KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Mi 6. September 2017

KARL MARX‘ PERSÖNLICHES KAPITAL

Vor genau 150 Jahren – im September 1867 – erschien in Hamburg der erste Band „Das Kapital“ von Karl Marx. Heute ist das zentrale Werk des bedeutenden Denkers UNESCO-Weltdokumentenerbe. Es zählt neben der Bibel zu den auflagenstärksten Büchern der Welt und zugleich zu den einflussreichsten und meist diskutierten. „Das Kapital“ spielt im kommenden Jahr auch eine wichtige Rolle in der großen Landesausstellung KARL MARX 1818 – 1883. LEBEN. WERK. ZEIT. Zu den Highlight-Exponaten gehören handschriftliche Notizhefte, in denen Marx seine Materialsammlung und Ideen für „Das Kapital“ festhielt, sowie sein persönliches und mit Anmerkungen versehenes Exemplar der Erstausgabe. Die Landesausstellung wird anlässlich des 200. Geburtstags des großen Gelehrten vom 5. Mai bis 21. Oktober 2018 in zwei Museen in Trier gezeigt und beschäftigt sich als erste kulturhistorische Ausstellung umfassend mit Marx‘ Leben, seinen bedeutenden Werken und dem vielfältigen Wirken in seiner Zeit.

Bild: Gemälde Sitte, Karl Marx

160 Notizhefte füllte Karl Marx während seines Londoner Exils bei seinen regelmäßigen Besuchen der Bibliothek im British Museum mit seinen Exzerpten, Ideen und Skizzen für „Das Kapital“. Fünf dieser Hefte mit unterschiedlicher Thematik, die im Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam aufbewahrt werden, kommen im nächsten Jahr als Leihgabe ins Rheinische Landesmuseum Trier, wo in der Ausstellung „Leben. Werk. Zeit.“ der intellektuelle wie politische Werdegang von Marx nachgezeichnet wird. Die Hefte, die auch Zeichnungen und eingeklebte Zeitungsartikel enthalten, vermitteln anschaulich, wie Marx arbeitete. Schließlich verlangt das epochale Werk nicht nur den Lesern viel Geduld ab, es forderte auch den Autor heraus. Dieser quälte sich sehr, als er an dem Manuskript arbeitete. Das belegt ein Brief, den Marx am 19. Januar 1867 an seinen Freund Friedrich Engels schrieb: „Ich kann mich auf den 2. Band […] um so weniger einlassen, als ich nach Erscheinen des ersten meiner Gesundheit wegen Pause machen […] muß…“ Notizen und eigene Vermerke zur geplanten englischen Übersetzung zieren dazu Marx‘ Handexemplar des Buches, das ebenfalls aus dem Internationalen Institut für Sozialgeschichte Amsterdam stammt und auch im Landesmuseum zu sehen sein wird.

Im Stadtmuseum Simeonstift Trier, das unter dem Titel „Stationen eines Lebens“ das bewegte Leben von Karl Marx beleuchtet, spielt „Das Kapital“ eine zentrale Rolle in der biografischen Einbettung: Der Stadt Manchester, die für Marx die Hinwendung zu ökonomischen Studien bedeutete, wird eine eigene Station gewidmet. In der Anschauung der dortigen Produktionsbedingungen wurde der Grundstein für die Analysen in „Das Kapital“ gelegt. Die große Ausstellungsabteilung zu Marx‘ Leben in London wird sich ausführlich der Arbeit an dem zentralen Werk widmen. Zu besichtigen sind dort auch Ansichten der Bibliothek des British Museum, wo Marx einen Großteil seiner Arbeitszeit verbrachte.

Bereits ab dem 6. September 2017 nähert sich eine Ausstellung in Hamburg dem berühmten Werk aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Schau „Das Kapital“ im Museum der Arbeit in Hamburg spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks im 19. Jahrhundert über die widersprüchliche Rezeption im 20. Jahrhundert bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum und Armut.

