KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Do Oktober 27th, 2011

Es geht aufwärts – Kunstkauf vom lebenden Künstler

Die Angst um den Wert des Geldes, die umgeht in Europa hat ja durchaus kuriose Züge. Das was dabei rauskommt, ist dass der Mittelalterliche Mensch es wohl einfacher hatte. Hatte er eine Position, die aus Gottes Gnade und später durch das Auserwähltsein erreicht war, geerbt war, dann hatte er die Aufgabe diese Position auszufüllen und andere, ärmere Mitmenschen zu unterstützen. Wenn er noch über sein Leben hinaus was darstellen wollte, baute er ein Haus und kaufte Kunst, oder bezahlte Kunst, die er stiftete.
Alles sehr klar und überschaubar.
Heute hat der mit einem Jahresverdienst von 24.000 Euro genauso Angst um sein Geld wie jemand mit 50.000 Euro oder mit 100.000 Euro. Also ist Geld an sich, kein Wert der Angst nimmt, eigentlich einer der Angst schafft, Angst etwas zu verlieren, was man eigentlich nicht nutzt, da es ja „nur“ gespart wird. Komisch.
Und dann ließt man heute z.B. „Investieren Sie in Wein und Oldtimer“ der Wert steigt, da wird es dann ganz lustig. Wein ist ein Genussmittel, dass eine Menge an Infrastruktur braucht, um ihn länger Lagern zu können. Oldtimer sind alte Autos, die wie alle alten Autos auch Zuwendung und Pflege brauchen. Also können das nur Menschen machen, die einmal die Ressource Platz, und Zeit und Geld haben. Vielleicht ist das ja auch Zweck der Übung, man schafft sich ganz viel mehr Arbeit, die man entweder wieder teuer bezahlen muss, oder anlernen sollte, damit es klappt.
Ganz unproblematisch ist dagegen Geld in Kunst zu investieren. Einmal weil ein Kunstwerk im Haus, Büro oder wo auch immer sofort Freude schafft. Und das über Jahre, und die Lagerung ist erstmal so wie man sich selber wohnlich einrichtet, keine Keller, Schuppen oder was auch immer. Und wenn man dann noch lebenende Künstler sammelt bzw. mit den Käufen diese auch ganz konkret unterstützt, hat man einmal die gewähr für Originale, oft eine bessere Dokumentation und schafft sinnvolles, nämlich einen Künstler in seiner Kreativität zu stärken, durch materielle Absicherung und erreicht dadurch die Wertsteigerung dessen Werke, die einem als Sammler wieder zu gute kommen.
Kunst wirkt also sofort und hat noch genug Werterhalt und Renditechancen, die funktionieren können. Und wer sich frei macht von, „meine Wand ist voll“, wird Freude an einem Wechsel haben und kann langfristig seine Heimatgemeinde mit einem Museum beglücken, was wieder zum Andenken an den Stifter beiträgt.
Vielleicht ist die Angst ums Geld auch dem vergessenen Faktor geschuldet, das ein Kreislauf nur dann funktioniert, wenn jeder seinen Beitrag des Gebens und Nehmens leistet, und immer da wo nur Nehmen ist, erst das Geben aufhört und dann auch das Nehmen, weil nichts mehr da ist. Es gab immer Leute die mehr hatten als anderen, aber lange Zeit war eine Kultur des Unterstützens und des Vernetzens vorhanden, dahin sollte man wieder kommen, dass für viele das Leben schön ist und nicht nur für einige. Und Kunst ist ein ideales Mittel, hilft sofort, kann von lebendigen Künstlern gekauft werden, und ist Lagertechnisch völlig anspruchslos, wenn sie im Wohnraum gehalten wird. Und Wechselfähig. Da helfen dann die leeren Kinderzimmer.




hier kommentieren to “Es geht aufwärts – Kunstkauf vom lebenden Künstler”

Dieser Beitrag wurde bislang nicht kommentiert.

Hinterlassen Sie eine Nachricht

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>