Sa November 22nd, 2008
Last Call . Berlin – Tempelhof
Egal ob man für oder gegen den Flughafen Berlin Tempelhof war. Als am 30. Oktober 2008 die Tore für immer für die Flugpassagiere geschlossen wurden ist nicht nur ein Kapitel der Luftfahrt- oder Stadtgeschichte Berlins beendet worden.
Für viele Menschen ist der gigantische und doch elegante Flughafenbau auch immer Symbol für ein freies Berlin gewesen. Viele Tränen sind geflossen und haben auch für die anwesenden Journalisten gezeigt, dass Tempelhof sich der klassischen Kategorie von “Flughafen” entzieht und schon jetzt ein Mythos ist.
Dieser Kategorie “Mythos” widmet sich jetzt das C/O Berlin, International Forum for Visual Dialogues, im alten Postfuhramt. Dort wird ab dem 3. Dezember 2008 bis zum 18. Januar 2009 die Ausstellung Last Call . Berlin – Tempelhof der Berliner Fotografin Cathrin Schulz eröffnet. Die Ausstellung wird am Dienstag, den 2. Dezember 2008, um 19 Uhr im Foyer des Postfuhramts an der Oranienburger Straße/Ecke Tucholskystraße eröffnet. 
Bildquelle: C/O, Berlin
Egal ob Rosinenbomber, Luftbrücke, eines der größten Gebäude der Welt oder Sehnsucht nach Ferne mitten in der Metropole. Anders als Tegel, wird man diesem grandiosen aber auch stillen Koloss immer seine Referenz erweisen. Die Klarheit bringt die Fotografin Cathrin Schulz mit ihrer Serie beeindruckend zum Vorschein.
Zur Geschichte sei noch hinzugefügt: Der Bau wurde 1935 von Ernst Sagebiel entworfen, von den Nationalsozialisten begonnen und Anfang der 1960er Jahre von den Amerikanern fertiggestellt. Legendäre Rollen spielte er, z.B. in dem Billy Wilder-Film “1,2,3″ mit Liselotte Pulver und Horst Buchholz.
Das Gebäude hat zweifelslos die ästhetische Qualität eines NS-Gebäudes, wurde jedoch gebrochen von amerikanischen Einflüssen der 1950er Jahre.
Cathrin Schulz fängt ungewöhnliche Perspektiven ein. Sachlich zurückgenommen werden die einzelnen Bestandteile Tempelhofs vorgestellt: Fensteröffnungen, Pfeiler und Deckenbalken über Luftschutzkeller bis zur Bowlingbahn. Die Stärke der Aufnahmen sind ihre reduzierte visuelle Sprache, die das gewählte Motiv und den präzisen Bildauschnitt verdichten.
Diese Klarheit wird zusätzlich durch digitale Bearbeitung betont. Mit dem Ausreizen von Kontrasten, Farbe und Sättigung hebt Schulz einzelne Details und Strukturen plastisch hervor, die sonst dem Auge entgingen. Die Menschenleere der Arbeiten lässt die Tradition der Becher-Schule aufleben.
In einer Ikone der Bewegung und der Hektik ist der Eindruck von Stillstand und Zeitlosigkeit grandios - eine klassische Projektionsfläche für Erinnerungen und Emotionen.
C/O Berlin präsentiert erstmals die Fotografien von Cathrin Schulz. Die Ausstellung im Foyer des Postfuhramts umfasst 15 Bilder der Serie „Berlin-Tempelhof”.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






2 Kommentare to “Last Call . Berlin – Tempelhof”
Für Ihren Artikel bedanke ich mich ganz herzlich. Gerne sind Sie zu dem Eröffnungsabend meiner Ausstellung Last Call . Berlin Tempelhof am 2. Dezember 19Uhr eingeladen.
Mit herzlichen Grüßen, Cathrin Schulz
Sa 22. November 2008 at 16:00
Hallo!
Auch ich möchte mich für den Artikel bedanken, den ich sehr informativ und spannend zu lesen finde. Bitte weiter so!
Grüße, Nina
So 30. November 2008 at 17:47
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