Weitere Informationen unter www.karl-marx-ausstellung.de

HINTERGRUND

Anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx widmet sich die große Landesausstellung in seiner Geburtsstadt Trier in zwei Museen den vielen Facetten von Marx als Mensch und Analytiker. Das Rheinische Landesmuseum Trier beleuchtet unter dem Titel „Leben. Werk. Zeit.“ Karl Marx und sein Jahrhundert. Auf rund 1.000 m² Ausstellungsfläche wird der intellektuelle wie politische Werdegang von Marx nachgezeichnet. Die Ausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier „Stationen eines Lebens“ beleuchtet auf knapp 600 m² das bewegte Leben von Karl Marx, das 1818 in Trier seinen Anfang nahm. Der Rundgang verfolgt den Lebensweg von Marx‘ Kindheit bis zum Exil in London, wo er mehr als die Hälfte seines Lebens verbrachte und im Jahr 1883 starb. Die Landesausstellung nimmt das Jubiläum nicht nur zum Anlass des Erinnerns, sondern will auch die Aktualität der Marxschen Theorien hinterfragen.




Mi 6. September 2017

Kunst x Kuba. Zeitgenössische Positionen seit 1989

Ab dem 8. September 2017 bis zum 18. Februar 2018 zeigt das Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen die Ausstellung Kunst x Kuba. Zeitgenössische Positionen seit 1989.

Von kaum einem Land auf der Welt existieren im kollektiven Bildgedächtnis so intensive Bilder, die von Lebensfreude, Freiheit aber auch von gesellschaftlichen Herausforderungen und Krisen geprägt sind. Die Ausstellung Kunst x Kuba. Zeitgenössische Positionen seit 1989, die vom 8. September 2017 – 18. Februar 2018 im Ludwig Forum für Internationale Kunst zu sehen ist, untersucht die faszinierenden Bildwelten, die zeitgenössische kubanische Künstler in ihren Arbeiten präsentieren. Diese Werke werden Arbeiten aus der Sammlung Ludwig gegenübergestellt, die eines der größten und auch ersten Konvolute zeitgenössischer kubanischer Kunst in Europa beinhaltet, vorwiegend entstanden in den 1980er- und 1990er-Jahren. Kunst x Kuba. Zeitgenössische Positionen seit 1989 ist die bis dato größte Präsentation mit zeitgenössischer kubanischer Kunst in Deutschland. Gezeigt werden rund 150 Kunstwerke von mehr als 70 KünstlerInnen.

Repräsentative Auswahl heutiger KünstlerInnen
Die Zusammenführung der Kunstwerke aus Kuba o.k. wird um zwei Kontexte erweitert: Zum einen werden die Werke der historischen Ausstellung durch weitere kubanische Arbeiten der Sammlung Ludwig ergänzt, die in späteren Jahren erworben wurden. Diese Gegenüberstellung bietet nicht nur einen „Zwischenstand“ hinsichtlich der künstlerischen Entwicklung Kubas, sondern beleuchtet darüber hinaus auch die Metaebene der Ankaufsstrategien des Sammlerpaars Ludwig. Ein weiterer, deutlich größerer Kontext besteht in der Ergänzung von heutigen kubanischen Werken (u.a. von KünstlerInnen wie Yoan Capote, Ariamna Contino, Susana Pilar Delahante, Felipe Dulzaides, Adrián Fernández Milanés). Die Gegenüberstellung und Auswahl der neu hinzukommenden Werke wird durch den Ko-Kurator der Ausstellung, den kubanischen Künstler und Kunsthistoriker Antonio Eligio (Tonel) mitgestaltet, der einer der profiliertesten Kenner der kubanischen Kunst ist und die Entwicklung der dortigen Kunstszene über viele Jahre intensiv erlebt hat. Er hat bereits die Düsseldorfer Ausstellung als Ko-Kurator mitverantwortet.
Die Zusammenführung dieser drei Ausstellungsteile zu Kunst x Kuba. bietet folglich einen vertiefenden Einblick in die Entwicklung der bildenden Kunst auf Kuba und ihrer Rezeptionsgeschichte innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte – einer Zeit, die einerseits geprägt war von einschneidenden wirtschaftlichen Veränderungen und den damit verbundenen sozialen Herausforderungen und die andererseits die permanente Überwindung dieser Krise eingeübt hat.




Fr 1. September 2017

Friedlieb Ferdinand Runge – Preis für unkonventionelle Kunstvermittlung 2017

Der von der Stiftung Preußische Seehandlung alle zwei Jahre ausgelobte Friedlieb Ferdinand Runge – Preis für unkonventionelle Kunstvermittlung ist von dem Juror Matthias Flügge (Rektor der Hochschule für Bildenden Künste Dresden) für das Jahr 2017 dem Kölner Kunsthistoriker und Kunstvermittler Dr. Stefan Kraus aus Köln zuerkannt worden.

