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Di Juli 7th, 2009

XVI. Rohkunstbau – Atlantis in Marquardt

Man glaubt es kaum, aber im Umfeld von Berlin gibt es noch so manches verwunschene Schloss, das noch nicht in eine Edelherberge verwandelt worden ist. Manchmal ist es aber auch ein Treppenwitz, dass Adelssitze heute Hotels sind und ehemalige Schlosshotels noch auf irgendeinen Prinzen oder die Lottofee warten, bis wieder was passiert.

Eine solche Adresse ist das Schloss Marquardt, dicht an Berlin gelegen, so dass Herr Kempinski schon zur Jahrhundertwende das Rokokoschloss zu einem historistischen Schlosshotel umbaute und erweiterte, so dass Sonntags „bis zu 1.000 Automobile“ auf dem Parkplatz standen, wie die Ortschronik zu vermelden weiss.

Das ehemalige Schloss und Schlosshotel wird jetzt in der Zeit vom 12.07. bis zum 13.09. 2009, Spielort der XVI. Rohkunstbau sein. Unter dem Titel ATLANTIS I Hidden Histories – New Identities wird zum 15. Mal ein versteckter Ort zu einer Kunstausstellung umfunktioniert, bzw. kurzzeitig wachgeküsst.

Seit Jahrhunderten beflügelt der Mythos des versunkenen Atlantis die Fantasie zahlreicher Dichter, Künstler und Denker. Zehn Künstler aus Deutschland und Osteuropa wurden in diesem Jahr eingeladen, sich mit ortsbezogenen Arbeiten Gedanken zum Themenkomplex zu machen.

Atlantis, als Idee eines Idealstaats von Platon vor 2400 Jahren in seinen Dialogen beschrieben, wurde zum Stoff eines antiken Philosophenstreits und ist über Jahrhunderte hinweg immer wieder mit unterschiedlichsten Gedanken zu Verlorenem und Wiedergefundenem sowie zu Auflösung und erneuter Formung in philosophischer, aber auch politischer Hinsicht aufgeladen worden. Unter Referenz auf das mythische Atlantis soll die Suche nach verborgenen Geschichten und neuen Identitäten unternommen werden. Die Künstler werden ihre persönlichen Sichtweisen und ihre Biographien zur Sprache bringen.

In Marquardt ist ein Ort gefunden, der nicht so weit ab von den üblichen Wegen, trotzdem so „weit weg vom Bewusstsein“ liegt, so dass eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst in ländlicher Idylle möglich wird. Verfall und Neuanfang, Untergang und Wiedererstehen ­ all jene Gegensätze treffen im preußischen Arkadien aufeinander und werden in der Ausstellung Atlantis gespiegelt. Und in Marquardt mit dem Charme des Untergangs, des Verfalls und dem noch nicht eingelösten Traum vom Landleben gespiegelt.

Hier ein paar Impressionen der Location:

Ein Motiv ist am Schlänitzsee am anderen Ufer zu finden alle Fotos: Kunstfreunde-blog.de


Folgende Künstler und Künstlerinnen nehmen teil: MARTIN ASSIG – Deutschland, ROBERT BARTA – Tschechien / Deutschland, DENNIS FEDDERSEN – Deutschland, GREGOR HILDEBRANDT – Deutschland, SABINE HORNIG – Deutschland, LISA JUNGHANSS – Deutschland, SEJLA KAMERIC´ – Bosnien-Herzegowina, KATARZYNA KOZYRA – Polen, DEIMANTAS NARKEVICIUS – Litauen, THOMAS SCHEIBITZ – Deutschland, Künstlerischer Leiter: Dr. Arvid Boellert, Kurator: Mark Gisbourne

Der Veranstaltungsort ist unter der Adresse  Schloss Marquardt, Hauptstraße 14, 14476 Potsdam – Marquardt zu erreichen.

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3 Kommentare to “XVI. Rohkunstbau – Atlantis in Marquardt”

Klaus sagte:

Wow, was für ein wunderschönes Schloss. Vielen Dank für die kleinen Impressionen.

Mi 8. Juli 2009 at 11:49

weirauch sagte:

hallo,
marquardt hat auch einen berühmten lenne´park uind man kann toll im schlänitzsee baden.
wann ist die eröffnung, sonntag oder samstag und welche uhrzeit ?
wir wollen kommen.

alfred

Sa 11. Juli 2009 at 08:54

kunstfreunde-blog.de sagte:

Hallo,

die Eröffnung der Ausstellung ist heute, am Samstag 11. Juli 2009 um 16.30 Uhr.

Sa 11. Juli 2009 at 14:10

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