KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di September 6th, 2011

Schwarzer Montag an den Börsen – Kunst im Aufwind

Ehrlich gesagt, habe ich nicht mehr den Eindruck, das feines Understatement zu den Tugenden der wissenden Banker gehört und daher kann ich heute eine für mich verblüffende Feststellung treffen: Ich habe gewußt, dass es ein schwarzer Börsentag wird. Und das obwohl oder gerade weil die Kunst in diesen Tagen boomt und im medialen Zeitalter auch die eigentlich so zurückhaltenden Banker auch mal in die Blogs, Newsfeeds und Zeitungen wollen.

Seit letzter Woche hat fast jeder wichtige oder sich zumindest für wichtig haltende Banker irgendwas negatives zu Europa gesagt. Und dann wollte auch Herr Ackermann nicht zurückstehen und nachdem man sich über die USA lange genug echauffiert hat, ist jetzt wieder Europa dran. Wenn dann die Kurse purzeln, dann kann man Ende der Woche wieder toll niedrig einsteigen. Herzlichen Glückwunsch, das ist ja toll.

Das Gefühl, mal agiert zu haben, wenn man was kauft, dass man was bewegt hat, kennen angeblich die Frauen ja so gut, weil sie immer shoppen gehen. Vermutlich ist das auch ein perfider Trick die Damen von dem Kick des Aktienbrokens fern zu halten. Ist ja nix anderes nur der Schrank bleibt leer.

Und genau da, kann die Kunst eben viel, viel mehr. Da werden Emotionen bedient, da wird das Entdecken zum Nervenkitzel, da gehört auch das Reden über Kunst oft im Angesicht von Kunst dazu. Das Kopfkino wohin mit dem neuen Bild, welche Wand hat noch Luft oder was hänge ich um, usw.

Und dann hat man Reditechancen, die den läppischen 5 % Verlust von heute nicht mal mehr darstellen können. Ja, so ist das mit den wirklichen Werten. Ein Kunstwerk ist sofort da, kann angesehen werden, bewegt jeden Tag und ist so krisensicher. Jedenfalls sicherer als Betongold, z.B. wenn die Erde bebt. Bilder oder Holzskulpturen wippen mit und wenn sie fallen, sind sie höchstens etwas gedellt. Bei Keramik und Porzellan ist es etwas anderes, aber Künstler wie Julian Schnabel, haben ja auch kaputtes Porzellan benutzt.
Auch ist ein Kunstwerk eine Chance mit der Jugend ins Gespräch zu kommen oder im Gespräch zu bleiben. Und die Unruhen in England haben es ja gezeigt, das sind langfristige Güter, die keinen Schaden nehmen, wenn nur Konsumgüter geplündert werden.

Wirklich ein gutes Gefühl, wenn das neue Bild oder die Skulptur einfach krisensicher und souverän an der Wand hängt oder auf dem Sockel steht. Keine Hektik, kein schlechtes Gefühl, Freude wohin man schaut. Und wie der alte Marc Aurel schon sagte, die Gedanken machen die Farbe der Seele,…

Wem also das Tagesspektakel genug ist, der sollte sich der Kunst widmen.




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