Mit dem Friedlieb Ferdinand Runge – Preis für unkonventionelle Kunstvermittlung zeichnet die Stiftung Preußische Seehandlung Persönlichkeiten aus, die als Künstler oder als „Anstifter“ die Kunst und Kultur im deutschsprachigen Raum auf außergewöhnliche Weise bereichert und geprägt haben. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro soll den mit dem Preis Ausgezeichneten die Realisierung neuer Projekte ermöglichen helfen. Der Preis wurde zu Ehren von Eberhard Roters (1929 – 1994), dem Gründer und langjährigen Direktor der Berlinischen Galerie, von der Stiftung Preußische Seehandlung im Jahr 1994 errichtet und ist nach dem Chemiker und Künstler Friedlieb Ferdinand Runge (1794 – 1867) benannt.

Die Begründung des Jurors lautet: „Seit mehr als 25 Jahren ist Stefan Kraus mit Kunstvermittlung befasst. Zuerst im Kölnischen Kunstverein, dann seit 1991 im Kölner Erzbischöflichen Diözesanmuseum, das als Institution seit 2004 Kolumba heißt. Ein Ort der Kunst der ganz auf die Gegenwart von Werken vertraut und auf die ästhetischen und geistigen Kräfte setzt, die allein aus ihrer konzentrierten Wahrnehmung entspringen können. Vermittlung ist im Verständnis von Stefan Kraus das Hervorrufen des „ästhetischen Augenblicks“ als einer nur der Kunst möglichen Erkenntnisform, die er als „existenzielle Erfahrung von Menschlichkeit“ beschreibt. Didaktik, Erklärungen oder sprachliche Vergegenwärtigungen können diesen an Werk und Raum und Zeit gebundenen Augenblick nicht ersetzen. Dass das Kolumba auf Spektakel und hohe Besucherzahlen erheischende Events ebenso verzichtet wie auf Audioguides und Texttafeln resultiert aus dieser Haltung. Dazu gehört auch, dass ästhetische Bildung als notwendige Bedingung von Humanität früh beginnen muss und nie abgeschlossen sein kann. Kraus hat sein komplexes Verständnis von den aktuellen Aufgaben des Museums in eindrucksvollen Texten dargelegt.“

Herzlichen Glückwunsch




Mo 28. August 2017

Stifterkreis kauft Kulturgut zurück – Liesborner Evangeliar zurück an seinen Bestimmungsort

Das Liesborner Evangeliar ist über 1000 Jahre alt und gehörte zum Besitz des Stiftes und späteren Benediktinerklosters Liesborn. Heute gehört Liesborn zur Gemeinde Wadersloh im Münsterland in Nordrhein-Westfalen.
Das Kloster ist seit 1803 aufgelöst und das wertvolle Buch kam seit 1826 immer wieder in den Handel. Mehrere renommierte Handschriftensammler nannten die ottonische Handschrift, die noch komplett erhalten ist ihr eigen.
Bereits vor 30 Jahren versuchten der damalige Museumsleiter Dr. Bennie Priddy und der damalige Landrat Dr. Wolfgang Kirsch die Handschrift zu erwerben. Vergeblich.
Seit 2015 bestand wieder die Möglichkeit die wertvolle Handschrift als bedeutendes deutsches Kulturgut eingestuft zurück zu erwerben.

Bild: Carsten Bender, Kreis Warendorf, Gruppenbild aller Stifter

Der Bund, das Land NRW, der Kreis Warendorf, verschiedene private und öffentliche Stiftungen, das Bistum Münster und die Sparkassen vor Ort und im Münsterland mühten sich diesmal zusammen und so konnte die Kaufsumme von über 3 Millionen Euro aufgebracht werden.
Auch der Kaufprozess zog sich hin, aber am 28. August 2017 konnte das fast Din A 4 große Buch nun der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Fast 1000 Menschen waren bei dem Festakt anwesend, als der amtierende Landrat Dr. Olaf Gericke das „Buch“ präsentierte.
Das eindrucksvolle Alter und der top Erhaltungszustand sind beeindruckend. Auch die Geschichte der Handschrift, die in karolingischen Minuskel von drei Schreibern verfasst wurde ebenso. 85 Rinderhäute mussten für die benötigte Menge an Pergament besorgt werden. In einem Scriptorium im Rheinland wurde das Buch geschrieben und nach Liesborn gebracht. Die kulturprägende Abtei hütete diese und weitere Handschriften, bestückte das Buch im 15ten Jahrhundert mit dem noch vorhandenen Einband und musste mit seiner Auflösung 1803 auch das Buch ziehen lassen.

