ausstellung haben Gianfranco Kardinal Ravasi, Präsident des päpstlichen Rates für Kultur und Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, übernommen.

 

www.wunder-roms.de




Mi 22. März 2017

Kalkriese – Schnappschuss – Zoom dich in die Römerzeit

Das im Museum Kalkriese, dem Schauplatz der legendären Varusschlacht immer was los ist, ist ja bekannt. Die Museumsleute, die sich mit dem alten Rom beschäftigen haben eine interessante Idee entwickelt, die auch die digitale Gegenwart mit einbezieht.

Es gibt bis zum 5. November 2017 eine Sonderschau „Schnappschuss – Zoom dich in die Römerzeit“ die eine virtuelle Reise in die Vergangenheit bzw. in die Römerzeit erlaubt. Das was man braucht ist ein Handy und viel Lust zum Mitmachen. Die Ausstellung wird in Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim und Tricture gezeigt. Informationen zum Begleitprogramm sind unter www. kalkriese-varusschlacht.de bereitgestellt.

 

Bildquelle: Museum Kalkriese Screenshot zur Ausstellung Schnappschuss – Zoom dich in die Römerzeit

Mitmachen und Gewinnen
Postet euer 3D-Bild aus der Schnappschuss-Ausstellung mit dem #varuskalkriese auf Facebook oder Instagram und gewinnt attraktive Preise!

Und wem das zu wenig interaktiv ist, der kann mit der Broschüre „Rom lebt! Mit dem Handy in die Römerzeit“ kann diese Schnappschüsse noch zu Hause nachvollziehen. Die Broschüre erlaubt sich in die Situationen des Alltags mit dem eigenen Menschen anzureichern. Hands on sozusagen. Diese Broschüre ist liebevoll und kenntnisreich illustriert und es macht viel Spaß diese Momente nachzustellen. Bzw mit zu gestalten. Die Römerzeit wird dann ganz lebendig. Und vielleicht das eigene Zuhause plötzlich ein sehr ruhiger Ort,…

Unterschiedliche Szenen aus dem täglichen Leben werden in Bildern mit überraschendem 3D-Effekt dargestellt, in die der Museumsbesucher sich durch sein eignes Selfie einbringen kann. Er ist aktiver Teilnehmer am römischen Alltagsleben.
Die interaktiven Ausstellung „Schnappschuss – Zoom dich in die Römerzeit“ läuft vom 04. März bis zum 05. November 2017 im Park und Museum Kalkriese.

Bildquelle: Cover der Broschüre Rom lebt!
Mit dem Handy in die Römerzeit
Gaëlle Rosendahl, Sarah Nelly Friedland und Wilfried Rosendahl

€ 9,90 (D) / sFr 9,90 / € 10,20 (A)
48 Seiten, 40 Abbildungen
21 x 21 cm
Klappenbroschur
ISBN: 978-3-945751-78-7




Mi 22. März 2017

Kulturarbeit mal stark – Bergisch Gladbach eröffnet Villa Zanders wieder

Die Modernisierung ist erfolgreich abgeschlossen. Jetzt startet die Museumsarbeit wieder mit einer Ausstellung von Karin Sander. Schön das die kommunalen Entscheidungsträger mal den Mehrwert von einem Museum erkannt haben. 25 Jahre Villa Zanders, mit runderneuertem Haus.
Der Beitrag des WDR ist sehr erhellend, was ein lokales Museum in einer Stadt wie Bergisch Gladbach an wichtiger Kulturarbeit leistet. Glückwunsch allen die mutig mal Kante für die Kultur gezeigt haben. Einfach mal die Augen aufmachen und hineingehen.

