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So November 30th, 2008

Fotografien aus dem Warschauer Ghetto – Willi Georg

Und dann sei hier noch ein Zufallsfund im Antiquariat vorgestellt. 2006 verstarb 95jährig der ehemalige Berufsfotograf Willi Georg in Münster. Der Jahrgang 1911 gewesene Georg war während des Zweiten Weltkriegs als Soldat auch als Fotograf eingesetzt. Den Sommer 1941 hat Georg mit seiner Einheit in Warschau verbracht. Zu dem Zeitpunkt bestand das Warschauer Ghetto bereits. Die Menschen die dort leben mussten, vegetierten schon unter unvorstellbar grausamen Umständen vor sich hin, aber noch waren sie da.

Und genau diese Situation hat Willi Georg, ausgerüstet mit einem Passierschein und den vagen Worten eines Vorgesetzten „geh da rein und mach ein paar Fotos“ festgehalten. Fünf Filme konnte der Fotograf im Ghetto machen und sah unvorstellbares, irrwitziges und einfach nur unmenschliches. Beim fünften Film wurde er festgehalten und der Film aus der Kamera gerissen. Die vier bereits belichteten wurden aber nicht gefunden, so dass er zwar festgesetzt wurde und nur mit viel hin- und her ob seiner Identität wieder frei kam, aber er hatte die Fotos. Diese überstanden den Krieg und die Zeit danach bei Mutter im Kleiderschrank im heimischen Münster.

Bildquelle: Buchcover Willi Georg

Erst 1992-93 fand Willi Georg die Kraft die Aufnahmen einer Öffentlichkeit zu präsentieren. Im amerikanischen Aperture Foundation Verlag erschien das Buch in englischer Sprache ergänzt durch Informationen aus dem Ghettotagebuch um Zeit und Orte für den Leser verständlich zu machen. Ein ergreifendes Zeitzeugnis.

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