KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Sa 4. Februar 2017

HAUS DER PHOTOGRAPHIE HAMBURG zeigt SHIFTING BOUNDARITES

Grenzen erfahren, erkennen und aktiv oder passiv mit ihnen umgehen – das ist ein Phänomen, das nicht nur gegenwärtig die Situation in Europa kennzeichnet. Wie kann man sich der europäischen Geschichte nähern und die ständigen und komplexen Veränderungen in Europa begreifen? Das Thema »Shifting Boundaries« nimmt Bezug auf diese Trennungs- bzw. Teilungslinien und fordert dazu auf, unseren Blick sowohl auf geographische, sozio-kulturelle als auch auf psychologische Schranken zu richten. In ihren Essays thematisieren die Fotografen historische und aktuelle Grenzverschiebungen und urbane Veränderungen und setzen sich mit Wahrnehmungsprozessen und Digitalisierung auseinander.

Vom 3. März bis 1. Mai 2017 zeigt das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg die fotografischen Essays von zwölf herausragenden jungen europäischen Fotografinnen und Fotografen zum Thema »Shifting Boundaries«. Die Künstler sind ausgewählte Teilnehmer der dritten Runde des European Photo Exhibition Award (epea), einem Gemeinschaftsprojekt der Körber-Stiftung mit drei weiteren europäischen Stiftungen. Die Fotografen kommen aus neun europäischen Ländern. Aus dem deutschsprachigen Raum nehmen Jakob Ganslmeier aus Bielefeld, Robin Hinsch aus Hamburg sowie die in Wien lebende Fotografin Christina Werner an dem Projekt teil. Das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg und die Körber-Stiftung bieten ein Begleitprogramm zur Ausstellung an.

Ausgewählt wurden die Fotografen von Ingo Taubhorn, Kurator des Hauses der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, dem norwegischen Fotografen Rune Eraker, dem Soziologen und Kurator Sérgio Mah aus Portugal sowie dem künstlerischen Leiter des italienischen Photolux Festivals in Lucca, Enrico Stefanelli. Die vier Kuratoren haben die Fotografen bei der Erarbeitung ihrer fotografischen Kommentare begleitet.

Die Präsentation im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ist die dritte Station der europäischen Wanderausstellung, die über Paris und Lucca nach Hamburg führt und in Oslo ihren Abschluss findet.

SHIFTING BOUNDARITES – EUROPEAN PHOTO EXHIBITION AWARD 03 . 3. MÄRZ – 1. MAI 2017
HAUS DER PHOTOGRAPHIE/DEICHTORHALLEN HAMBURG

KÜNSTLERListe
Arianna Arcara (I), Pierfrancesco Celada (I), Marthe Aune Eriksen (NOR), Jakob Ganslmeier (D), Margarida Gouveia (P), Marie Hald (DK), Dominic Hawgood (GBR), Robin Hinsch (D), Ildikó Péter (HUN), Eivind H. Natvig (NOR), Marie Sommer (FRA) und Christina Werner (AUT)

KURATOREN
Rune Eraker (freier Fotograf und Kurator, Norwegen)
Sérgio Mah (Soziologe und Kurator, Portugal)
Enrico Stefanelli (Kurator und künstlerischer Leiter Photolux Festival, Lucca, Italien)
Ingo Taubhorn (Kurator Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, Deutschland)

ÜBER DEN EUROPEAN PHOTO EXHIBITION AWARD (epea)
Der European Photo Exhibition Award ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hamburger Körber-Stiftung und der Stiftungen Fondazione Banca del Monte di Lucca (Italien), Fundação Calouste Gulbenkian (Portugal) und Fritt Ord (Norwegen). Ziel von epea ist, die verschiedenen Sichtweisen herausragender junger europäischer Fotografen auf gesellschaftlich relevante Themen zu präsentieren und einen innereuropäischen Dialog anzuregen. Die vergangenen zwei Ausgaben des European Photo Exhibition Award zu den Themen »European Identities« und »The New Social« zogen mehr als 175.000 Besucher in vier Städten an.