Bildquelle: WDR

Link zum Podcast: http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-scala-aktuelle-kultur/audio–jahre-kunstmuseum-villa-zanders-100.html

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Fr 17. März 2017

Kunstfreunde-blog ohne Bilder

Gebt die Bilder frei, oder wie die Macht über Bilder zur Zerstörung von Öffentlichkeit für Kunst führt.
Seit 2008 gibt es den Kunstfreunde-Blog. Er speist sich aus einem guten Netzwerk an Künstler, Institutionen und Informationen, die auch von weiter her auf den Schreibtisch flattern. Die Regel- und Gesetzwirklichkeit für das Internet hat sich in der Zeit stark verändert. Mal als Reflex auf den Schutz der Kreativwirtschaft, ihre Produkte in Form von Bildern, die in die Öffentlichkeit gelangen auch zu honorieren, mal weil es lange wenig Regeln für das Netz überhaupt gab.

 

Alles schön und gut. Dabei ist vielleicht nur in Deutschland ein gefährliches Fahrwasser für Institutionen entstanden, das Abbildungen von Kunst, egal ob vom Künstler zur Verfügung gestellt, oder Eigenproduktion zu einem gewagten Feld macht. Meist war Usus, dass die Berichte über Ausstellungen mit der Zeit unverändert in den jeweiligen Archiv für eine Einsicht auch später, weit nach den Ausstellungen erreichbar waren. Die Diskussion darüber hat in den Social Media bereichen erst begonnen. MartaBlog, Angelika Schoder, Kunstfreunde-Blog.de
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Do 16. März 2017

Kreis Warendorf gelingt spektakulärer Handschriftenkauf – Liesborner Evangeliar kommt nach Hause

Eigentlich sind diese Nachrichten, über eine Rückkauf eines mehr als 1000 Jahre alten Buches sehr selten geworden. Schätze der mittelalterlichen Buchmalerei sind entweder verloren oder längst in großen Sammlungen und Museen der Welt verteilt. Solche seltenen Bücher im Privatbesitz gibt es nicht mehr.
Bildquelle: Kreis Warendorf, Front des Liesborner Evangeliars

Eines der letzten wurden jetzt auf dem freien Markt angekauft. Das Liesborner Evangeliar, dass schon lange in Privatbesitz war, konnte jetzt auf der TEFAF in Maastricht für den Kreis Warendorf angekauft werden. Landrat Olaf Gericke war schon mehr als 2 Jahre mit der aktuellen Besitzerin des Evangeliars, der amerikanischen Kunsthändlerin Sandra Hindman in Verhandlungen. Nun ist der Rückkauf des Evangeliars perfekt.
Mit dem Evangeliar kommt ein nationaler Kulturschatz wieder zurück nach Deutschland.
Die mehr als 1.000 Jahre alte Handschrift wurde in Liesborn geschrieben. Die Prachthandschrift lag üblicher Weise während der Messliturgie auf dem Altar der Abtei Liesborn. Die Abtei war bis zu ihrer Auflösung eine der bedeutensten in der Region und darüber hinaus. Daher war die Handschrift, Luxus, Pracht aber auch Spiegel der eigenen Bedeutung. Mit der Säkularisation wurde es 1803 an einen Privatsammler verkauft und verlies Liesborn für immer.
Im Jahr 1987 tauchte es dann bei Christies auf einer Auktion auf, konnte aber nicht zurückerworben werden, da ein amerikanischer Privatsammler mehr Geld bot.
Und nun ist es gelungen diesen Schatz nach Hause zu holen.
Das wertvolle Buch wird nicht nur eines der wichtigsten und bedeutensten Exponate in dem renommierten Museum Abtei Liesborn sein, es wird dort auch die Geschichte rund um das Buch neu erzählt. Liturgie, Bedeutung des Klosters, Wirtschaftsfaktor, politische Institution und bedeutender Lehrort für den Nachwuchs, das war die Abtei Liesborn über 1.000 Jahre.
Glückwunsch für diesen Erfolg an alle Beteiligten!

