Mo Juli 12th, 2010
Kreativland ist abgebrannt – Gehts im Gesundheitsland besser – 2. Teil
Zugegeben die wirklichen Visionen finden nicht im Kreativland statt. Da ist das Gesundheitsland wirklich besser dran. Nicht nur dass dort die nicht mehr interessanten Bevölkerungsgruppen (Schwangere Frauen und Hebammen) dank flankierender Hilfe aus dem Versicherungssektor ausgegrenzt werden, nein die Konzentration auf das wirklich wichtig ist dort schon viel weiter als im Kreativland.
Um die Kosten des Gesundheitswesens einzudämmen, nachdem man sich bei den Versicherten weiter bereichert, sollen jetzt auch die wenigen homöopatischen Leistungen ganz aus dem Versicherungsschutz herausgenommen werden. Prima, die alternative Medizin wieder in die Steinzeit schießen, schonende Verfahren nicht fördern, sondern auch auszugrenzen und sich nur auf die teure Schulmedizin stützen. Alternativen, die vielen Menschen ohne Nebenwirkungen helfen, die aber aus einer natürlichen Pflanze (wie primitiv!) kommen, das kann ja nichts sein. Also ist nur gut was richtig teuer ist, woran an Tieren munter geforscht wird und wo jahrelange Patente drauf liegen, so dass nur einige wenige verdienen. Viel effektiver kann Lobbyarbeit wohl kaum sein.
Im Kreativland würde diese Ausrichtung “Gut ist nur, wenn es teuer ist” auch viel helfen. Dann reicht nämlich die Blickrichtung auf die Top Ten der teuersten Kunstwerke in den einschlägigen Listen. Alle andere Kunst brauchen wir dann nicht. Kunst für zu Hause kaufen, können und brauchen dann auch nur noch wenige und der Rest landet im Museum. Konzentration auf die Landeshauptstädte der Bundesländer, dorthin können dann die restlichen verbliebenen Kunstfreundinnen und Kunstfreunde fahren. Da könnten wir eine Menge Geld sparen. (Museen, Galerien, Personal, Kunstakademien) Und wenn dann endlich die teuren Künstlerinnen und Künstler tot sind, ist es auch viel überschaubarer, dann kommt wenigstens nichts neues dazu. Blöd ist nur, dass dann die Steuersparmodell “Kunst – und Kulturförderung” nicht mehr funktionieren, aber da wird es schon genug Kreativpotential im Finanzsektor geben, die das retten.
Und Baselitz versteht ja sonst auch keiner, da braucht auch zeitgenössische Kunst nicht dazu zu kommen. Fachkräfte, die die Kunst bewachen, bekommen wir ja dank unserer Arbeitsministerin jetzt auch reichlich. Museumsführungen kann ja jeder machen, da muß auch niemand qualifiziert sein. Und die Namen auswendig lernen das wird wohl gehen.
Und Schulkinder bzw. “Kinder sind unsere Zukunft” brauchen ja auch nicht selber kreativ angeleitet werden, da ja nur Computerarbeit zählt. Macht zwar dick und Fachkräfte im Handwerk oder die Einübung feinmotorische Fähigkeiten fehlen ja auch gar nicht, aber egal Hauptsache Konzentration aller Mittel auf wenige.
Gut dass der demografische Wandel schon funktioniert, dann werden es immer weniger Menschen in diesem Land, die können sowieso nicht alles machen, wichtig ist nur, dass jetzt, solange es hier noch lebenswert und noch einigermaßen sozial stabil ist, da muß das Geld so umgeschaufelt werden, dass wenigstens ein paar gierige Umverteilungsgewinner was davon haben und der Rest stirbt ja sowieso. Danke macht mal weiter so.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






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