KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Sa 13. Februar 2010

Tobias Rehberger – Flach in Frankfurt

Das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt in seiner neuen Ausstellung  „Tobias Rehberger – flach. Plakate, Plakatkonzepte und Wandmalereien“ Kunst des Lokalmatadoren.

Rehberger ist Professor für Bildhauerei an der Städelschule in Frankfurt am Main und Preisträger des Goldenen Löwen der Biennale von Venedig von 2009. Kommunikation ist schon lange sein künstlerisches Thema, also ist es fast konsequent, dass sich die Abteilung Buchkunst und Graphik des Museums für Angewandte Kunst  mal dem Plakatwerk  von Tobias Rehberger gewidmet hat.

Dem Hoheits- und Eigentumsrecht von Wirtschaftsunternehmen auf Bildpräsenz in der Öffentlichkeit stellt Rehberger dasjenige der Kunst und dem dazugehörigen Spiel mit Konventionen entgegen.

Tobias Rehberger entwirft zudem eigens für diese Ausstellung mehrere Plakate, die den Stadtraum in einen gut besuchten Ausstellungsraum und den potentiellen Konsumenten in Teilnehmer an einem Kunstereignis verwandeln. Neben den Plakaten sind auch neue Wandmalereien und Tapeten des Künstlers zu sehen. Indem Tobias Rehberger Wandmalereien in der Produktionsweise an die Ökonomie von Tapeten angleicht – die Wandmalereien sollen so teuer wie Tapeten sein – strebt er eine Annäherung zwischen der exklusiven Einmaligkeit einer Wandmalerei und der Erschwinglichkeit der Tapeten aufgrund ihrer seriellen Produktion für Jedermann an.

Werden darüber hinaus Tapeten als Bilder für Innenräume auf Plakate als Bilder für Außenräume bezogen, wird deutlich, dass uns Tobias Rehberger entlang der Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum die Frage stellt, ab wann aus Bildern im Zeitalter der Massenkommunikation Kunst werden kann und wie sich dann diese Besonderheit erklärt.




Fr 12. Februar 2010

Benefizaktion der Galerie Gruppe 10 in Bielefeld – Jetzt Lose kaufen

Große Kunst für einen guten Zweck: Die Bielefelder Galerie Gruppe 10 verlost ein Bild des renommierten russischen Fotokünstlers Vasilij Cesenov zugunsten eines sozialen Projekts in Bielefelds russischer Partnerstadt Nowgorod.

Benefizveranstaltung und Vernissage beginnen am Samstag, 20. März 2010, um 19 Uhr in der Galerie Gruppe 10 im ehemaligen Kreiswehrersatzamt an der Hans-Sachs-Straße 4 (Eingang im Hof).

Insgesamt werden 100 Kunstlose à 10 Euro verkauft. Wer von der Glücksfee am 20. März gezogen wird, der hat für zehn Euro ein Kunstwerk im Wert von mehreren tausend Euro gewonnen – und die 99 anderen Loskäufer haben ein gutes Werk getan.

Lose sind vom 20. Februar an in der Galerie Gruppe 10 erhältlich (Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr und jederzeit nach telefonischer Absprache unter 0171-5852552). Oder über den Online-Shop.

Im Rahmen des abendfüllenden Programms mit Saxophon-Musik von Andreas Kaling und fachlicher Einführung in Vasilij Cesenovs Werk durch Dr. Torsten Voss (Universität Bielefeld), wird der Bielefelder Spitzenkoch Lars Reddemann russische Köstlichkeiten servieren. Anmeldungen zu der Benefizveranstaltung im Internet unter www.gruppe10.net – über die SHOP-Seite.

Auch wenn hier zu Lande jeder und jede den Schnee satt hat, zeigen die Bilder des gebürtigen Kirgisen Vasilij Cesenov wie schön Eis sein kann oder angereichertes Eis.

Er friert frische Blumen auf dem Höhepunkt ihrer Blüte ein und fotografiert sie, erhellt von natürlichem Sonnenlicht. Unter dem Titel “Eiskalt 2010″ stellt der 52-Jährige neue Arbeiten seit dem 16. Januar und bis zum 20. April 2010 in der Galerie Gruppe 10 aus.

Cesenov ist nicht nur in Russland als Künstler bekannt. Auch in Deutschland und dem Rest von Europa hat er einen Namen, u.a. sind Arbeiten vom ihm in der Galerie Saatchi in London vertreten.

