KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di Oktober 6th, 2009

Kulturpolitik in Deutschland – Was kann die Kultur tun

Vielleicht ist das ein falscher Ansatz zu meinen, dass die handelnden oder Verantwortung tragenden Politikerinnen und Politiker wirklich wissen, was die Kunst und noch allgemeiner die Kultur in Deutschland braucht.

Geld greift hier in sofern erstmal zu kurz, da es ja auch um Ausstellungsmöglichkeiten, günstige Ateliers, Kataloge, ein gescheites Honorarsystem und ähnliches geht.

Vielleicht sollte man den alten Kennedysatz dahingehend abwandeln, dass die Künstlerinnen und Künstler nicht fragen sollen, was sie für ihr Land tun können, sondern dass die Kulturpolitiker fragen sollten, was sie für die Künstlerinnen und Künstler im Land tun können.

Eine sicher nicht für Innovation und Modernität verdächtige Adresse stellt mal wieder unter Beweiss, dass es mit der Kunst- und Kulturförderung gar nicht so schwierig sein muss.

Die gemeinte Adresse ist die Stadt und der Landkreis in Osnabrück. Dort wird mit Abgabeschluss im Februar 2010 ein Kunstwettbewerb ausgeschrieben. Die „arte regionale V“ bereitet für in der Region ansässige Künstlerinnen und Künstler ein Forum mit tollen Ausstellungsmöglichkeiten in der Dominikanerkirche, stellt einen kuratierten und jurierten Kunstwettbewerb dar, engagiert sich via Katalog und den Kontakten zu ausländischen Partnerstädten und übernimmt auch einiges an Kosten.

Auch Medienkunst ist mit dabei, so dass man mit den Ausstellungsorten, dem Vorlauf und der Laufzeit der zukünftigen Ausstellung mal von einem gescheiten Konzept sprechen kann.

OK, der Wettbewerb findet nur alle drei Jahre statt und es gibt kein Preisgeld, das sind sicher zwei Minuspunkte, aber die Stadt und Landkreis nutzt sein kommunales Potential und das ist schon viel in der öffentlichen Förderöde Deutschlands.

Wie wäre es, wenn jeder Bundestagsabgeordnete so einen Wettbewerb in seinem Wahlkreis oder mit den Kollegen des benachtbarten Wahlkreises zu sammen, so etwas zu Hause im Kreis bzw. in der Stadt initiieren würde.

Dort wo Fachhochschulen oder Unis sind, dort wo Medienunternehmen ansässig sind, dort wo es Kunstvereine oder Kreishäuser als Ausstellungsorte gibt. Mit dieser Form der Öffentlichkeit vor Ort würde sich das Ausstellungspotential vervielfachen, wären die Künste wieder öfter präsent und nicht nur als Deko bei Banken oder Rechtsanwälten zu sehen und Projekte wie „Ab in die Mitte“ in NRW oder Niedersachsen hätten auch mal für die bildende Kunst einen Sinn.

Die Schaufenster der Geschäfte könnten dann nur mit der Kreativität von gestaltenen Menschen auskommen und die Künstlerinnen und Künstler hätten eine andere Basis. Für beide Gruppen wäre auch das eine positive Entwicklung.

 

[ad#ad-fuer-beitraege]




hier kommentieren to “Kulturpolitik in Deutschland – Was kann die Kultur tun”

Dieser Beitrag wurde bislang nicht kommentiert.

Hinterlassen Sie eine Nachricht

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>