Mi März 17th, 2010
Safety Cones ja oder nein in Herford – Öffentlichkeit diskutiert über Kunst
Bereits seit 2006 hat die Stadt Herford, die auf ein reiches geschichtliches und mittelalterliches Erbe zurückblickt, ein Projekt vorliegen, das der damalige Gründungsdirektor des MARTa Herford Jan Hoet ausgearbeitet hatte. Das Konzept ist ein individuelles Kunst- im- öffentlichen- Raum -Projekt, das genau auf die Gegebenheiten in Herford paßt.
Das mittelalterliche “heilige” Herford wegen seiner vielen Kirchen und Klöster und dem Reichstift so genannt, hatte früher fünf Stadttore. Diese sind wie viele der mittelalterlichen Gassen und Häuser der “Platz für Auto”-Politik der verschiedenen Jahrzehnte, der Entfestigung, etc. zum Opfer gefallen.
Das Konzept Jan Hoets heißt „Fünf Tore / Fünf Orte“ und will mit zeitgenössischen Mitteln den „verlorenen“ Stadttoren wieder eine Erinnerung geben.
Grundgedanke ist die Einladung fünf hochrangiger internationaler Künstlerinnen und Künstler, über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren für je ein ehemaliges Stadttor ein neues Skulpturenprojekt zu entwickeln.
So wie einst die Stadttore Anfangs- und Endpunkt eines Weges zur Nachbarsiedlung waren, stehen die fünf eingeladenen Künstler mit ihrer Herkunft für jeweils ein Land oder einen Kontinent, die mit Herford in wirtschaftlicher Verbindung stehen.
Damit besitzt das Projekt auch einen hohen symbolischen Wert für die Zukunft dieser Stadt. Mit international bekannten und geschätzten Künstlernamen besäße dieses Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekt eine überregionale Strahlkraft und würde zusammen mit dem Marta das zeitgenössische Engagement weiter unterstreichen. Herford würde seine Ambition als zukunftsorientierte Stadt mit großer Geschichte weiter hervorheben und zugleich die historische Struktur des Zentrums auch für auswärtige Besucher deutlich in Erinnerung rufen. Die fünf neuen „Orte“ an den ehemaligen Stadttoren wären eine der vielen Visitenkarten, mit denen sich die Stadt ihren Gästen präsentiert.
Erstes Projekt sollen die Riesen “Safety-Cones” von Dennis Oppenheim am Bergeler Tor werden.
Bildquelle: Seattle Art Museum, Safety Cone by Dennis Oppenheim
Da das Teile der Bürgerschaft in Herford erzürnt, wird jetzt eine kurzfristig anberaumte Ratssitzung zum Bürgerbegehren gegen die beiden Skulpturen von Dennis Oppenheim am Bergertor stattfinden.
Zur Versachlichung der Diskussion hat das Museum Marta Herford eine informative Ausstellung zum Thema im Forum zusammengestellt. Zu sehen ist das von Oppenheim gefertigte Modell seiner für Herford vorgesehenen Skulpturen, Fotos und Kataloge und ein Video zu seinem Werk sowie eine ausführliche Textdokumentation. Hier wird vor allem noch einmal das Grundkonzept des Projekts „Fünf Tore / Fünf Orte“ erläutert. Vorgestellt werden aber auch die Hintergrundinformationen zum Projektvorschlag von Dennis Oppenheim.
Ganz bewusst wird dagegen darauf verzichtet, die derzeitigen Diskussionen in der Stadt wiederzugeben oder gar zu werten. Eine leicht verständliche Darstellung der jeweiligen Zusammenhänge und des Finanzierungskonzepts lässt dennoch deutlich werden, dass mit einer endgültigen Ablehnung des Startprojekts am Bergertor auch das Gesamtprojekt für Herford gescheitert ist und es in Zukunft noch schwerer werden wird, Sponsoren für kulturelle Initiativen in der Stadt zu gewinnen.
Mal sehen was in Herford weiter passiert.

Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der





4 Kommentare to “Safety Cones ja oder nein in Herford – Öffentlichkeit diskutiert über Kunst”
[...] die kleine Informationsausstellung zu Dennis Oppenheims „Safety Cones“ als Beitrag zu dem geplanten Projekt „Fünf Tore – Fünf Orte“ in Herford ist [...]
Fr 16. April 2010 at 16:56
[...] einiger Zeit ist das Top-Thema in Herford, ob die sogenannten Safety Cones, eine moderne Skulptur, auf einer derzeit recht hässlichen Herforder Kreuzung [...]
Fr 4. Juni 2010 at 15:39
Heute wird in Herford per Bürgerbescheid darüber abgestimmt, ob die Pylone aufgestellt werden oder nicht. Erste Ergebnisse ab 18:00 Uhr auf http://wahl.krz.de/bg230_2010/05758012/index.htm
So 13. Juni 2010 at 10:34
[...] „Safety Cones“ des amerikanischen Künstlers Dennis Oppenheim in Herford installiert. Nach langen Diskussionen, die im Juni in einem Bürgerentscheid über die Aufstellung der Doppelskulptur gipfelten [...]
So 4. Juli 2010 at 21:19
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