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Di November 23rd, 2010

Alle Jahre wieder der Antragsmarathon und das Resthaushaltsgeld muß raus

Kollege Henner-Fehr hatte letztens einen interessanten Beitrag auf seiner Facebookseite.
Das war Impuls diesen Jahresendfragen der Kultur noch mal nach zu gehen.
Zugegeben viel ist schon besser geworden, aber immer noch ist es erstaunlich wie trotz aller Transparenz und Haushaltsflexibilität es immer noch zu den bekannten Ausgaben zum Jahresende kommt. Weil nichts ja blöder ist, als dass man als Institution Geld wieder zurückgeben muß oder es im nächsten Jahr nicht bekommt, weil es ja dieses Jahr nicht gebraucht wurde.

Und ein besonders schönes Kapitel ist auch die fristgemäße Antragstellung auf Zuwendung für das kommende Jahr. Viele Fristen sind schon durch, aber oft reicht es ja bis zum Jahresende seine Anträge einzureichen.

Wer schon mal einen solchen Antrag auf Erlangung von öffentlichen Mitteln gemacht hat und nicht wirklich ein Zahlenmensch ist, wird diese kleine Geschichte vielleicht gut verstehen.

Da das Ausfüllen solcher Formblättermengen nicht einfach ist, machen viele Institutionen jetzt Schulungen. Kürzlich bei einer Informationsveranstaltung war es erstaunlich zu hören, dass die Institution ja dringend auch die Anträge haben möchte, damit man das Geld auch verteilen kann (löblich) und man auch was zu tun hat (aha).

Bei diesem Ansatz macht es natürlich Sinn viele Anträge zu bekommen. Dann tagt die Jury aus den immergleichen großen Institutionen und Gremien und definiert, was in das Profil passt oder nicht. Und dann gibts die Bescheide, die natürlich nicht die Qualität der Projekte in Frage stellen, aber eben nicht in das Profil passten. Genau wieder von oben geschaut und da ist die Mischung von Klein und Groß eben sehr fraglich.

Solange bei den Positionen nicht gewechselt wird, die jeweils zuständigen Menschen auch mal wegen aktueller Nichtmehrparteibuchkompatibiliät als Ingenieure in Kulturbereiche geschoben werden, so lange wird die Kulturinfrastruktur nicht besser werden. Zu viele Leute haben zu viel zu verlieren und die Kreativwirtschaft tut sich oft eher etwas Gutes „ohne“ zu leben als mit. Weil, dass man am Ende eines Projektes mehr haben darf, soll heißen was verdient haben, außer Arbeit im Nachweisen und Aufbewahren von Unterlagen, ist ja eindeutig nicht gewünscht.




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