So April 5th, 2009
München zeigt: Democratic Design Ikea
Der Schock ereilte mich seiner Zeit genau in diesem Museum, in der Pinakothek der Moderne München, in dem ich meinen Sony-Laptop, gehegt und gepflegt und trotz der vielen Reisen immer noch tadellos in Schuss, als Museumsobjekt in der Designabteilung erblickte.
“Du musst jetzt ganz stark sein, dachte ich mir und auch, schade um den guten Rechner, der hier alt wird,…” so war das.
Bildquelle: Foto kunstfreunde-blog
Vermutlich wurde durch die Messung meines Schweissausbruches in der Museumsluft deutlich, dass diese Abteilung “berührt” hatte. Und so war der Weg offen für die aktuelle Ausstellung “Democratic Design: IKEA” die noch bis zum 12. 07.2009 in München zu sehen ist. Meine Einschätzung ist, eigentlich gibt es in jedem Haushalt irgendwo IKEA, als Regal, als Plastiktrinkbecher, Besteckkasten oder Katzenklo. Ikea ist eigentlich überall und das ist eigentlich gar nicht schlecht, weil aus der Designperspektive Ikea z.B. Fackelmann überlegen ist.
Aber das ist natürlich nur eine These. Die Münchner haben den Ansatz ihrer Schau anders ausgerichtet: »Die schöne Form ist für alle da. Und nicht nur fürs Museum!« sagte mal ein Ikea-Chefdesigner. Die Neue Sammlung widmet diesem Thema die erste Museumsausstellung.
Design gehört für IKEA zu den zentralen Faktoren bei der Realisierung der Idee, funktionale, gut gestaltete Möbel für möglichst viele Menschen preislich erreichbar zu machen. Dahinter stehen unter anderem Konzepte wie »Schönheit für alle« (Ellen Key 1899), die ihre Wurzeln in Reformbewegungen des 19. Jahrhunderts besitzen, oder das »Schwedische Modell« einer modernen, offenen, familien- und sozialorientierten Gesellschaft.
Fotoquelle: Pinakothek der Moderne von außen
Ein entscheidender Aspekt dabei ist die Entwicklung einer spezifischen Formensprache und Produktpalette, die verschiedene gestalterische Richtungen verbindet: zum einen die skandinavische Moderne mit ihrer Vorliebe für das Material Holz, naturbelassene Oberflächen und organische Formen, zum anderen internationale Strömungen wie etwa der von Flower Power und »Demokratie von unten« geprägte Stil der Sixties oder die Postmoderne. Dazu kommt das Bekenntnis zur »Swedishness«, das sich gestalterisch in einem Landhausstil manifestiert, der von heimischen Traditionen – man denke an die Aquarelle von Carl Larssen im 19. Jahrhundert – inspiriert ist, aber auch experimentelle Entwürfe junger schwedischer Entwerfer umfasst.
Die Ausstellung zeigt Themenbereiche die sich mit den Anfängen, dem Ikea-Prinzip Do-it-yourself, dem System Billy, dem Design-Prozess, des Material Change, der Nachhaltigkeit und Ökologie, dem Kinder-Land, der PS Kollektion usw beschäftigen.
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