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Mo September 28th, 2015

Moderne Bronzekunst – umgeben von einer Aura der Unendlichkeit

In flüssigem Zustand beliebig bis ins kleinste Detail formbar – in ausgehärtetem Zustand fest und witterungsbeständig: Was inspiriert Künstler seit rund vier Jahrtausenden neben den kreativen Arbeitstechniken, die Bronze als Rohmaterial für die Gestaltung von Skulpturen bietet? Es ist der unverwechselbar warme Glanz des Metalls. Rein chemisch betrachtet präsentiert sich Bronze als Kupfer-Zinn-Legierung, wobei gilt: Je niedriger der Zinngehalt, umso mehr dominiert der lachsrote Farbton von Kupfer. Mit unterschiedlichen Legierungsverhältnissen lässt sich ein Farb-Finish von Braunrot bis Grüngelb erreichen. Ob Klassische Moderne, Surrealismus, Realismus oder andere Kunstrichtungen: Heute erschließt sich der Werkstoff Bronze erst dem Künstler und später dem Betrachter in allen Stilepochen. International Beachtung finden die eindrucksvollen Exponate der baden-württembergischen Bronze-Manufaktur Edition Strassacker.

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Bildquelle: „Beschützerin“ von Monika Wex, Edition Strassacker

Das Bronzealter wird in Mitteleuropa auf den Zeitraum 2200 bis 800 vor Christi datiert. Zunächst waren es Werkzeuge, Waffen und Gebrauchsgegenstände wie Teller oder Schalen, die im ägyptischen und im griechisch-römischen Kulturkreis im Gussverfahren aus Bronze gefertigt wurden. Später avancierte Bronze auch im Kunsthandwerk zum führenden Werkstoff vieler Menschheitskulturen. Davon zeugen kleinere Bronzestatuen, entdeckt beispielsweise als Grabbeigaben. Nicht für die Nachwelt erhalten, aber in seiner Existenz geschichtlich verbürgt unter anderem durch Plinius den Älteren, ist der Koloss von Rhodos. Die Bronzeskulptur war etwa 30 bis 35 Meter hoch. Das dritte Weltwunder der Antike wurde circa 295 vor Christi geschaffen. Korrosionsfestigkeit, Säure- und Meerwasserresistenz sowie die Witterungsbeständigkeit des Werkstoffs konnten nicht verhindern, dass die größte Standfigur der Antike 66 Jahre später nach einem Erdbeben für alle Zeiten spurlos verschwunden blieb. Dieser historische Vorfall blieb die Ausnahme: Ob groß und kompakt oder klein und filigran – Kunstwerke aus Bronze zählen zu den Dingen unserer Welt, die nicht einfach so verschwinden: Zum einen ist Bronze nahezu unendlich langlebig. Zum anderen lässt sich der Werkstoff beliebig oft einschmelzen und neu bearbeiten – er ist quasi ohne Qualitätsverlust recycelbar.

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Bildquelle: „Osmose“ von Annie Jungers, Edition Strassacker

Im Trend liegen heutzutage helle, freundliche Räume mit geradlinigem Interieur. Wie neuartige Bronzekunst modernes, exklusives Wohn-Ambiente glänzend und stilvoll unterstreicht, zeigen zwei Beispiele aus der aktuellen Strassacker-Edition: Skultpuren wie „Osmose“ von Annie Jungers oder „Beschützerin“ von Monika Wex basieren auf minimalistischer, klarer Formgebung und setzen die Grundlinie eines puristischen Einrichtungskonzepts konsequent fort. Beide Skulpturen sind im Wachsausschmelzverfahren hergestellt, einer Verfeinerung des traditionellen Bronzegusses, welche die präzise Abbildung kleinster Details ermöglicht. Manuelle Ziselierung und Patinierung geben den Skulpturen zusätzliche Raumtiefe.




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