KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Mi Januar 28th, 2009

Die Faszination des Fake – Alte Kunst ins Hier geholt

Der Prestel Verlag ist nicht nur ein guter, erfolgreicher Kunstverlag, sondern auch immer wieder für Überraschungen gut. Aufmerksame Blogleser haben sicher schon den Prestelband „Kunst erneuern“ wahrgenommen.

Darin stellen Studierende der Hochschule Furtwangen in einem Foto-Projekt Alte Meister nach und verfremden sie ironisch, so dass die Brillianz des Originalwerkes in Szene gesetzt wird, aber auch ins Hier und Jetzt geholt wird. Der Schmunzeleffekt des Betrachters ist gewollt, so dass beim nächsten Galeriebesuch bei Alten Meistern, nicht die klassische Erstarrung sondern die Lust am Bild und die Entdeckung des Bildes im Vordergrund stehen kann. So ähnlich, wie Max Hollein seine Schätze in der Frankfurter Schirn immer mal wieder mit modernen Arbeiten arrangiert, um die Inhalte und die verloren gegangene ikonografische Bedeutung wieder deutlich zu machen.

Das Projekt gibt es mittlerweile seit vier Jahren und ist ein fester Bestandteil der Ausbildung im Fach Fotografi in Furtwangen geworden. Neben der Rekonstruktion der Komposition ist das Nachstellen der jeweiligen Lichtsituationen häufig eine echte Herausforderung. Wie bravourös das den Studierenden gelungen ist, zeigt der Prestelband, der mit seinen 21 Seiten in keinem Kunstbuchregal fehlen sollte. Auch für die „Unterweisung des Nachwuchses“ wie das früher so nett hieß, ist der Band sehr gut geeignet.

Hier werden jetzt heute und in den nächsten Tagen einzelne Seiten und Themen vorgestellt. Passend zu IFO-Index und Wirtschaftskrise, fangen wir mit dem „Geldwechsler“ von Rembrandt an. (Im Buch Seite 22,23)

geldwechslerweb1Bildquelle: Kunst erneuern, Nach Rembrandt „Der Geldwechsler“, Neu

Die Lichtführung ist das tolle im Bild, das Rembrandt realistisch in der sogenannten »Chiaroscuro«- Technik ausführte. Der Einsatz von extrem hartem, gerichteten Licht der Kerze, die eigentlich verdeckt, aber das Gesicht des Geldwechslers beleuchtet, ist grandios. Die Situation im Dunklen, wird so theatralisch in Szene gesetzt und spielt mit dem Geheimen und Verborgenen. Der Reichtum aber auch die anrüchige Beschäftigung mit dem Geldwechseln und möglichem Übervorteilen eines Kunden wird so suggeriert. Geldwechsler waren für die Wirtschaft wichtig, aber ähnlich gut gelitten wie Gebrauchtwagenhändler heute. Eben mal so, mal so.

Und wer Lust auf mehr hat, der kann hier bestellen:

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4 Kommentare to “Die Faszination des Fake – Alte Kunst ins Hier geholt”

Dias aus dem Führerauftrag Monumentalmalerei vermutlich Dubletten | News Adhoc sagte:

[…] Die Faszination des Fake – Alte Kunst ins Hier geholt | kunstfreunde […]

Do 29. Januar 2009 at 13:35

Herren als Damen - Kunst erneuern Alte Meister | kunstfreunde sagte:

[…] der Hochschule Furtwangen realisiert worden. Hier im Kunstblog haben wir bislang den “Geldwechsler” […]

Do 29. Januar 2009 at 19:43

Kunstfreund sagte:

Fake the fake!

Fr 30. Januar 2009 at 12:51

Die Freiheit vor Wolkenkratzern - Kunst erneuern von Prestel | kunstfreunde sagte:

[…] absolute französische Kunstikone ist auf den Seiten 6 und 7 des Buches ”Kunst erneuern” aus dem Prestel Verlag zu sehen. Dort haben Studierende das Momumentale Historienbild von […]

Di 3. Februar 2009 at 00:10

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