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Do Februar 4th, 2016

Raum Oberkassel zeigt Felix Contzen – Duck to Concrete

Felix Contzen arbeitet in den künstlerischen Medien Fotografie und Video mit traditionell analogen sowie neuen digitalen Techniken. Seine Werke entstehen weder intuitiv noch zufällig: Einem Forscher gleich lotet Contzen in Serien festgelegte Fragestellungen aus. Diese erscheinen bei oberflächlicher Betrachtung ab und an absurd, beinhalten jedoch stets ein existentielles Erkenntnismoment: Eine Katze landet immer auf ihren vier Pfoten, ein Marmeladenbrot fällt jedoch laut angenommenem Gesetz stets auf seine bestrichene Seite.

Felix Conzen

Bildquelle: Felix Conzen Duc to Concrete

Was passiert also, wenn eine Katze mit einem Marmeladenbrot auf dem Rücken vom Rand eines Tisches geschubst wird? Kann man toten Vögeln, aufgesammelt am Rand der Pariser Autobahn, illusorisch neues Leben einhauchen, indem man sie hochwirft und ihr Fallen fotografiert? Natürlich nicht. Wie Scherenschnitte bewegen sich die Kadaver in don’t let go ästhetisch schön, aber ohne jeden Sinn in der Luft. Der Versuch, sie wieder zum Leben zu erwecken, ist zum Scheitern verurteilt. Genauso wie die Suche nach dem Nichts, die Contzen 2011 und 2012 in die ganze Welt von Norwegen bis Afrika führte, als Auftrag nicht zu erfüllen ist. Hier greift jedoch die Theorie, dass genau das Scheitern -neben der damit verbundenen Erfahrung an sich -zu neuen (künstlerischen) Ergebnissen führt; in diesem Fall zu einer Serie Fotografien der Wüste, sowie zu einem Video, in dem Felix Contzen sich selbst unter dem Sand begräbt. Die Aktion des Künstlers ist also ein maßgeblicher Teil des fertigen Werkes.Diese teilweise gefährlichen, teilweise absurd-komischen Handlungen stehen in seltsamem Kontrast zu der ästhetischen Perfektion, welche die Fotografien des Künstlers durchweg ausstrahlen.
Blitzschlag, Wasserfälle, Nachtfotografien von Benzin-Feuern, Wald, Wüste –die Motive lassen klar erkennen, dass der Mensch im Werk von Felix Contzen nicht als die mächtige Krone der Schöpfung propagiert wird. Vielmehr geht es ihm um die Darstellung menschlicher Sterblichkeit angesichts der übermächtigen Natur. Das seltene Auftauchen und Verschwinden der Person des Künstlers selbst in den eigenen Videos, welches im quantitativen und qualitativen Vergleich zu eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen eindeutig eine untergeordnete Rolle spielt, kann als Synonym hierfür gelesen werden.
Text:Julia Ritterskamp, Düsseldorf

Die Eröffnung findet am Freitag, den 12. Februar von 18-21 Uhr statt.

Sonderöffnungszeiten während des Photo Weekends:

Freitag, 12. Februar, 18-21 Uhr

Samstag, 13. Februar, 12-20 Uhr

Sonntag, 14. Februar, 12-18 Uhr

Laufzeit der Ausstellung 12. Februar – 12. März 2016

RAUM e.V.
Sonderburgstr. 2 / 40545 Düsseldorf

Öffnungszeiten Sa 14-18 h / u. n. Vereinbarung / Tel 01520 8532231

www.raumoberkassel.de

Galerie Hofffmannarchäow




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