Wie Cesenov arbeitet wird am Entstehungsprozeß von “Eiskalt 2010″ deutlich. Blüten sammelt er überall dort, wo sie ihm auffallen: bei Nachbarn im Garten, auf Feldern, in Parks oder in Blumengeschäften. Bei der Auswahl spielt nur die Schönheit eine Rolle. Um die Blumen gefroren in ihrer kühlen Schönheit einfangen zu können, hat auch seine Familie ein Nachsehen. Da viele Serien den heimischen Kühlschrank belegen.

Etwa zwölf Stunden beträgt der Zeitraum, in dem er den optimalen Moment finden muss, um eine Eisblume im Bild festzuhalten. Den richtigen Zeitpunkt darf er nicht verpassen, denn die Eiskristalle verändern sich permanent und können die Blüte zerstören. Seit mehr als fünf Jahren experimentiert Cesenov für die “Eiskalt erwischt”-Serie. Und um das perfekte Bild zu schießen, kommt es nicht nur auf die Schönheit der Blumen an. Auch die Optik der Eisschichten will der Künstler beeinflussen und gestalten.

Wenn die Eisstruktur stimmt und die Blume optimal blüht, holt Cesenov sie aus dem Kühlfach und hält sie ins Sonnenlicht. Hier kommt der ostwestfälische Winter als Schwierigkeit ins Thema. “Sonnenlicht ist in Bielefeld manchmal ein Problem, weil die Sonne hier so selten scheint.” Dann dreht er die Eisblume so ins Tageslicht, dass sie die gewünschte visuelle Wirkung erzielt. 30 bis 40 Fotos schießt Cesenov mit seiner Canon 5D pro Motiv. Und ein Bild ist dann nach seiner Vorstellung perfekt. Wert legt er auf die Feststellung, dass seine Werke nicht mit Photoshop bearbeitet werden.

Hier ein kleiner bildlicher Eindruck:




Do 11. Februar 2010

Ist Kunst Karneval oder ist Karneval Kunst oder ist beides eine Idee im virtuellen Raum?

Es ist Karneval, es ist die fünfte Jahreszeit und draussen schneit es. Es sind ein paar befrackte und bemütze Menschen auf den Straßen. Wenige die sich vor die Tür trauen? Gut, dass der Straßenkarneval erst jetzt anfängt und für die meisten in Zelten, Gebäuden oder Festsäalen stattfindet.

Sonst ist nichts. In der Galerie hängt noch eine schöne Ausstellung, die Sammler haben sich entschuldigt oder für die kommenden Wochen angekündigt. Es passiert nichts, es ist Karneval, Fastenzeit für Kunst oder wie soll man das da draussen nennen.

Egal, ich geniesse die ruhige Zeit, probiere den neu gekauften Objektkasten aus und freue mich über den königlichen Luxus des Kunstgenusses in seiner prallen Fülle. So hat alles seine Zeit auch der Genuss und ich finde Karneval und Kunst passen hervorragend zueinander. Fünf tolle Tage nur die Kunst, keine Verkaufsgespräche, keine Termine für Lieferungen, nur Schauen und sich freuen. Auch das kann Kunst: Ruhe geben, Zwiesprache, wenn man möchte und einfach strahlend und heiter sein, wo sonst Wetter oder Jahreszeit ist.




Do 11. Februar 2010

Retrospektive Roger Melis in Berlin

Bröckelnde Fassaden und regennasse Pflasterstraßen, selbstbewusste Arbeiter, stille, misstrauische Bauern, Halbstarke auf dem Rummel und Kohlenträger in der Rauchpause, Ehrenwache haltende Tauben, verträumte Kinder, melancholische Dichter und provokante Künstler – Roger Melis ist ein Chronist und genauer Beobachter der ostdeutschen Lebenswelt, der seine Umgebung jenseits von Propaganda und staatlich gelenktem Fotojournalismus en détail zu lesen vermag.

Das Berliner C/O Berlin, International Forum For Visual Dialogues, präsentiert vom 6. März bis 2. Mai 2010 die Ausstellung Roger Melis.  Melis ist ein aufmerksamer Flaneur. Sein Credo ist die Gewissenhaftigkeit.