Bildquelle: Museum Abtei Liesborn

Der Rückkauf, über den der Kreistag des Kreises Warendorf noch abstimmen muss wurde von vielen Sponsoren möglich gemacht: Der Rückkauf für rund drei Mio. Euro wird durch das Engagement der Sparkasse Münsterland Ost, dem Sparkassenverband Westfalen-Lippe, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Land Nordrhein-Westfalen, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder, der Kunststiftung NRW, der Rudolf-August Oetker-Stiftung, dem Bistum Münster und dem Verein der Freunde und Förderer des Museums Abtei Liesborn e.V. ermöglicht. (Quelle: Kreis Warendorf)




Do 9. März 2017

Wolfsburg zeigt Hans op de Beeck

Im April wird es duster in Wolfsburg – könnte man meinen, wenn man die Ankündigungen des Kunstmuseums Wolfsburg zur kommenden Retrospektive des Multimediakünstlers Hans op de Beeck sieht.
Die Ausstellung Out of the Ordinary, die am 9.4.2017 startet und bis zum 3.9.2017 läuft ist nichts für schwache Nerven.
Die Settings sind dunkel und unheimlich. Hier möchte man nicht alleine unterwegs sein. Aber die Figuren die zum Teil angedeutet sind, oder sich in ihrem Tun zu verlieren scheinen geben auch keine Wärme und Sicherheit. Alles Psychopathen oder was, könnte man sich fragen.
Es wird gesammelt, man ist mit den Augen in der Dunkelheit unterwegs. Und durch die feine und kluge Lichtregie erscheint so manche Unterführung in Echt schon wie ein anheimelnder Ort, im Kontrast zu op de Beecks Arbeiten.
Die Retrospektive als Gesamtkunstwerk: Auf mehr als 2200 Quadratmetern in und um die große Ausstellungshalle mitsamt ihrer Empore können die Besucher des Kunstmuseums Wolfsburg eintauchen in die faszinierende Kunst-Welt von Hans Op de Beeck. Und das macht die Faszination aus. Es ist nicht ein überschaubarer Bildausschnitt auf 90 x 80 cm sondern lebensgroß und daher auf Augenhöhe mit dem Betrachter. Also nichts für schwache Nerven.




Di 7. März 2017

Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes in Berlin

Am 7. April startet eine Sonderausstellung des Kupferstichkabinetts – Staatliche Museen zu Berlin und des Städel Museums, Frankfurt am Main zum Thema „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ in Berlin im Kupferstichkabinett.

Aus Anlass des 300. Todestages von Maria Sibylla Merian (2. April 1647-13. Januar 1717) zeigen das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Städel Museum, Frankfurt am Main 2017 eine gemeinsame Ausstellung, die sich der naturgeschichtlichen Blumen- und Pflanzendarstellung in Zeichnung und Druckgrafik vom 15. bis zum 18. Jahrhundert widmet.

Maria Sibylla Merian – Naturforscherin, Kupferstecherin und Blumen- und Insektenmalerin – steht im Zentrum dieser Präsentation. Die Ausstellung verfolgt anhand von rund 150 Werken von Merian, ihren Vorläufern, Zeitgenossen und Nachfolgern die vielfältigen künstlerischen Ausdruckformen in der Darstellung von Blumen und naturkundlicher Bildthemen. Merian aus Frankfurt gebürtig reiste als Frau von 1699 bis 1701 in Südamerika und war Pionierin in der Insektenforschung. Sie beschrieb und zeichnete die Metamorphose des Schmetterlings und legte damit Standarts die lange Zeit gültig waren.

Die Themen, die eher aus einem beginnenden wissenschaftlichen Interesse gespeißt wurden sind bis heute interessant und zeigen die Sorgfalt, die technische Meisterleistung und die Schönheit der beobachteten Natur.
Merian wird auch heute als Vorbild für Forscherinnen immer wieder zu recht zitiert und künstlerisch in Szene gesetzt. Die ungarische Künstlerin Sala Lieber z.B. hat eine Siebdruckreihe von 70 Farbunikaten 2017 mit dem Titel „Botanikerin“ aufgelegt, die Merian als Vorbild einer „starken Frau“ zum Ausgangspunkt nimmt und dann die Tätigkeit der Wissenschaftlerin und Künstlerin zur Inspirationsquelle für ihre Arbeiten nimmt.

Bildquelle: Sala Lieber, Die Botaniker, Siebdruck 2017, 100 x 70 cm, Farbunikat, Courtesy Galerie Hoffmann Contemporary Art

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