Do 2. Februar 2017

Fremdvertraut. Aussensichten auf die Schweiz – Fotoprojekt

Das ist mal ein Thema, dass vielleicht so auch nur in einem „überschaubaren “ Land denkbar ist. Die Schweiz will sich nicht mehr auf Postkarten Bergpanoramen beschränken lassen. Das Idyll ist dann vielleicht doch zu wenig für die Alpenrepublik. Spektakuläre Bergpanoramen, ländliche Idyllen oder ursprünglich wirkende Porträts liessen sich erfolgreich vermarkten und lieferten einen wichtigen Beitrag zur nationalen Identität.

Bildquelle: Plakatausschnitt Fremd vertraut

Sie führten aber auch zur Inflation und Erstarrung des entsprechenden Bildrepertoires. Schweiz Tourismus, die nationale Agentur für Landeswerbung, hat sich anlässlich ihres 100-Jahr-Jubiläums zu einem ungewöhnlichen Projekt entschlossen, um das Potenzial der Fotografie neu auszuloten. Unter der Regie von Fotostiftung Schweiz (Winterthur) und Musée de l’Elysée (Lausanne) wurden fünf international renommierte Fotografen eingeladen, die Schweiz als unabhängige, subjektive und sensible Beobachter zu befragen – frei von jedem Werbeauftrag. Was Alinka Echeverría (Mexiko / UK), Shane Lavalette (USA), Eva Leitolf (Deutschland), Simon Roberts (UK) und Zhang Xiao (China) auf ihren Reisen ins Landesinnere oder entlang der Grenze gesehen haben, ist inspirierend und aufschlussreich. Ihre lustvollen, poetischen oder rätselhaft-hintergründigen Bilder laden dazu ein, das Vertraute mit fremden Augen neu zu sehen.

Eine Initiative der Fotostiftung Schweiz, koproduziert mit dem Musée de l’Eysée und unterstützt von Schweiz Tourismus. Ausstellung im Musée de l’Elysée, Lausanne: 25. Oktober 2017 bis 7. Januar 2018. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei Lars Müller Publishers.




Do 2. Februar 2017

Kunstausstellung SELFLESS STATE in Bonn Bad Godesberg

Seit vielen Jahren ist der Künstler Ren Rong um den künstlerischen Austausch zwischen Deutschland und China bemüht. In seinen eigenen Räumen, der Villa Friede, die er zu einem großen Ausstellungszentrum ausgebaut hat, werden immer wieder interessante Kunstpositionen gezeigt. Die neue Ausstellung ist mit 无我ä境 – SELFLESS STATE betitelt und zeigt zwei chinesische Künstler: LI XIANGQUN & WANG YIGANG

 

Bildquelle: Cover der Ausstellung 无我ä境 – SELFLESS STATE

Beide Künstler werden anwesend sein. Der Prof. Li Xiangqun ist als Direktor der Lu Xun Academy of Fine Arts, Shenyang, ein auch in der Volksrepublik China bekannter Künstler, so dass es wieder ein besonderes Kunstevent sein wird, wenn am Sonntag den 12. Februar 2017 ab 16:00 Uhr Die Ausstellung 无我ä境 – SELFLESS STATE eröffnet wird.

Es sprechen

Ren Rong
Kunstraum Villa Friede

Prof. Li Xiangqun
Direktor der Lu Xun Academy of Fine Arts, Shenyang, China

Prof. Dr. Beate Reifenscheid
Direktorin des Ludwig Museums Koblenz
Kurator

Die Künstler sind anwesend.

Kunstraum Villa Friede | Mainzer Str. 141-143 | 53179 Bonn

 

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Mi 1. Februar 2017

Kunstverein Bielefeld zeigt moderne Baukunst aus China

In der alle zwei Jahre stattfindenden Ausstellungsreihe »Baukunst« zeigt der Bielefelder Kunstverein mit ZAO/standardarchitecture einen wichtigen Vertreter der chinesischen Architekturszene.

Das Büro wurde im Jahr 2001 von Zhang Ke gegründet und ist inzwischen wegweisend in den Bereichen Architektur, Landschaftsgestaltung, Planung und Produktdesign tätig. Mit einem breiten Spektrum realisierter Projekte wie dem Novartis Campus Gebäude in Shanghai, den Umbauten enger Hutong-Wohnhöfe in Peking und touristischen Gebäuden in Tibet, hat sich ZAO/standardarchitecture zu einem kritischen und zu einem der innovativsten Protagonisten in der neuen Generation chinesischer ArchitektInnen entwickelt. Ihre Arbeit bildet einen Kontrapunkt zum asiatischen Hochgeschwindigkeitsurbanismus.