Bildquelle: Roger Melis, C O Berlin

Roger Melis ist einer der bedeutendsten Vertreter des ostdeutschen Fotorealismus. Seit Anfang der sechziger Jahre entstanden seine schlichten, meisterhaften Porträts von Schriftstellern und bildenden Künstlern, seine Arbeiterreportagen, Landschaftsaufnahmen und Modefotografien. Ob berühmte Intellektuelle wie Anna Seghers, Heiner Müller, Christa Wolf, Robert Havemann und Sarah Kirsch oder unbekannte Bauern und Arbeiter – jedem Porträtierten begegnet Roger Melis mit dem gleichen, zurückhaltenden Respekt. Durch seine abwartende Art öffnen sich die Menschen vor der Kamera, so dass Skepsis und Selbstachtung, Resignation und Mut unmittelbar sichtbar werden. Roger Melis blickt nüchtern und kritisch auf eine desillusionierte Gesellschaft, jedoch mit großer Zärtlichkeit für all die Nicht-Helden des Alltags.

C/O Berlin ehrt den im Herbst 2009 verstorbenen Fotografen mit einer ersten Retrospektive in seiner Heimatstadt Berlin. Die Ausstellung umfasst ca. 200 Fotografien – im Fokus stehen seine Bilder aus der DDR, Städteporträts von Paris und London und noch nie gezeigte Reportagen aus Moskau und Polen, die in den 1960er Jahren entstanden sind.




Fr 5. Februar 2010

Robert Mapplethorpe die Dritte

Schmunzeln ist wohl das Beste, was man oder frau machen kann, wenn einige wenige Medien versuchen, das moralische Entsetzen über den Inhalt der Robert Mapplethorpe-Retrospektive im NRW-Kunstforum zu inszenieren.

Bis heute ist der Mann, seine Kunst und sein Leben sicher für manche Menschen ein Skandal, aber für ganz viele eben nicht mehr, man kann vorurteilsfrei auf seine Kunst schauen und die angemessene und schöne Präsentation vom NRW-Kunstforum tut ein übriges, die Bilder so zu begreifen wie sie sind.

Kunst und Ästhetik. Die eigenen Gedanken oder Wünsche oder Ängste oder was auch immer machen vielleicht nicht jeden Menschen frei von Vorstellungen die skandalös sind, aber das ist kein Problem der Schau.

Und es ist ja auch keine Verkaufsausstellung, in der man was kaufen muß,…

Wollen wir hoffen, dass der geschürte Volkszorn ausbleibt.




Do 4. Februar 2010

Robert Mapplethorpe im NRW-Forum ein Selbsttest

Es ist schon etwas eigenartig, wenn man den Skandalbildern der 80er Jahre gegenübersteht und feststellt, dass der damalige Tabubruch heute weniger Emotionen schürt. Oder anders gesagt, die Bilder sind trotz ihres manchmal deutlichen Gehalts hoch ästhetisch und tolle Kunst.

Kunst der Fotografie die durch das Interesse und das Können von Robert Mapplethorpe für die Ewigkeit festgehalten werden konnte. Die Ausstellung Robert Mapplethorpe – Retrospektive im NRW-Forum ist wirklich sehenswert, wenn man Freude daran hat, schön präsentiert, Vorurteilsfrei seine Bilderwelt kennen zu lernen.

Die eher kleinformatigen schwarz-weiß Bilder sind wunderbar präsentiert und immer brilliant, egal ob das Motiv einen Anspricht oder nicht. Große fotografische Kunst. Schön auch, dass die Ausstellungsmacher sich nicht gescheut haben, alles was interessant, spannend und ehemals skandalträchtig war zu zeigen. Auch wenn der Hinweis mit dem Jugendschutz der Preis ist. Aber das souveräne Umgehen mit den Diskussionen im Vorfeld beweißt, dass hier Ausstellungsmacher am Werk sind, die wissen wie man eine tolle Ausstellung macht und sich das nicht kleinmachen lassen.

Männliche Körper und ganz viele Blumen. Mal jemand der dazu steht, dass das menschliche Leben vom geliebt werden wollen in jeder Distanzstufe beherrscht wird. Sex sells ok, aber warum auch nicht. Das die Ausstellung noch deutlich mehr ist, werden hoffentlich viele Besucherinnen und Besucher bestätigen können. Jedenfalls der Selbsttest anlässlich der Pressevorbesichtigung ist geglückt.

