KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di April 21st, 2015

Kunstkatalog Win/Win zur Art cologne vorgestellt

WIN/WIN“: Generali Deutschland präsentiert Kunstkatalog zur Ausstellungsreihe EG Null auf der Art Cologne. Idee des Projektes, dass auf 80 Seiten als Katalog erschienen ist, ist die Ausstellungsreihe EG Null – Raum für junge Kunst die von 2010 bis 2015 in den Räumen der Generali Deutschland in Köln stattgefunden hat zu dokumentieren. Im Rahmen des Projektes hatten insgesamt 18 Künstlerinnen und Künstler in neun Einzel- oder Gruppenausstellungen die Möglichkeit, ihre Werke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Generali Deutschland im Kölner „Dominium“ und der interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Ausstellungsreihe wurde von Prof. Mischa Kuball, MinusEins Experimentallabor an der Kunsthochschule für Medien Köln betreut. Die Kuration übernahmen Georg Elben und Julia Höner. Der Katalog ist im Kerber Verlag erschienen.

Die Idee, die den Katalog prägt ist es die Möglichkeiten die ein Raum mit sehr großer Fensterfront, der eigentlich zu Seminar, Tagungen und Besprechungen einer großen Firma gedacht ist zu öffnen. Aber auch nach Innen so dass der Raum mit der Bezeichnung EG Null, der zur Tunisstraße in Köln tatsächlich vorhanden ist, einen Blickfang für Passanten darstellt. Nicht nur sitzende Leute einer Firma, oder ein Verschattungsrollo, sondern was zu sehen. Die Werke im Inneren wirkten aber auch nach Innen so dass die Belegschaft auf ihren Wegen zu Besprechungen, zur Rezeption oder zur Cafeteria oft genug innehielten oder sogar vor Hindernissen standen, die sie aus ihren Alltags- und Berufsgedanken riss.

Ob auf die Straße gerichtete Filmscheinwerfer, ein wasserumspültes Auto, bunte Hausfassaden-Kacheln oder ein aus den Büros der Angestellten zusammengetragener Grünpflanzen-Dschungel: Stets war die große Fensterfront des Raumes Spielfläche für Kunst.
Zitat: „Die Ausstellungen haben stets Anlass gegeben, aus unserer Routine, unserem buchstäblichen Alltagstrott auszubrechen. Diese kleinen Abweichungen haben unsere Unternehmenskultur zweifelsohne bereichert“, beschreibt Dietmar Meister, Aufsichtsratsvorsitzender der Generali Deutschland Holding AG, die Win-Win-Situation aus Sicht des Unternehmens.
Die Ausstellenden wiederum profitierten davon, außerhalb des geschützten und gewohnten Raums ihrer Hochschule eine „echte“ Ausstellung mit allen Hürden und Arbeitsschritten zu erfahren. Aus diesem beiderseitigen Nutzen entstand der Titel der abschließenden Publikation: WIN/WIN.
Der Katalog ist vom Kerberteam schön und ansehnlich gemacht, auch liebevoll trifft es. Die Frage nach dem Konzept ist nicht uninteressant. Naturlich ist es für die Studierenden eine Trainingsmaßnahme und fasst den beruflichen Alltag eines freischaffenden Künstlers gut zusammen. Die Wertschätzung ist ebenfalls vorhanden. Interessant wäre jetzt zu sehen, ob die junge noch nicht fertig studierte Kunstproduktion weiter von der Firma und deren Sammlung verfolgt wird, oder ob Win/Win nur Durchlauferhitzer ist, günstig an neue junge Kunst zu kommen, die eigene Sammlung günstig zu füllen und eine langfristige, vielleicht auch teurere Kunstankaufspolitik zu vermeiden.
Aber den Professoren wird diese Beobachtung obliegen und vielleicht wird sich auch in den Karrieren der Künstler der WIN/WIN Aspekt durchziehen. Zu wünschen ist es allen.




1 Kommentar to “Kunstkatalog Win/Win zur Art cologne vorgestellt”

kunstfreund sagte:

Ich war in diesem Jahr selbst zum ersten Mal auf der Art Cologne. Ich fand die Messe wirklich sehr gelungen und werde auch im nächsten Jahr wieder vor Ort sein. Über meine Eindrücke von der Art Cologne 2015 und drei Künstler, die mir persönlich besonders gut gefallen haben, schreibe ich in meinem Blog. Beim Besuch der Art Cologne habe ich den Kunstkatalog der Generali zwar nicht wahrgenommen, aber das WIN/WIN zugrundeliegende Projekt hört sich spannend an. Ich habe mich auf diesen Blog-Eintrag hin ein wenig mit EG Null beschäftigt und muss sagen, dass mir das Luminogramm von Elisa Balmaceda auf Anhieb extrem gut gefällt.

Vielen Dank für diese Informationen Frau Hoffmann. Ich erstelle in naher Zukunft meine Blogroll und werde ihren Blog dann definitiv mit aufnehmen. Vielleicht ergibt sich in Zukunft ja mal eine Gelegenheit für ein gemeinsames Projekt – würde mich sehr freuen.

Künstlerische Grüße
Fabian Kockartz

Fr 22. Mai 2015 at 21:00

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