KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr Januar 18th, 2008

Der Preis der Kunst – Skulptur im Aufwind – Wie Wirtschaft und Kunst zusammen kommen

Der Hype um die Kunst hält weiter an. Viel Geld wird für Kunst, auch zeitgenössische Kunst ausgegeben. Oft treffen an diesen Stellen dann Welten aufeinander. Die einen machen Dinnertermine mit Künstlern und Magnaten, die anderen schreiben über Kunst die gerade angesagt ist und die Dritten beobachten das Treiben, das über den Köpfen der interessierten Öffentlichkeit stattfindet.

Die Frage was ist gute Kunst, wird je nach Sichtweise und Ebene mit der Frage welche Kunst bringt Rendite und wie schnell abgelöst.

Interessant ist manchmal in ausgewiesenen Fachzeitschriften zu lesen, welche Kunstform mit welchem Künstler die größte Rendite bringt. Das ist legitim und die Artindicies die aus den Auktionserlösen gebildet werden, sind für Sammler schon mal hilfreich. Da es sich dann dort um sehr große Summen handelt, ist es für das interessierte Besucherpublikum eher ein Staunen, denn eine Entscheidungsgrundlage.

Aber egal. Interessant ist es allemal.

Wirklich staunen tut man bei der Lektüre dann, wenn die Wirtschaftssichtweise Kunst erklärt. Das Kunst, vorallem teure Kunst nur noch wenig mit Qualität, viel mit Sammlern und Auktionen zu tun hat, hat erst unlängst die Kunsthistorikerin Piroschka Dossi in ihrem Buch „Hype“ beschrieben.

Aber das ficht Wirtschaftsmagazine anscheinend nicht an. Dort stand zu lesen, dass Skulptur groß im kommen ist. Die Preise sind noch moderat, Qualität (!?) setzt sich durch und auch große Namen seien noch günstig. Dazu den unvermeidlichen Artindex und fertig war der Artikel. Und Experten, die natürlich unabhängig sind. Das ist besonders interessant, wenn man in Dossis Buch die Entstehung mancher Sammlung, die Förder-und Forderabhängigkeiten auch großer Häuser entschlüsselt bekommt.

Der einzig kluge Satz war ein Zitat des Kunsthistorikers Matthias Winzen S.218, der zur Skulptur sagte „…sie fordert einen mit Haut und Haaren, greift Raum will gesehen werden“. Das ist richtig und folgerichtig muß man schon Platz haben um z.B. eine Metallspinne von Louise Bourgoise mit 4 Meter Durchmesser und 3 Meter Höhe stellen zu können. (Das Problem der Lagerung beschreibt der Artikel etwas umständlich)

Skulptur, dann komm mal, wir freuen uns!

Lesetipp leider nicht als Hyperlink zur Verfügung gestellt: manager-magazin, 12/07, Artikel: Objekte der Begierde von Brigitte von Trotha, S. 215-220 (Seitenzahlen beziehen sich auf die Printausgabe)




2 Kommentare to “Der Preis der Kunst – Skulptur im Aufwind – Wie Wirtschaft und Kunst zusammen kommen”

Christian sagte:

Vorsicht – wenn die Kunst den Gesetzmäßigkeiten der Wirtschaft erst einmal völlig unterworfen ist besteht die Gefahr, dass sich die Inhalte primär am Gewinn orientieren. Dazu kommt noch, dass die teils gewaltigen Summen gerade für moderne und oft „unverständliche“ Kunst die Künstlerszene zunehmend vom eigentlichen Publikum trennen, welches die Szene als mehr und mehr abgehoben und introvertiert wahrnimmt.

Fr 18. Januar 2008 at 14:40

Endspurt für Hamilton - digitale Kunst in Bielefeld | Die Ostwestfalen sagte:

[…] von Richard Hamilton ist noch bis zum 10. August 2008 in der Kunsthalle Bielefeld zu sehen. Nach Louise Bourgeois, mit über 90 Jahren ist die Ausstellung von Hamilton ein weiterer Beitrag in der […]

Mo 28. Juli 2008 at 10:56

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