KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di Mai 13th, 2008

Pop Art wird Geschichte – Robert Rauschenberg gestorben

Er war nicht Andy Warhol und auch nicht Roy Lichtenstein und trotzdem zählte er neben den beiden anderen zu den bedeutendsten Vertretern der Pop-Art. Überhaupt waren die amerikanischen Medien mit Superlativen nicht zurückhaltend, wenn es um seine Kunst ging.

Rauschenberg - München Bildquelle: Haus der Kunst München: robert rauschenberg, 1974 photograph by art kane

 Die „New York Times“ nannte Robert Rauschenberg den „Titanen der amerikanischen Kunst“. Eine Sprecherin der New Yorker Galerie Pace Wildenstein bestätigte am Dienstag den Tod des Künstlers. Demnach sei Rauschenberg in seinem Haus auf Captiva Island in Florida im Alter von 82 Jahren gestorben. Ein Alter das die anderen Großmeister nicht erreichten.

Rauschenberg entwickelte seine Kunst, nach Anfängen als Schüler von Joseph Albers. Nach Arbeitsperioden in schwarz und weiss, wandte er sich seinem Thema zu. Die Spannung zwischen Kunst und Realität immer wieder neu darzustellen. Dazu bediente sich Rauschenberg stets Alltagsgegenständen, die er zu Collagen kombinierte (Combine Paintings), die die kulturelle und politische Realität ihrer Entstehungszeit widerspiegelten. Für den Künstler konnte alles zu Kunst werden: „Ich bin der Meinung, dass ein Kunstwerk wirklicher ist, wenn es aus Teilen der wirklichen Welt gemacht ist“, sagte er einmal.

Da wundert es nicht, dass ihn eine Freundschaft mit Joseph Beuys verband und er Zeit seines Lebens einen guten Draht zu Deutschland hatte.

In den 50er- und 60er-Jahren machte sich Rauschenberg daran, der Ernsthaftigkeit des amerikanischen Abstrakten Expressionismus z.B. von Mark Rothko den Kampf anzusagen. Bis heute ist seine Aktion mit einer Bleistiftzeichnung des Künstlerkollegen Willem de Kooning legendär: Er radierte die Zeichnung einfach aus. („Erased De Kooning“ 1953). Reichtum war für ihn keine Frage des Bankkontos und neugierig war er immer und überall auf den Alltag, das scheinbar Normale. Viele Kunstprojekte gingen in diese Richtung, die heute als „Agendaprozess“ beschrieben werden könnte.

Er wurde für sein Schaffen mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter dem Grammy Award, der Goldmedaille der Biennale (für den ersten Amerikaner überhaupt 1964) und dem „Nobelpreis“ für Kunst des japanischen Kaiserhauses.

Seine Arbeiten hat er mehrfach der documenta (1959 II, 1964 III, 1968 IV, 1977 VI) in Kassel gezeigt. Just Freitag ist im Münchner Haus der Kunst eine Ausstellung mit dem Titel robert rauschenberg travelling ´70 – 76 eröffnet worden. Die Ausstellung läuft noch bis zum
14.09.08.




2 Kommentare to “Pop Art wird Geschichte – Robert Rauschenberg gestorben”

Mark Rothko in Hamburg - Jongleur der Farben und die grosse Stille | kunstfreunde sagte:

[…] Retrospektive von Mark Rothko eröffnet, als ein Kritiker des abstrakten Expressionismus Robert Rauschenberg gestorben […]

Do 15. Mai 2008 at 18:04

Jörg Schlichtholz sagte:

Wer in den 60ern Kunst studiert hat, für den starb mit Rauschenberg ein Idol oder Antiidol, auf jeden Fall ein amerikanischer Künstler über den heiß diskutiert wurde.
Vor allem, weil er durch die documenta auch für uns greifbar und begreifbar war.

Sa 24. Mai 2008 at 19:47

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