Bildquelle: ZAO/standardarchitecture, Niang’ou Boat Terminal, Tibet, 2007 – 2017, Photo: Wang Ziling, Courtesy of ZAO/standardarchitecture

Das sichtbare Interesse an der umgebenden Landschaft drückt sich auch in der Verwendung ortsüblicher Materialien und sozialen Anspruch der räumlichen Interventionen aus. Neben internationalen Ausstellungsbeteiligungen wie der Architekturbiennale Venedig in 2016, wurden Arbeiten und Essays von Zhang Ke weitreichend in Fachmagazinen und Verlagen publiziert. ZAO/standardarchitecture erhielt bereits zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen wie zuletzt den Aga Khan Preis für Architektur 2016.

ZAO/standard- architecture
营造 Yíng Zào

ERÖFFNUNG: FREITAG, 10. Februar, 19 UHR

ARCHITEKTENGESPRÄCH: SAMSTAG, 11. Februar, 15 UHR

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Do 26. Januar 2017

INTERNATIONAL LIGHT ART AWARD 2017 in Unna – wer gewinnt?

Am 21. April 2017 wird der Gewinner des International Light Art Award (ILAA) bekannt gegeben. Anlässlich dieses mit 10.000 € dotierten Preises findet im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna eine festliche Verleihung statt. Rund 300 Konzepte aus über 40 Ländern wurden eingereicht und von einer international besetzten Fachjury unter dem Vorsitz von Keith Sonnier begutachtet. Als Finalisten wurden Tilman Küntzel (D), Satoru Tamura (J) sowie das Duo Vroegop/Schoonveld (NL) ausgewählt, deren speziell für das Museum angefertigten Arbeiten am selben Abend das erste Mal vor Publikum gezeigt werden. Einen Tag später, ab dem 22. April, werden die Kunstwerke im Rahmen eines Familienfestes der breiten Öffentlichkeit präsentiert und bis zum 4. September ausgestellt.

 

Bildquelle: Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna
 
In Tilmann Küntzels Installation zeichnet sich das Licht von 40 flackernden Glühbirnen eines großen, auf dem Boden liegenden Kristall-Kronleuchters als spektralfarbene, tanzende Bewegung an den Wänden und der Decke ab. Seine Audiovisuelle Rauminszenierung mit Lüster füllt den Raum nicht nur mittels Leuchtkraft, sondern auch mittels akustisch wahrnehmbarer Schaltgeräusche, die durch Fehlschaltungen entstehen.
 
Das holländische Künstler-Duo Vroegop/Schoonveld ist für seine Installation ECHO, turning the light around nominiert. 200 rotierende Lampen mit einem schwarzweiß karierten Muster bilden die Form eines Unendlichkeitszeichens. Durch die Bewegung des Lichts entsteht ein fließender Strom, der den Blick von außen nach innen leitet. Das Konzept der begehbaren Lichtskulptur rekurriert auf eine taoistische Meditationsweise und ist in ihrer reduzierten Form auch ein Echo auf die minimalistische Kunst.
 
Die Kunstwerke des japanischen Multimedia-Künstlers Satoru Tamura basieren auf dem Thema der „Vernichtung der Bedeutung“, um Werke von puren, reinen Ideen, ohne Symbolcharakter zu kreieren. So auch Point of Contact for Unna, das, um es einfach zu sagen, ein offener und übergroßer elektrischer Schalter ist. Satoru Tamura definiert Licht nicht als Technologie, sondern als Phänomen. Elektrizität fließt, Lichter gehen an.
 
Zur internationalen Fachjury zählen Gregor Jansen (Kunsthalle Düsseldorf/D), Pedro Cabrita Reís (Bildhauer/Installationskünstler/PT), Jurgen Bey (Designer/NL), Andreas Muxel & Martin Hesselmeier (Preisträger ILAA 2015, A/D) und Christina Kubisch (Installationskünstlerin/D). Den Juryvorsitz hat Keith Sonnier (Künstler/USA).
 