Hier ein paar Eindrücke der Schau die noch bis zum 15. August 2010 zu sehen ist. Alle Fotos Jörg Pruss, Düsseldorf




Mi 3. Februar 2010

Ed Ruscha in München – Haus der Kunst

Das Haus der Kunst in München zeigt ab dem 11. Februar 2010 die Ausstellung Ed Ruscha (gesprochen: Ru-shay, wie der Künstler mit der Einladungskarte zu einer Einzelausstellung 1973 in London klarstellt).

Bildquelle:  Haus der Kunst München, ed ruscha, photo © danna ruscha

Die Münchner zeigen eine umfassende Retrospektive. Mit seinen Motiven greift Ed Ruscha (geb. 1937 in Nebraska) hinein in die Alltagskultur. Überall greift er hin, egal ob er in seiner Wahlheimat Los Angeles, die stark von der Film- und Werbeindustrie geprägt ist Wortmarken zitiert, z.B.  des Comics “Little Orphan Annie”,oder mit den Berg in den Bildern der Mountain-Serie, die das bekannte Logo der Film-Produktionsfirma Paramount Pictures zitieren.

Nichts ist vor ihm sicher. Seine Faszination, die für Ed Ruscha von Schriftbildern ausgeht, führt ihn ab 1980 zur Entwicklung einer eigenen Schriftart, “Boy Scout Utility Modern”: wie in dem Schriftzug “Hollywood” auf den Hügeln vor Los Angeles sind ihre Rundungen eckig abgeschrägt, als habe ein Schreiner die Schrift entworfen. Durch sein systematisches Ausloten der Wirkung von Schrift gelangt Ruscha auch zur Verwendung von ungewöhnlichen Farbstoffen und -trägern wie Säfte, Blut, Kautabak, Schokolade, Kaffee und Tee.

Seine Bildmotive sind auf der Straße und im Alltag aufgelesen, ohne ihm verhaftet zu bleiben. Vielmehr löst Ed Ruscha das Wort aus seiner ursprünglichen Eingrenzung durch einen bestimmten syntaktischen oder semantischen Zusammenhang. Wer die Ausstellung in München verpasst kann sich noch Richtung Norden wenden: Im Moderna Museet in Stockholm ist die Ausstellung vom 29. Mai – 5. September 2010. Ausstellungszeitraum vom 12. Februar – 2. Mai 2010




Di 2. Februar 2010

Empörung in Deutschland – Rembrandt betrügt oder was ist los

Durch die Jahrhunderte hat es immer wieder auch unter den Künstlerinnen und Künstlern Fälle gegeben, die aufgrund von welchen Umständen auch immer Bankrott gegangen sind. Rembrandt ist so ein prominentes Beispiel. Und hier würde heute niemand sagen, diese Tatsache führt bis heute dazu, dass seine Kunst geächtet wird.

Von Kunst leben ist auch deshalb eine Kunst, weil die wirtschaftlichen Möglichkeiten in dem System in dem wir aktuell leben durch die Verschiebung der Wertigkeiten, die Kunst als Mittel die Freiheit des Menschen auszudrücken, oder mit ihr Freiheit und Selbstwertgefühl zu entwickeln, für nicht mehr respektabel ansehen.

Der Primat des Geldes liegt über allem. Das es sich hierbei auch um Verteilung von Reichtum oder von ethisch bewegten Kreisläufen handelt ist leider sehr ins Hintertreffen geraten. Und dann verschreckt die Meldung heute die Republik, dass immer mehr Hartz IV-Empfänger mogeln. Da es ja auch in anderen Meldungen stand, dass jeder 2te Bundesbürger bzw. Bundesbürgerin Stütze braucht, sind das also eine ganze Menge. Die Aufmacher sind so, dass hier Empörung und Skandal hochkochen sollen.

Da fragt man sich doch, warum gerade diejenigen, die mit sehr wenig finanziellen Mitteln auskommen müssen, weil es das System so will, sich moralisch korrekt, soll heißen nicht betrügend, verhalten sollen. Seit 1,5 Jahren wird ständig von der Gier und der Maßlosigkeit der Vermögenden gesprochen, wer wie die Steuer umgeht, obwohl er oder sie gar nicht mehr weiß, wie viele Millionen ihnen denn gehören, einfach so. Und hier bei der gefühlten Elite wird schon Moral und Ethik ohne Not mit Füssen getreten, warum sollen die die in Not sind, dass dann nicht auch tun?

