KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Mi April 22nd, 2015

Städel Museum Frankfurt mit Computerspiel App

Das hätte sich bei der Gründung des Städel Museums bestimmt keiner gedacht. Ein Computerspiel für das altehrwürdige Museum. Da wird nicht nur der junge Nachwuchs, sonder auch die „Oldies“ zum Spielkind. Schöne Idee

Gemeinsam mit dem erfolgreichen Frankfurter Videospieleentwickler Deck13 Interactive hat das Städel Museum ein innovatives und edukatives Computerspiel realisiert. Das Point-and-click-Adventure Imagoras – Die Rückkehr der Bilder nimmt Kinder ab acht Jahren mit auf eine mehrstündige Entdeckungsreise in die abenteuerlichen Bildwelten der Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken des Städel Museums. Die Spieler erwecken die in einer finsteren Welt verschwundene Fantasie mit Hilfe des quirligen Begleiters Flux zu neuem Leben. Auf ihrer Tour erkunden sie spielerisch Kunstwerke wie Johannes Vermeers Der Geograf (1669) oder Édouard Manets Die Krocketpartie (1873) und lernen durch die genaue Betrachtung der Bilder verschiedenste künstlerische Ansätze kennen. Dabei springen sie von einer Kunstepoche zur nächsten. Ein Charaktereditor erlaubt es den Kindern zudem am Ende des Spiels, ihren ganz individuellen Flux-Helden zu basteln und diesen mit anderen Spielern zu teilen. Die kostenlos erhältliche Tablet-App wurde für iOS und Android-Betriebssysteme konzipiert. Andreas Fröhlich leiht dem Game seine Stimme. Er ist bekannt als Bob Andrews der Hörspielserie Die drei Fragezeichen, zudem ist er unter anderem die deutsche Synchronstimme von Edward Norton und von Gollum aus Der Herr der Ringe. Zeitgleich mit dem Spiel geht die Website www.imagoras.de online, auf der sich vertiefende Informationen zu den einzelnen Kunstwerken und die Flux-Galerie der von den Kindern kreierten Helden finden. Die für das Städel erstmalige Entwicklung eines mobilen Spiels in Zusammenarbeit mit einem internationalen Spieleentwickler ist eingebettet in die Digitale Erweiterung des Museums.

st_presse_game_imagoras_screenshot_05 Bildquelle: Screenshot vom Spiel, Städel Museum

Zum Inhalt:

Die Geschichte des Abenteuerspiels ereignet sich in einer Welt, in der eine unheimliche Finsternis den Menschen ihre Fantasie gestohlen hat. In dieser düsteren und hoffnungslosen Umgebung trifft der Spieler auf einen unerwarteten Freund: Flux. Neugierig folgt der Spieler dem quirligen Begleiter in die fantastische Welt der Bilder und löst dort gemeinsam mit ihm spannende Rätsel. Nur so können die Kunstwerke des Städel Museums aus der Dunkelheit befreit werden. Das ist nicht ganz einfach. Es muss um die Ecke gedacht, gekippt und gewischt werden. Auf der abenteuerlichen Reise muss unter anderem ein Löwe mit Lampenfieber beruhigt und einem Geografen geholfen werden, eine Seekarte zu zeichnen, und einem abstrakten Bild muss die Farbe zurückgebracht werden. Neben klassischen Point-and-click-Adventure-Elementen sind auch einige edukative Minigames mit eingebaut. Flux ist dabei nicht nur Gefährte, sondern wandelt auch seine Form. Bei der Lösung der Rätsel hilft er mit Rat, Tat und lustigen Sprüchen. Jegliche Items, die der Spieler auf der Reise entdeckt und für die Lösung der Aufgaben braucht, kann sich Flux anheften – vom Schiff bis zum Löwengebrüll. Im Spielverlauf werden die gesammelten Gegenstände, Farben und Emotionen zur Aufdeckung der Geheimnisse benutzt. Am Ende des Abenteuers kann der Spieler aus all diesen Objekten einen persönlichen Flux entwerfen und ihn per E-Mail an das Städel Museum schicken. Auf der Website www.imagoras.de finden sich dann die veröffentlichten Ergebnisse.

Die Digitale Erweiterung des Städel Museums
Das 200-jährige Bestehen des Städel Museums in diesem Jahr ist Anlass für die älteste Museumsstiftung Deutschlands, sowohl ihr vielfältiges Vermittlungsprogramm als auch das Erlebnis Museumsbesuch völlig neu zu definieren. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung des Alltags ist die Erweiterung des Bildungsauftrags in den digitalen Raum ein zentrales Anliegen des Frankfurter Museums. In diesem Kontext entstehen neben dem Game für Kinder derzeit zahlreiche weitere digitale Vermittlungsangebote: So wurde zur Monet-Ausstellung mit dem Digitorial ein kostenloser Vorabkurs sowie eine Städel App veröffentlicht, die Städel Digitale Sammlung zugänglich gemacht, weiterhin werden Online-Kunstgeschichtskurse zur Moderne in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, zudem werden die Filmproduktionen des Städel stetig ausgebaut.

Und wer schauen möchte hier die Infos:
IMAGORAS – DIE RÜCKKEHR DER BILDER. EIN STÄDEL GAME FÜR KINDER
Empfohlen für Kinder ab 8 Jahren

Information: www.imagoras.de, imagoras@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Ermöglicht durch: Willy Robert Pitzer Stiftung

Spieldauer: 3 bis 4 Stunden
Downloads: Kostenlos erhältlich für Apple iPads im Apple App Store, für Android Tablets im Google Play Store, Amazon App-Store und in Kürze bei Samsung Galaxy Apps
Technische Voraussetzungen: Apple iPads (ab der 3. Generation) oder iPad Mini mit iOS7 oder höher. Android Tablets ab 7 Zoll Bildschirmgröße und Android 4.2 oder höher
Vertriebspartner: Samsung Electronics




1 Kommentar to “Städel Museum Frankfurt mit Computerspiel App”

kunstfreund sagte:

Eine sehr gute Idee und eine ebenso gelungene Umsetzung. Insbesondere der moderne Grafikstil, der das Spiel prägt, gefällt mir. Als Freund von Kunst und Computerspielen gleichermaßen würde ich mir eine so gelungene Verbindung dieser beiden Welten natürlich öfters wünschen. Auch und gerade deshalb, weil innerhalb der Kunstwelt noch immer Vorurteile gegenüber einer solchen Form der digitalen Unterhaltung anzutreffen sind. Mehr Kooperationen und frische Projekte würden hier helfen.

Fr 22. Mai 2015 at 20:51

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