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Mi April 18th, 2012

ART COLOGNE 2012 – ein must have?

Die ART COLOGNE startet und jeder aus der Branche wird sich fragen, ob er oder sie hin muß. Das ist eine gute Frage. Einmal kann man feststellen: die Schrumpfkur hat der Messe gut getan. Das wenig internationale Aussteller da sind und die amerikanischen Gäste persönlich eingeladen wurden, ist nicht unbedingt ein Mangel. Vom Angebot ist zu sehen, dass neben den Klassikern der Moderne auch mehr zeitgenössisch-bezahlbare Kunst für den „normalen Sammler“ angeboten wurde, als nur die Spitzenlose im sechstelligen Bereich.

Das tut der Messe und den Galerien auch gut, da die Hatz nach den großen Namen nicht so ausgeprägt ist und der Unterbau der neuen und guten deutschen Kunst wahrnehmbar wird.

Das Publikum ist gediegen und der Trend zu der Erbengeneration deutlich zu sehen. Eltern mit Kindern, deutlich in Pumps und nicht mehr im Wickelalter, Großeltern mit Enkeln, die hoffentlich Opas und Omas Sammlung nicht sofort zu Geld machen und die junggebliebenen Sammler mit immer gleich jungen Begleiterinnen. Bestimmt auch eine Kunstform nur in einem anderen Bereich.

Man kennt sich und grüßt sich und kauft auch Kunst. Mit großen Namen kann man nichts falsch machen und die Qualität ist auch gut. Wirklich spannend sind aber die neuen Positionen, die fast überall auch haushaltskompatibele Größen hatten. Bilder, Plastik, Medienkunst im Flachbildschirm, wenig Schrott oder gefährlich Offenes.

Und das ist ja das erfreuliche, dass die katholischen Rheinlande eben eine Sammlungstraditon haben, die in Berlin in so kurzer Zeit noch nicht entstanden ist. Und die Messe macht da Sinn wo das Geld ist. Sonst im Jahr ist man gut beraten zu schauen, wo im Lande die innovativen Bewegungen sind.

Was die Innovation anbelangt, ist die junge Art Karlsruhe noch spannender, aber in Köln ist eben auch etwas neues angekommen und das macht Lust auf mehr.

Auch hier ist die Diskussion um die Mehrwertsteuererhöhung angekommen. Einhellig die Meinung, dass die Struktur der deutschen Kunst, Kunstvermarktung und Kunstförderung dadurch massiv gefährdet wäre. Galerieunterstützung beim Start und vorallem beim Behaupten im Markt ist für Künstler überlebenswichtig. Künstler sollten arbeiten können und den Rahmen dafür bekommen. Verkaufen, im Markt halten, neue Kunstfreunde gewinnen und die Kommunikations- und Begegnungsbasis schaffen, das machen eben die Galerien mit den lebenden Künstlern und lebenden Sammlern. Und da gewinnen alle. Das sollte der Gesellschaft es wert sein, hier alles beim Alten zu lassen.

Es ist nicht verkehrt mal vorbei zu schauen, bevor der Boom der Kunst auch die Kunstmesse wieder zu einem Moloch werden lässt. Im Moment ist Lust und Last gut verteilt.

Laufzeit 18.4.-22.4.12, Eintrittskarte 25 Euro, Infos hier




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