Dass Künstlerinnen und Künstler hohe Maßstäbe an sich und ihre Kunst stellen, von der Qualität der Farben bis zu dem immer selbstlosen Einsatz durch das Spenden von Arbeiten und Arbeitskraft für Charityaktionen ist ja allseits bekannt und sichtbar. Manchmal ist das Leben aber anders und dann verhält man sich auch anders oder realisiert Veränderungen erst nach dem Bankrott. Und Rembrandt zeigt´s, man kann auch genial gut sein und vielleicht auch ein toller Mensch (ich kannte den Mann nicht) aber wirtschaftliches Fortune ist kein Qualitätsmerkmal des Menschen. Moral und Ethik schon eher.




Mo 1. Februar 2010

Düsseldorf goes Mode und Kunst – Voices of Fashion

Das es in Düsseldorf Mode gibt, war lange Zeit ein Feststellung die man nicht treffen musste, da das jeder und jede wußte.

Das ist heute anders in Zeiten des Booms von Berlin als Modestadt und der Mode in der Restwelt. Düsseldorf hat deutlich verloren, ja Mode in Düsseldorf ist kein Qualitätsmerkmal oder ein fester Begriff mehr.

Das hat auch die Landeshauptstadt von NRW festgestellt und steuert (endlich) gegen. Neben der CPD, der internationalen Modemessen, wurde mit dem Format Voices of Fashion etwas geschaffen, das vielleicht zeigt, wie die Zukunft sein kann.

Überall in der Stadt wird vom 5.2 bis zum 7.2.2010 Mode gezeigt. Aber nicht nur Mode – sondern damit verbunden auch Kunst, Essen und Trinken, Kleinkunst, Schmuck und alles was Spaß macht.

Da es sich um ein offenes Format handelt, das von der Wahrnehmung von außen und der Teilhabe von außen lebt, sind auch Aktionen mit Kunst oder Künstleraktionen willkommen.

Eine führt die Kunstagentur Hoffmann mit dem Künstler Wolfgang Meluhn in der Oberen Ackerstraße durch. Wolfgang Meluhn zeigt eine Unikatkollektion von T-Shirts, die durch seine malerische und künstlerische Intervention ihre Bekleidungsfähigkeit zugunsten ihres Unikatcharakters verloren haben.

Die Motive spielen mit den alten und neuen Fähigkeiten des Trägermaterials und spielen ebenfalls mit den Nutzern der Ursprungsfähigkeit. Allen ist von außen die Anonymität und das Massenvorkommen gemeinsam. Erst in der Kombination und des Verlassens des Massencharakters wird die Einmaligkeit deutlich. Via Facebook und Twitter wird der Fortgang dieses Projektes in die Öffentlichkeit außerhalb Düsseldorfs weitergetragen, für alle andern in der Stadt ist die Location zugänglich.

Ein Ausstellung im Rahmen der Voices of fashion, die zeigt wie offene Formate auch für künstlerische Positionen ergänzen und sich gegenseitig befördern können.




Fr 29. Januar 2010

Akademierundgang Münster mit artist for sale

Die Idee ist toll, die Aufmachung auch und auch die Lose sind interessant. Allerdings frage ich mich, was eine Künstlerin zu einem Vornamentatoo animiert oder eine imaginäre Handyleitung entstehen lässt. Auch das Saufgelage oder die Briefe sind interessant.

Das und einiges mehr sind Lose der beteiligten Künstlerinnen und Künstler der Klasse Daniele Buetti, die am 3. Februar 2010 im Rahmen des Akademierundgangs in Münster auf dem Leonardo-Campus zu ersteigern sind.

Das renommierte Auktionshaus Christies hat die Kunstauktionatorin Christiane Gräfin zu Rantzau abgestellt um ab 21 Uhr die Versteigerung vorzunehmen.

Das zeitgenössische Kunst verstörend wirken kann und sehr persönlich ist wird hier in aller Konsequenz durchgezogen und gelebt.

Da merkt man oder frau erstmal wie distanziert ein Bild an der Wand oder eine Skulptur auf dem Sockel sein kann. Kommt natürlich auf Ausgangsmaterial und den Betrachter an, aber die Macht des Bildes, kann der Spannung oder dem Grauen vom Gegenüber wohl doch unterliegen. Mal sehen wie die Stimmung am 3.2.2010 dann ist.