Die Initiatoren
Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna
Das weltweit einzige Museum, das spezialisiert ist auf die Präsentation von Lichtkunst, wurde 2001 gegründet. Es vereint in den zehn Meter unter der Erde gelegenen Kühl- und Lagerräumen der ehemaligen Lindenbrauerei die wichtigsten internationalen Positionen der Lichtkunst. Ein Großteil der Lichtkunstinstallationen wurde eigens für die Räume vor Ort geschaffen, darunter sind Werke von James Turrell, Christian Boltanski, Ólafur Elíasson, Rebecca Horn, Joseph Kosuth, Brigitte Kowanz, Mischa Kuball, Christina Kubisch, Mario Merz, François Morellet, Jan van Munster, Stefan Reusse und Keith Sonnier.

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Do 12. Januar 2017

Deichtorhallen mit einer Hommage an Hanne Darboven

Hanne Darboven ist eine der international bedeutendsten Künstlerinnen, die sich mit ihren Werken in einer von Männern dominierten internationalen Konzeptkunst-Szene etablierte. Bekannt ist Darboven vor allem für ihre Zeit und Raum umfassenden Schreibarbeiten und den daraus resultierenden seriellen Blattfolgen, die mit Zahlenreihen, Schrift und später auch mit Bildmaterial gefüllt sind und oftmals durch dreidimensionale Objekte ergänzt werden. Darbovens raumübergreifende Installationen funktionieren wie kompensierende Zeitspeicher, die tausend und abertausende von Jahrhundertdaten in eine greifbare Form bringen. Ihr Werk wird somit zum Inbegriff für GEPACKTE ZEIT.

Hanne Darboven in ihrem Studio
Courtesy Galerie Crone, Berlin

Bildquelle: Hanne Darboven in ihrem Studio 1987/1988. Courtesy Galerie Crone

Einen besonderen Stellenwert in der Ausstellung nimmt die exemplarische Großarbeit Kinder dieser Welt ein, die sich über eine ganze Etage des Sammlungsgebäudes erstrecken wird. Anhand zahlreicher dokumentarischer Materialien wie frühe Konstruktionszeichnungen, Architekturmodelle, Briefe und Recherchematerialien wird es erstmals möglich sein, die Entstehungsgeschichte des Werkes Welttheater aus dem Bestand der Sammlung Falckenberg umfassend nachzuvollziehen – von der Inspirationsquelle bis zur vollständigen Ausformulierung in verschiedenen Medien und Ebenen der Darstellung.

Die Ausstellung legt einen weiteren Schwerpunkt auf den Dialog ausgewählter Arbeiten Hanne Darbovens mit Arbeiten von Künstlerfreunden wie Carl Andre, Sol LeWitt und Lawrence Weiner sowie weiteren Exponaten der Sammlung Falckenberg unter anderem von Vito Acconci, John Baldessari, Fiona Banner, John Cage, Sophie Calle, Guy Debord, Oyvind Fahlström, Richard Hamilton, Mike Kelley, Imi Knoebel, Olaf Nicolai und Ed Ruscha. Darüber hinaus gewährt die Ausstellung anhand von Künstler- und Tagebüchern Hanne Darbovens sowie Filmen einen außergewöhnlichen Einblick in die Werkentwicklung Darbovens und ihre Verbindung zu ihrem künstlerischen Umfeld insbesondere der Konzeptkunst der New Yorker Zeit und bestätigt darüber den großen Einfluss Hanne Darbovens auf internationaler Ebene.

Parallel zum Auftakt der Ausstellung in der Sammlung Falckenberg eröffnet die Hanne Darboven Stiftung das Dokumentationszentrum Am Burgberg. Es ist eine der Aufgaben der Hanne Darboven Stiftung, den Nachlass von Hanne Darboven an ihrem einstigen Schaffens- und Wirkungsort Am Burgberg in Rönneburg (Hamburg-Harburg) aufzubereiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erstmals werden an diesem Ort dokumentarische Materialien ergänzend zur Ausstellung zu sehen sein.

HANNE DARBOVEN
GEPACKTE ZEIT
25. FEBRUAR – 3. SEPTEMBER 20167
SAMMLUNG FALCKENBERG/DEICHTORHALLEN HAMBURG

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Do 12. Januar 2017

Pieter Hugo. Between the Devil and the Deep Blue Sea in Wolfsburg

Wenn vom 19. Februar bis zum 23. Juli 2017 dasKunstmuseum Wolfsburg die Ausstellung „Pieter Hugo. Between the Devil and the Deep Blue Sea“ zeigt, geht es um das Verständnis der Welt, bzw. wie Menschen zusammen agieren, oder in Worten der Macher: Was trennt uns und was verbindet uns?