Grafik: Kreis Warendorf, Die Reise des Liesborner Evangeliars

Gut dokumentiert sind die Stationen in seiner 200jährigen Wanderschaft.

Die Handschrift wird nach dem Umbau des Museums Abtei Liesborn dort dauerhaft präsentiert werden. Bis dahin wird es nur bei besonderen Anlässen öffentlich gezeigt werden. Zu einzigartig, zu kostbar und jetzt wieder „zu Hause“ angekommen, wie alle Beteiligten unisono meinten.
So wird das Museum Abei Liesborn auf die Landkarte der westfälischen Museen, von einem Regionalmuseum zu einem Leuchtturm der Kultur.
Und wie so eine Handschrift sich auf die Reise macht, wurde bereits vom Kreis Warendorf, dem Träger des Museums schön in einem Film festgehalten:




Di 22. August 2017

Kunstverein Bielefeld zeigt Facetunes

Der Kunstverein Bielefeld meldet sich aus der Sommerpause zurück und lädt zu seiner nächsten Ausstellungseröffnung ein. Unter dem Titel FACETUNES wird ab dem

26. AUGUST  eine Gruppenausstellung mit Beiträgen von Paolo Cirio, Kate Cooper, Albrecht Fuchs, Thomas Hirschhorn, Annette Kelm, Oliver Laric, Birgit Megerle, Michaela Meise und Britta Thie gezeigt.

Das natürliche Gesicht ist bis heute ein Zeichen von Individualität, persönlichem Ausdruck und Wahrhaftigkeit. Die Gesichtserkennung hat sich als Standard biometrischer Verfahren und der visuellen Datenanalyse etabliert. Gleichzeitig löst sich dieses echte Abbild des menschlichen Antlitz im Zeitalter von digitaler Bildbearbeitung, 3D-Scans und Renderings endgültig auf. Das »Face« wird zur »Surface«, die individuellen Merkmale algorithmisch geglättet. Kein soziales Netzwerk und keine Nachrichten-App, die nicht nach einem Profilbild verlangen. Denn die Bedeutung des eigenen Gesichts entsteht erst im Gegenüber des Anderen.

Das Gesicht steht zugleich in enger Verbindung zu einer politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe. Gesichter bestimmen die Medien, sie beeinflussen Meinungen und Haltungen. Wir können unser Gesicht zeigen, aber auch verlieren. Dem Bekenntnis zum offen getragenen Gesicht, steht eine Kultur der Verschleierung und Verpixelung gegenüber.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich »FaceTunes« mit den aktuellen Bedingungen des Gesichts und seiner bildlichen Darstellung innerhalb der zeitgenössischen Kunst. Präsentiert werden unter anderem Videos, Fotografien, Malerei und Zeichnungen bis hin zu Installationen und Objekten. Die Ausstellung fragt nach der bedeutenden Rolle des Porträts in der heutigen Zeit ebenso wie nach der zunehmenden Akzeptanz künstlicher Gesichter. Sie entwickelt Betrachtungsmöglichkeiten auf das menschliche Gesicht, die über traditionelle Vorstellungen des Porträts, das Verhältnis von Gesicht und Maske oder einen Selfie-Boom hinausgehen. »FaceTunes« möchte unter Mitwirkung zeitgenössischer KünstlerInnen das Gesicht als vielstimmiges Medium im Spannungsfeld von Gesichtlichkeit und Gesichtslosigkeit untersuchen.

 

Zur Ausstellung erscheint eine 32-seitige Broschüre (Deutsch-Englisch) mit weiterführenden Texten von Judith Heßler und Thomas Thiel (ISBN 978-3-941735-40-8). Laufzeit der Ausstellung vom 26.08 bis zum 05. NOVEMBER 2017




Di 22. August 2017

Kunstmuseum Wolfsburg zeigt Loop

Kunst in der Endlosschleife könnte man sagen. Das Kunstmuseum Wolfsburg hat sich dem Loop gewidmet.

