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Di August 2nd, 2011

Teamwork das Gebot der Zukunft – Warum noble Gäste kein Einzelfall bleiben sollten

Wenn ein renommiertes Haus wie die Kunsthalle Bremen für 2 Jahren wegen Erweiterung und Modernisierung geschlossen ist, dann ist es toll, wenn die Sammlungsbestände nicht im Depot verschwinden, sondern auf Reisen geschickt werden.
Das Programm der Bremer hieß „noble Gäste“ und wird noch bis Mitte August 2011 viele anderen Häuser bereichern.
(Zur Erinnerung: Seit Anfang 2009 sind 200 Meisterwerke aus Bremen für die gesamte Bauzeit in mehr als 20 deutschen Museen zu sehen. So sind ausgesuchte Werke aus der Sammlung französischer Impres-sionisten in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt, die Liebermann-Villa in Berlin zeigte Gemälde und Zeichnungen Max Liebermanns und Werke von Max Beckmann waren „Noble Gäste“ im Kölner Museum Ludwig während die Madonna mit Kind von Masolino für zwei Jahre die Sammlung von Meisterwerken in der Alten Pinakothek in München bereichert.)
Bei den tiefgreifenden Um- und Erweiterungsbauten in Bremen zeigt sich aber noch etwas. 1 Drittel der Kosten mußte der Kunstverein Bremen als Eigentümerin beibringen. Das konnte durch Stiftungen und vermögende Gönner des Kunstvereins geschehen. Die anderen beiden Drittel kommen von Bremen und dem Bund. Für das chronisch pleite-seiende Bundesland kein Pappenstil, zeigt aber, dass man verstanden hat, dass das Haus eben viele Menschen in die Stadt holt, die auch viel Geld da lassen. Und das man anders herum, seine Schülerinnen und Schüler weit schicken muß, bis man diese Qualität wieder haben kann. Und genau das sind die Zeichen der Zeit, Teamwork anstatt Divenverhalten, Zusammenarbeiten und sich gegenseitig stärken, anstatt auf Konkurrenz zu setzen und Kultur und Kunst ist ein Gut das es sich lohnt zu erhalten und immer weiter zu sammeln. Eine Institution die über 100 Jahre alt ist, zeigt das früher moderne Kunst eben ins Alter kommt und dann mehr über die damalige Zeit sagt, als jedes Geschichtsbuch. Und deshalb müssen Ankaufsetats für Häuser wie Bremen oder sonst wo weiter sein, und muß man weiter auf Kunstsammler setzen, die quer und längst gesammelt ein Bild der Zeit festhalten. Und da braucht man auch für die Künstlerinnen und Künstler ein Umfeld, dass es möglich macht, von Kunst zu leben und eben diese zeitgenössische Kunst zu schaffen. Dann haben wir eine Menge gelernt.




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