Bildquelle: Bild 1: Pieter Hugo, Zeng Mei Hui Zi, Beijing, aus der Serie „Flat Noodle Soup Talk”, 2015-2016, c-print. © Pieter Hugo, Priska Pasquer, Köln.

Der südafrikanische Fotograf Pieter Hugo, geboren 1976 in Johannes­burg, geht diesen Fragen in seinen Porträts, Stillleben und Landschaftsbildern mit besonderer Prägnanz nach. Erstmals in Deutschland zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg mit 254 Fotografien eine institutionelle Einzelausstellung des Künstlers, der weit über sein Land und seinen Kontinent hinaus Bedeutung hat. Aufgewachsen im postkolonialen Südafrika, wo er 1994 das offizielle Ende der Apartheid erlebte, hat Hugo ein feines Gespür für soziale Dissonanzen. Sensibel bewegt er sich mit seiner Kamera durch alle sozialen Schichten, nicht nur in seiner Heimat, sondern auch in Ruanda, Nigeria, Ghana, China oder den USA. In seinen soziokulturellen Gesellschaftsporträts erfasst Pieter Hugo die sichtbaren Spuren und Narben gelebter Biografien sowie erlebter Landesgeschichte.

Seine Fotografien sind hierarchielos und zollen jedem den gleichen Respekt. Mehr Künstler als Anthropologe oder Dokumentarist, verfügt Hugo über eine prägnante Bildsprache, mit der er einerseits betont neutral und andererseits empathisch den „Augenblick des Zulassens freiwilliger Verletzlichkeit“ (Pieter Hugo) einfängt und so Porträts von eindringlicher Direktheit und Lebensnähe schafft. Nicht selten steht diese Menschlichkeit im Kontrast zur Härte der sozialen Realität, die die Menschen umgibt. Ganz in diesem Sinne wirken Pieter Hugos Stillleben und Landschaftsaufnahmen bisweilen wie gesellschaftliche Kommentare oder Metaphern und geben seinem Gesamtwerk eine aufklärerische Dimension.

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Do 5. Januar 2017

Cranach im Lutherjahr in Düsseldorf

Lucas Cranach der Ältere im Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Warum Cranach? Weil der Meister zu den bedeutendsten Malern der Deutschen Renaissance zählt, aber auch weil ein enger Freund Martin Luthers war. Und nebenbei auch noch die nachfolgenden Künstlergenerationen über Jahrhunderte stark beeinflusst hat.Und daher heißt die Schau auch: Cranach. Meister – Marke – Moderne.

Bildquelle: Plakat der Ausstellung

Die Ausstellung folgt den Spuren Cranachs bis in die Kunst der Gegenwart und Moderne. Arbeiten von Pablo Picasso, Marcel Duchamp, Alberto Giacometti, Otto Dix, Andy Warhol oder Martial Raysse zeigen, welchen Einfluss Cranachs Bildsprache auf führende Wegbereiter der Moderne ausgeübt hat.

Neueste kunsttechnologische Forschungen und Archivrecherchen geben faszinierende Einblicke in die tägliche Praxis des bedeutenden und produktivsten deutschen Malers im 16. Jahrhundert. Cranachs Gemälde zeugen von einem immensen Spektrum innovativer Bildlösungen und völlig neuartiger Bildthemen, die der enge Weggefährte Martin Luthers im Spannungsfeld unterschiedlicher Glaubensvorstellungen entwickelte und die sich innerhalb kürzester Zeit über den europäischen Kontinent verbreiteten.
Rund 200 Werke aus internationalen Museen und Sammlungen, darunter das Metropolitan Museum of Art in New York, die National Gallery in London, das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, das Museum der Bildenden Künste in Budapest sowie das Nationalmuseum Stockholm, werden zum Höhepunkt der Lutherdekade 2017 in der Düsseldorfer Ausstellung zusammengeführt. Zu sehen sind hochkarätige Exponate wie die lebensgroße „Venus“ aus St. Petersburg, Christus und die Ehebrecherin aus Budapest und der sogenannte Prager Altar, dessen weitverstreute Teile für die Laufzeit der großen Schau in Düsseldorf vereint werden. Weitere bedeutende Tafelbilder, Zeichnungen und Drucke dokumentieren die maßgebliche Rolle Cranachs bei der Verbreitung der Reformation und sein geschicktes Agieren im Dienste der bedeutendsten fürstlichen Auftraggeber des 16. Jahrhunderts. In Gegenüberstellung mit Werken von Albrecht Dürer, Hans Holbein dem Jüngeren, Jacopo de´Barbari und Lorenzo Costa dem Älteren untersucht die Ausstellung Cranachs Position im Netzwerk der Künstler seiner Zeit.