Der Loop ist allgegenwärtig – ob in der Musik, der Videokunst oder in Hotellobbys und Wohnzimmern, wo auf Monitoren Kaminfeuer endlos flackern oder Fische im Aquarium vorbeiflirren … Zugleich ist der geschlossene Kreislauf, die Endlosschleife, spätestens seit der Antike ein Topos der Kulturgeschichte, Alchemie und Philosophie. Mit „Never Ending Stories“ präsentiert das Kunstmuseum Wolfsburg erstmals eine formal und inhaltlich, räumlich sowie zeitlich breit angelegte, interdisziplinäre Recherche zum Phänomen der Endlosschleife in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte. Das Kreisen in geschlossenen Systemen spannt sich vom alt-ägyptischen Ouroboros – der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt – bis zu zeitgenössischen Multimedia-Installationen und kennzeichnet, das macht seine besondere Bedeutung aus, in der menschlichen Psyche zugleich Traum und Trauma. Der eigens für die Ausstellung entwickelte Architekturparcours auf der Empore und in der großen Halle des Kunstmuseums Wolfsburg ermöglicht neben zahlreichen mentalen Rotationen auch räumlich-körperliche Erfahrungen des Loops.

Die Künstler
Adel Abdessemed, Abramovic/Ulay, Francis Alÿs, Rosa Barba, Robert Barta, Thomas Bayrle, Max Beckmann, Joseph Beuys, Michel Blazy, Etienne-Louis Boullée, Marcel Broodthaers, Philip Corner, Julio Cortázar, Attila Csörgö, Salvador Dalí, Wim Delvoye, Jan Dibbets, Marcel Duchamp, Thomas A. Edison, Maurits Cornelis Escher, Juan-Esteban Fassio, Omer Fast, Léon Ferrari, Sandra Filic, Robert Filiou, Fischli/Weiss, Robert Fludd, Frank B. Gilbreth, Douglas Gordon, Rodney Graham, Max Grau, Anton Henning, Seikô Hirata, James Joyce, William Kentridge, Athanasius Kircher, Ragnar Kjartansson, Kraftwerk, Yayoi Kusama, Stanley Kubrick, Claude-Nicolas Ledoux, Tim Lewis, Sarah Lucas, Michael Maier, Matthäus Merian d. Ä., Robert Müller, Juan Muñoz, Eadweard Muybridge, Bruce Nauman, OMA, Nam June Paik, Giambattista della Porta, Barbara Probst, Markus Raetz, Bridget Riley, Peter Roehr, Raymond Roussel, Erik Satie, Markus Schinwald, Gregor Schneider, Richard Serra, Schunsô Shôju, Nedko Solakov, Daniel Spoerri, Gertrude Stein, Donna Summer, Roland Topor, Salla Tykkä, Günther Uecker, Andy Warhol u. a. m.

 

Die Ausstellung NEVER ENDING STORIES – DER LOOP IN KUNST, FILM, ARCHITEKTUR, MUSIK, LITERATUR
UND KULTURGESCHICHTE läuft vom 29.10.17 – 18.2.18

Der Katalog
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Grundlagenwerk in deutscher und englischer Ausgabe, herausgegeben von Ralf Beil, das das vielseitige Thema ebenso grundsätzlich wie wissenschaftlich beleuchtet und darüber hinaus Werkkommentare zu den Exponaten der Schau versammelt. 13 eigens für das Katalogbuch erstellte Essays von Aleida Assmann, Jan Assmann, Ralf Beil, Norbert Bolz, Claudia Dillmann, Michael Glasmeier, Lars Jaeger, Joachim Kalka, Stefan Klein, Peter Kraut, Niklas Maak, Peter Sloterdijk und Franziska Stöhr treffen auf Werktexte von Stephanie Lovász und Michael Schultze sowie Quellentexte von Étienne-Louis Boullée, Julio Cortázar, Johann Wolfgang von Goethe, Kraftwerk, Friedrich Nietzsche, Platon und Simon Reynolds. Der Katalog, gestaltet von Eggers + Diaper, erscheint im Hatje Cantz Verlag. Die Hardcover-Publikation umfasst 360 Seiten mit rund 650 Abbildungen und kostet im Museumshop 45 €




Di 22. August 2017

MIRÓ – Welt der Monster im Max Ernst Museum Brühl

Joan Miró (1893-1983) gehört zu den bedeutendsten und populärsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein Werk bietet ein faszinierendes Spektrum bildnerischer Mittel, die durch ihre Vielfalt und Erfindungskraft beeindrucken.

