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Mi Dezember 21st, 2016

Magritte in Frankfurt

In Frankfurt wird ab dem 10. Februar eine Überblicksausstellung über den genialen Surrealisten René Magritte gezeigt. Seit 20 Jahren mal wieder. Die letzten großen Schauen fanden in Belgien und Frankreich statt. 2017 jährt sich der Todestag von Magritte zum 50ten Mal, deshalb haben auch die Belgier auch wieder große Ausstellungen in Planung.

Bildquelle: Plakat Frankfurt, Schirn

Magritte gehört zu den Schlüsselfiguren der Malerei des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu den von den Pariser Surrealisten um André Breton postulierten Methoden von Traum und Automatismus wurzelt Magrittes einzigartige Bildsprache in der spezifischen Ausprägung des belgischen Surrealismus, der eine dialektische Methode und wissenschaftliches Denken forderte.

Der Ausdruck „dumm wie ein Maler“, der Ende des 19. Jahrhunderts zum gängigen Sprachgebrauch gehörte, verdeutlicht die philosophisch begründete Auffassung, dass die Poesie über der Malerei, die Worte über den Bildern stehen. Magritte wollte diese Hierarchie nicht akzeptieren. Zeitlebens forderte er die Anerkennung des geistigen Wertes seiner Kunst und verfolgte das Ziel, seine Malerei zuerst auf die Stufe der Poesie und schließlich auf die der Philosophie zu erheben. Mit quasi wissenschaftlichem Anspruch verlieh der Künstler seiner Bildsprache die Objektivität eines Vokabulars. Seine Motive, wie etwa Pfeife, Apfel, Hut, Kerze, Vorhang, Flamme, Schatten oder Fragment treten in seinen Gemälden in unterschiedlichen Kombinationen und Sinnzusammenhängen wiederholt auf. Magritte malte Bilder, deren Sinn sich dem Betrachter universell aufdrängen sollte. Er verstand seine Malerei als Gleichung, bei der er jedem Bild die Lösung eines „Problems“ zuschrieb und dabei einem dialektischen Prinzip folgte. In dem in der Ausstellung präsentierten Gemälde La Condition humaine (So lebt der Mensch) (1935) befasst er sich etwa mit dem Problem Fenster, indem er Innen und Außen, Gesehenes und Verborgenes, Natur und Kultur von Landschaft und Bild miteinander verbindet. Von Gemälde zu Gemälde zeichnet sich so seine Vorstellungswelt ab, die aus Gegensatzpaaren wie dem Natürlichen und Künstlichen, dem Innen und Außen, dem Trieb und der Vernunft besteht.

 

„Magritte. Der Verrat der Bilder“. Eine Ausstellung organisiert von dem Centre Pompidou, Musée national d’art moderne, Paris, in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt.  Laufzeit vom 10. FEBRUAR – 5. JUNI 2017

Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen Hohen Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck und von Seiner Majestät dem König der Belgier.

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