Laufzeit der Ausstellung 8.4.bis 30.7.2017

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Fr 23. Dezember 2016

Alles Gute für 2017 und Frohe Weihnachten

Die Kunst und die Kreativen waren dieses Jahr wieder toll in Form und wir freuen uns auf das kommende Jahr. Ein schöner Weihnachtsgruß aus den Institutionen, die mal ganz nebenbei zeigen was unser kultureller Schatz und wie reich unser abendländisches kulturelle Erbe ist, kam vom Royal Museums of Fine Arts of Belgium Brussels. Europa ist mehr als Wirtschaft und die Abwesenheit von Krieg untereinander. Die Menschen sind vielfältig und bunt und bereichern einander. Friede, Liebe und Offenheit:

Danke nach Belgien und Danke an alle Leserinnen und Leser.
Frohe Weihnachten!




Mi 21. Dezember 2016

Magritte in Frankfurt

In Frankfurt wird ab dem 10. Februar eine Überblicksausstellung über den genialen Surrealisten René Magritte gezeigt. Seit 20 Jahren mal wieder. Die letzten großen Schauen fanden in Belgien und Frankreich statt. 2017 jährt sich der Todestag von Magritte zum 50ten Mal, deshalb haben auch die Belgier auch wieder große Ausstellungen in Planung.

Bildquelle: Plakat Frankfurt, Schirn

Magritte gehört zu den Schlüsselfiguren der Malerei des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu den von den Pariser Surrealisten um André Breton postulierten Methoden von Traum und Automatismus wurzelt Magrittes einzigartige Bildsprache in der spezifischen Ausprägung des belgischen Surrealismus, der eine dialektische Methode und wissenschaftliches Denken forderte.

Der Ausdruck „dumm wie ein Maler“, der Ende des 19. Jahrhunderts zum gängigen Sprachgebrauch gehörte, verdeutlicht die philosophisch begründete Auffassung, dass die Poesie über der Malerei, die Worte über den Bildern stehen. Magritte wollte diese Hierarchie nicht akzeptieren. Zeitlebens forderte er die Anerkennung des geistigen Wertes seiner Kunst und verfolgte das Ziel, seine Malerei zuerst auf die Stufe der Poesie und schließlich auf die der Philosophie zu erheben. Mit quasi wissenschaftlichem Anspruch verlieh der Künstler seiner Bildsprache die Objektivität eines Vokabulars. Seine Motive, wie etwa Pfeife, Apfel, Hut, Kerze, Vorhang, Flamme, Schatten oder Fragment treten in seinen Gemälden in unterschiedlichen Kombinationen und Sinnzusammenhängen wiederholt auf. Magritte malte Bilder, deren Sinn sich dem Betrachter universell aufdrängen sollte. Er verstand seine Malerei als Gleichung, bei der er jedem Bild die Lösung eines „Problems“ zuschrieb und dabei einem dialektischen Prinzip folgte. In dem in der Ausstellung präsentierten Gemälde La Condition humaine (So lebt der Mensch) (1935) befasst er sich etwa mit dem Problem Fenster, indem er Innen und Außen, Gesehenes und Verborgenes, Natur und Kultur von Landschaft und Bild miteinander verbindet. Von Gemälde zu Gemälde zeichnet sich so seine Vorstellungswelt ab, die aus Gegensatzpaaren wie dem Natürlichen und Künstlichen, dem Innen und Außen, dem Trieb und der Vernunft besteht.

 

„Magritte. Der Verrat der Bilder“. Eine Ausstellung organisiert von dem Centre Pompidou, Musée national d’art moderne, Paris, in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt.  Laufzeit vom 10. FEBRUAR – 5. JUNI 2017

Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen Hohen Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck und von Seiner Majestät dem König der Belgier.

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