Unter dem Titel „MIRÓ – Welt der Monster“ stellt die Ausstellung im Max Ernst Museum Brühl des LVR vom 3. September 2017 bis zum 28. Januar 2018 das weniger bekannte plastische Schaffen des weltberühmten in Barcelona geborenen Malers, Grafikers und Bildhauers in den 1960er- und 70er-Jahren heraus. In dieser Zeit entstanden zahlreiche, aus Fundstücken und ausgedienten Gegenständen kombinierte Figuren, die anschließend in Bronze gegossen wurden. Einige von ihnen sind farbig bemalt und wirken wie seinen sprühend-bunten Gemälden entsprungen. Für Miró bevölkern sie eine „wahrhaft traumhafte Welt lebender Monster“. Rund 40 bis zu drei Meter hohe Bronzeplastiken bilden das Herzstück der Ausstellung, die insgesamt 67 Werke umfasst. Sie stehen in unmittelbarem Dialog mit ausgewählten Gemälden, Arbeiten auf Papier und einer Tapisserie und erlauben verblüffende Einblicke in das auf alle Gattungen übergreifende Schaffen des Künstlers.

Die Ausstellung „MIRÓ – Welt der Monster“ entsteht exklusiv in Zusammenarbeit mit der Fondation Marguerite et Aimé Maeght im südfranzösischen Saint-Paul-de-Vence, die über eine der größten Sammlungen der bildhauerischen Arbeiten Joan Mirós verfügt. Laufzeit vom 3.9.-21.1.2018

Bild: Max Ernst Museum Brühl

Miró 2.0

Joan Miró ging es um eine „Kunst für alle“ mit einer direkten und offenen Bildsprache. Die Ausstellung greift diesen Gedanken auf und überführt ihn in unser digitales Zeitalter. Eigens dafür entwickelte das Max Ernst Museum in Zusammenarbeit mit dem Cologne Game Lab (CGL) der Technischen Hochschule Köln die Puzzle-App „Mirós Monster“. Ähnlich wie Miró für seine Plastiken Alltagsgegenstände gesammelt und zusammengestellt hat, können Besucher mit der Augmented-Reality-App per Smartphone Aufkleber scannen, damit 3D-Objekte sammeln, zu einem virtuellen Monster ergänzen, farblich bearbeiten und ein Selfie machen.

Begleitend zur Ausstellung erscheint außerdem ein Katalog mit einer weiteren interaktiven App. Damit ist erstmals auch die vollständige räumliche Betrachtung einiger darin abgebildeter Kunstwerke möglich. Elf ausgewählte Plastiken können mit der App „Miró 360°“ virtuell umrundet und in ihrer Materialität erkundet werden.




Fr 28. Juli 2017

Lechner Museum Ingolstadt öffnet seine Tore

In der ersten Ausstellung nach dem Tod des Künstlers im Februar 2017, ANFANG UND KEIN ENDE (18. Mai bis 17. September 2017) im Lechner Museum Ingolstadt
geben zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle, darunter Landschaften, Interieurs bis hin zu großen abstrakten Kompositionen, Einblick in Sichtweisen und Wirklichkeitserfahrungen des Künstlers. Zum ersten Mal im Lechner Museum zu sehen sind Zeichnungen vom Anfang seiner künstlerischen Laufbahn, die seine späteren monumentalen Skulpturen kaum vermuten lassen. Frühe kleinformatige Zeichnungen aus den Jahren 1945/46 werden dem zeichnerischen und skulpturalen Spätwerk des Künstlers (2000-2012) gegenübergestellt. Dies zeigt auf spannende Art und Weise, wie Lechner es vermochte innere Emotion nicht nur in stimmungsvollen Landschaftszeichnungen festzuhalten, sondern auch die gleiche emotionale Intensität in den fast ein halbes Jahrhundert später entstandenen abstrakten Zeichnungen und Skulpturen zu transportieren. Komplettiert wird die Heraushebung vom frühen Anfang und Ende im Grafischen Werk Lechners durch die letzte realisierte Skulpturengruppe Würfelschnitte 2014. Lechner hat bis zu seinem Tod dieses Jahr an weiteren Modellen zu Skulpturen der Werksgruppe der
Würfelschnitte gearbeitet. Die Werkschau wird kuratiert von Alf Lechners Sohn, Daniel McLaughlin. Daniel McLaughlin widmet sich nach seiner Galeristentätigkeit in New York und
seinen Jahren im Managementteam der Kunstmesse Art Basel jetzt der Aufarbeitung des Nachlasses von Alf Lechner und unterstützt den Arbeitsauftrag der Alf Lechner Stiftung. Weiterlesen »




