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Do März 8th, 2012

Art Karlsruhe startet und in Bochum gehen die Lichter aus – was ist los mit der Kunst?

Die Art Karlsruhe, einer der neueren und vielleicht auch deshalb noch innovativeren Kunstmessen im deutschsprachigen Raum zeigt vom 08.03. bis zum 11.03.12 wieder neue Kunstpositionen.

Bereits in den letzten Jahren fiel die Messe positiv und konstruktiv auf.  Wichtig ist einmal, dass sich Kunstmessen als Schaufenster der jungen Kunst noch etablieren können und das sie vielleicht auch daher für so manchen Künstler und seine Galerien eine Möglichkeit darstellen Positionen erstmal aufzubauen.

Zeit zu reifen, wirklich im besten Sinne Erwachsen zu werden mit und an der Kunst, müsste das Ziel der Strukturen um Kunst sein und ihrer Akteure. Nur dann könnnen die Themen transportiert und in künstlerischen Formaten wiedergegeben werden, die die Menschen und Kunstfreunde dann erreichen. Den Zeitgeist zeigen und ihn vielleicht weiter entwickeln, das ist das wichtige, was Kunst kann und auch weiterhin sollte. Nicht das schnelle Geld, sondern das kontinuierliche sind hier gefragt, dass wirtschaftliche Auskommen, dass das Wachsen der Akteure möglich werden lässt.
Da wundert es nicht, dass genau diese Zeit und das nötige Geld gerne da weggenommen wird, wo es anscheinend ja über ist. Die Diskussion um die mögliche Schließung eines Kunstmuseums wie das in Bochum zeigt das ganz deutlich. Im klammen Ruhrgebiet und nach der ruhr2010 ist ein Haus, das nicht so traditionell ist wie z.B. das Folkwang oder die Museen in Hagen mit der Verrentung des jetzigen Leiters von der Schließung bedroht. Das Haus hat in den Jahren seines Bestehens immer auch regionale Künstler und künstlerischen Nachwuchs gezeigt. Das ist oft sperrig, selten Mainstream und oft auch nicht so glanzvoll. Aber es ist bei den Menschen und es ist gerade da, wo kulturelle Brücken so wichtig sind.

Und das tragische ist, wenn es erstmal zerstört ist, die Bestände zu Geld gemacht wurden, dann ist da wirklich was kaputt, was kaum wieder herzustellen ist. Die Kulturlandschaft ist nur dann auch wirklich Kultur wenn sie bunt und unterschiedlich ist, wenn man als Besucher nicht überall nur eine Anzahl von Namen habe, die fachfremde Institutionen wie Wirtschaftszeitungen mit ihrem „Kunstkompass“ festlegen. Gute Kunst gibt es auch außerhalb dieser Wertlisten und das ist wichtig, da nicht alle die mit Kunst leben wollen, diese Preise bezahlen können. Und das ist auch wichtig und schafft erst die Basis für viele die ernsthaft und gut Kunst schaffen und davon leben können. Die Struktur für Kunst muß auch noch im öffentlichen Raum mehr sein, als wenige Leuchttürme. Gute Räume, gut geknüpfte Netze die das Werden junger Künstler tragen und Käufer, die mit den Künstlern wachsen können. Und dann gerne auch historisches, belehrendes oder geachtetes. Vielleicht muss sich die Form des Museums verändern, aber nicht ausschließlich diktiert vom Geld. Kreativität wird komischer Weise an dieser Stelle selten eingeholt, dabei geht es um nichts anderes.




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