Do Juli 24th, 2008
Goethe hätte auch gebloggt – 1786 auf dem Weg nach Italien
Als Goethe sich 1786 aus Karlsbad wegstahlt um endlich nach Italien zu reisen, hätte er auch gebloggt, wenn es das damals schon gegeben hätte.
Weg war er, beschwerlich gereist, immer häppchenweise, bis zu 30 km am Tag. Als er über den Brenner ist, scheint es einfacher zu gehen, da am Gardasee ja der Schiffstransport möglich wurde. Und er läßt los rudern und was passiert? “Ora” und schwubs ist er nicht in Bardolino geschweige denn in Verona, er wird mit samt Boot und Ruderern nach Malcesine zurückgepustet.
Ein herrliche Story, schön aufgemacht und gut in zwei Sprachen nachzulesen im Schloss von Malcesine. Goethes Tagebucheintragungen sind wie Blogeinträge, kurz gut zu lesen und mit Zeichnungen bebildert. Ich bin mir sicher, Goethe hätte gebloggt.
Und die Malcesiner und das Stadtmarketing dort wissen, was sie dem Dichterfürsten verdanken. Überhaupt sind sie sehr pragmatisch, da es ja mit den Touristen bis heute so ist, daß Fluch und Segen dicht beieinander liegen.
Jedenfalls sind sie Goethe dankbar, daß er ihre Stadt die bis weit ins 19. Jh. nur mit dem Boot zu erreichen war auf die literarische und touristische Landkarte der Welt gehievt hat. Bis heute!
Kunst ist auch Stadtmarketing. Das zeigen Skagen und Worpswede mit ihren Künstlerkolonien oder aktuell die Stadt New York mit den Wasserfällen von Olafur Eliasson. Und kleine Städte wie Gütersloh machen es nach.
Und Goethe hätte gebloggt.
Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






1 Kommentar to “Goethe hätte auch gebloggt – 1786 auf dem Weg nach Italien”
[...] Goethe sich 1786 still und heimlich nach Italien aufmachte, wir berichteten, war ein Ausfluß seiner Reise die Entdeckung des Örtchens Malcesine. Aber auch das [...]
Sa 2. August 2008 at 00:06
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