Di 25. Juli 2017

Martin Gropius Bau zeigt Regina Schmeken Blutiger Boden

Regina Schmeken begann im Frühjahr 2013 die Tatorte des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) zu fotografieren, eine Verbrechensserie rechtsradikaler Terrorist*innen inmitten deutscher Städte. In der Serie geht es ihr um das Gedenken an die Ermordeten sowie um die Auseinandersetzung mit Orten, die auf den ersten Blick keinerlei Spuren einer Gewalttat aufweisen. Zwischen 2013 und 2016 besuchte die Fotografin mehrmals die zwölf Tatorte in Deutschland. Es entstand ein Zyklus großformatiger Schwarz-weiß-Fotografien, die eindrücklich wirken und die Geschehnisse gleichsam mit bildnerischen Mitteln aufarbeiten. Fast alle Opfer waren türkischer Herkunft, sie wurden auf dem Boden liegend in ihrem Blut gefunden, brutal hingerichtet von rechtsradikalen Terrorist*innen.

Regina Schmeken – Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU
29. Juli bis 29. Oktober 2017, Martin Gropius Bau, Berlin




Di 25. Juli 2017

Sommerfest im Museum der Westküste

Am kommenden Donnerstag, 27. Juli 2017, feiert das Museum Kunst der Westküste seinen 8. Geburtstag. Zu jeder der drei aktuell laufenden Ausstellungen wird über den Tag verteilt zu „Kunst-Gedankengängen“ eingeladen, die besondere künstlerische, meditative, forschungsrelevante oder kuratorische Aspekte in den Blick nehmen. Bei den Kunst-Gedankengängen wird etwa das von Regine Ramseier in der Ausstellung Pure Nature Art aus Pusteblumen geschaffene Werk „Windstille“ unter Einbettung von in der Soziologie und Psychologie geläufigen Begriffen wie „Resonanz“, „Bewußtheit“ und „Innehalten“ befragt. An anderer Stelle in der Schau wird der Blick auf das Werk des britischen Künstlers David Nash gelegt, indem Dr. Sabine Schlenker, Kuratorin des MKdW, aus ihrer Zeit als Assistentin des Bildhauers erzählt. Die Kuratorin der Ausstellung Pure Nature Art selbst, Dr. Katrin Hippel, gibt wiederum am Vormittag ihre persönlichen Erlebnisse während der Vorbereitungszeit und des Aufbaus der Schau preis und unterhält sich am Nachmittag mit Ihnen über Alkersumer Pferdehaar als Material für das Kunstwerk von Christiane Löhr. Auch vor den Gemälden und Grafiken des Niederländers Jopie Huisman wird Halt gemacht: In einem Gespräch zwischen Direktorin Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen und der aus der Nähe von Huismans Heimatort Workum stammenden, nun auf Föhr lebenden Niederländerin AnneClaire Loogman vom Hoftel, wird der Frage nachgegangen, warum der Künstler eigentlich in dem Nachbarland so bekannt ist. Und wir sind mit Rosen bewappnet und laden die erwachsenen Besucher ein, ihrem Glück auf die Spur zu kommen… und am Ende am besten noch einen von fünf tollen Preisen zu gewinnen. Die Kinder begeben sich in einer Rallye als Kunstdetektive auf den Weg durch die Ausstellung Pure Nature Art. Auch auf sie warten in einer Preisverlosung Überraschungsgeschenke. Herzliche Einladung zu diesem besonderen Tag in der Geschichte des noch jungen Museum Kunst der Westküste, von der übrigens Katrin Petersen, die seit der Eröffnung des Hauses im Jahr 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin im MKdW ist, in ihrem Kunst-Gedankengang besonders viel zu erzählen weiß.

Bild Plakat des Sommerfestes

▪ sommerfest: 8. geburtstag Museum kunst der westküste

Donnerstag, 27. Juli, 10.00 bis 17.00 Uhr

▪ Vorschau: „reload! Tracht – kunst – Mode“ / 17. September 2017 bis 7. Januar 2018

Donnerstag, 14. September 2017, 12.00 Uhr: Presserundgang

Samstag, 16. September 2017, 17.30 bis 20.00 Uhr: eröffnung

sonntag, 17. September, 10.00 bis 17.00 Uhr / 13.30 Uhr: erster ausstellungstag + Artist Talk