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Mi Juli 1st, 2015

2. Mercedes-Benz Kunstpreis in Düsseldorf vergeben

Sie haben entworfen und verworfen, gezeichnet und konstruiert – so lange bis schließlich die Modelle entstanden sind, die zeigen, wie wir in 15 bis 20 Jahren wohnen wollen. Denn genau das war die Aufgabe, denen sich die Studierenden der Baukunstklasse der Kunstakademie Düsseldorf beim 2. Mercedes-Benz Kunst Award gestellt haben.

 

Mercedes-Benz Kunst Award

Bildquelle: Copyright: Lucia Sotnikova für Mercedes-Benz // Die drei Gewinner: v.l.n.r. Hyunje Joo, Elena Miegel und Min Gi Hong

Überzeugen konnten schließlich HYUNJE JOO, aus der Klasse von Nathalie de Vries mit dem Thema „Vernetzung zwischen Arbeiten, Lebensweise“.

Hyunje Joo: „In Zukunft wird es keine Abgrenzung mehr zwischen Arbeit, Freizeit und Wohnen geben. Die gegenwärtige Form der heutigen Work-Life-Balance wird kaum noch eine Rolle spielen. Denn dies ist ein ‚entweder oder‘. Es gibt nur noch ein ‚miteinander‘. Dazu habe ich den Raum aufgegeben und die bisherigen starren Abgrenzungen zwischen den Räumen, durch Glas und starre Elemente aufgehoben. Es wird keine Rolle mehr spielen, ob man als Besucher, als Mitarbeiter oder als Person ein Gebäude erlebt. Jeder bekommt das Recht an allem teilzuhaben.“

Der Preis für „Die Frage, wie wir zukünftig wohnen möchten“ geht an ELENA MIEGEL aus der Klasse von Prof. Karl-Heinz Petzinka. Dabei beschäftigt sie sich mit großen Villen, einer individuellen und extremen Art des Lebens, mit dem Wunsch, dass sie stilprägend für die jeweilige Zeit sein werden.

Elena Miegel: „Ich geben meinen Bauwerken die maximale Sinnlichkeit im Rahmen der Möglichkeiten, die die Architektur bietet. So verbinde ich runde Formen mit geraden, kantigen Formen. Für mich liegt die Zukunft des Wohnens in der Sinnlichkeit und Schönheit.“

Den dritten Preis erhält SUN GI HONG, aus der Klasse von Prof. Max Dudler, der sich mit der Frage beschäftigt, wie wir Gebäude weiterentwickeln und interpretieren können.

Sun Gi Hong: „In Zukunft werden öffentliche Gebäude dazu gehören, vor allem Bibliotheken werden mehr denn je das städtebauliche Bild prägen. Ich habe mich bei meiner Konzeption für den Erweiterungsbau der Amerikanischen Bibliothek in Berlin entschieden. Dazu habe ich die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse miteinander verwoben und habe mich hier an den hängenden Gärten von Babylon und an klassischen römischen Formen orientiert. Ich stelle damit den Raum der Bibliothek auf das größtmögliche Podest. Das zeigt für mich, Kulturen gehören in friedlicher Koexistenz zusammen und die Historie ist die Basis für neue Interpretationen.“

Ihre Zukunftsmodelle haben alle eine Philosophie für das Wohnen im Jahr 2040 gemeinsam: „Es gibt kaum noch eine konforme Struktur. Die Familienorientierung im Sinne von Erbe und Dynastie nimmt weiter ab. Und Wohnraum zu schaffen, der angemessen und bezahlbar ist, wird immer wichtiger“, sagt Akademie-Professor Karl- Heinz Petzinka. Für Akademie-Professorin Nathalie de Vries wird immer deutlicher, „dass es weiterhin das Generelle, das Allgemeine gibt. Doch dies zählt immer weniger. Individualität ist der Wunsch der Menschen von übermorgen.“

Für Max Dudler, ebenfalls Professor für Baukunst an der Akademie, gibt es eine interessante Erkenntnis: „Nur wenige Bauwerke werden künftig noch in der Lage sein unsere Gesellschaft als Ganzes zu repräsentieren. Bibliotheken gehören dazu. Sie sind die öffentlichen Gebäude schlechthin. Das macht ihre Planung so brisant und dieser Faszination begegnen wir in den tollen Entwürfen unserer Studierenden.“

Eingeordnet in den historischen Zusammenhang wurden die Arbeiten von Jury-Mitglied Dr. Anette Kruszynski, wissenschaftliche Leiterin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Mercedes-Benz schickte einen seiner renommiertesten Experten in die Jury: Prof. h. c. Klaus Frenzel, Leiter für Design-Strategie. „Mercedes-Benz steht für das Prinzip des modernen Luxus, das für uns von sinnlicher Klarheit geprägt ist. Dazu gehört der Blick auf das, was die Menschen wollen, wie sie Luxus definieren. Ist es Zeit? Komfort? Sicherheit? Die Studenten haben uns vermitteln, wie sie Zukunft definieren: Absolut individuell, ohne Konformität. Sie leben in klaren Bildwelten, hinter denen das Komplexe, das schwer Erklärbare zurücktritt. Das ist eine von vielen wichtigen Informationen, die wir uns holen, um Zukunft zu gestalten“, sagt Klaus Frenzel.

Geboren ist der Förderpreis von Mercedes-Benz aus der Idee, einen Wettbewerb ins Leben zu rufen, bei dem der Preis in einem diskursiven Verfahren vergeben wird.

Das heißt: Die Studenten diskutieren ihre Arbeiten über zwei Semester mit den Juroren. „Die verschiedenen kreativen Branchen müssen sich noch viel intensiver vernetzen. Diesen Dialog gehen wir mit dem Kunst Award ganz aktiv an, um den Austausch und das ganzheitliche Gestaltungsverständnis zu fördern“, sagt der Chef-Designstratege von Mercedes-Benz, Klaus Frenzel.

Klarheit-und-Opulenz-w




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