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Do Juni 22nd, 2017

Rebecca Horn bekommt den Wilhelm-Lehmbruck-Preis für ihr Lebenswerk

Die Stadt Duisburg und die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum freuen sich, mitteilen zu können, dass eine international besetzte Jury die Künstlerin Rebecca Horn zur Wilhelm-Lehmbruck-Preisträgerin der Stadt Duisburg gekürt hat. Der Wilhelm-Lehmbruck-Preis, der zu den international renommiertesten Auszeichnungen für Bildhauerinnen und Bildhauer gehört, würdigt Rebecca Horn für ihr Lebenswerk, mit dem sie die Skulptur des 20. und 21. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat. Glückwunsch!

Als Bildhauerin, Zeichnerin, Literatin, Filmemacherin, Video-, Installations- und Performancekünstlerin hat Rebecca Horn in den letzten Jahrzehnten ein umfassendes und stringentes Werk geschaffen, das eine eigene Poesie des Mechanischen entwirft. Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Jochen Gerz würdigt Rebecca Horn „als eine der eigenwilligsten, innovativsten und experimentierfreudigsten Künstlerinnen Deutschlands, deren Werk internationale Anerkennung genießt. Sie entwickelt in ihren Arbeiten von den 1960er Jahren bis heute ein ebenso komplexes wie unverwechselbares Werk, in dem es um die existentiellen Bedingungen des Menschenseins geht. Gerade in dem Überschreiten des Körperlichen ins Geistige entsteht eine Seelenverwandtschaft zu dem Namensgeber des Preises Wilhelm Lehmbruck. Der Ausstellung ihrer Werke im Lehmbruck Museum sehen wir mit Spannung entgegen.“

„Es erfüllt mich mit Freude und mit Stolz, dass der Wilhelm-Lehmbruck-Preis von einem so großen bürgerschaftlichen Engagement getragen wird und nach einer Unterbrechung von mehr als zehn Jahren jetzt wieder vergeben werden kann“, so der Oberbürgermeister und Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum Sören Link. „Unser Dank gilt“, so Kulturdezernent Thomas Krützberg, „der Sparkasse Duisburg mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Dr. Joachim Bonn, die mit der Stiftung des Preisgeldes die erneute Vergabe der renommierten Auszeichnung maßgeblich ermöglichen. Mit seiner wichtigen Unterstützung trägt Herr Stephan Böninger, der mit seiner Familie dem Museum und der Stadt Duisburg eng verbunden ist, nun entscheidend zur Förderung der begleitenden Ausstellung bei.“

Die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum und die Stadt Duisburg danken den folgenden Persönlichkeiten besonders für ihre kontinuierliche und leidenschaftliche Unterstützung, mit der sie die erneute Vergabe der Preises befördert haben: Herrn Dr. Thomas Ludwig als Vorstandsvorsitzendem des Freundeskreises der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Frau Dr. Doris König und Herrn Dr. Otmar Franz als Stellvertretenden Vorsitzenden des Freundeskreises, den Herren Paul Köser und Dr. Reimund Göbel als Freunden des Museums sowie allen Förderern, die ungenannt bleiben möchten.

Der Wilhelm-Lehmbruck-Preis, der mit 10 000 Euro dotiert ist, wurde von 1966 bis 2006 alle fünf Jahre von einer Fachjury verliehen, um das Werk des in Duisburg geborenen Bildhauers Wilhelm Lehmbruck (1881–1919) lebendig zu halten und um zeitgenössische, international bedeutende Bildhauerinnen und Bildhauer für ihr Gesamtwerk zu würdigen. Zu den Trägern des Wilhelm-Lehmbruck-Preises gehören die Künstlerpersönlichkeiten Eduardo Chillida, Norbert Kricke, Jean Tinguely, Claes Oldenburg, Joseph Beuys, Richard Serra, Richard Long, Nam June Paik und, zuletzt im Jahr 2006, Reiner Ruthenbeck, die mit ihrem Werk einen festen Platz in der jüngeren Kunstgeschichte einnehmen.

Frau Dr. Dinkla, die Direktorin des Lehmbruck Museums, begrüßt die Entscheidung der Jury: „Es ist für unser Museum eine große Ehre und ein wichtiger Schritt, dass die Reihe der namhaften Künstlerpersönlichkeiten, die den Wilhelm-Lehmbruck-Preis bisher bekommen haben, jetzt nach mehr als 50 Jahren zum ersten Mal durch eine Künstlerin erweitert wird. Rebecca Horns Werk hat gerade in den letzten Jahren noch einmal eine überraschende, neue Wendung genommen. Ihre poetischen Arbeiten stehen für das Humane, für die Verletzlichkeit des Menschen und die sensible Balance des sozialen Miteinanders.“

Die Jury

Zur Jury, die heute zur Vergabe des Wilhelm-Lehmbruck-Preises der Stadt Duisburg im Lehmbruck Museum zusammentraf, gehören, neben der Museumsdirektorin des Wilhelm Lehmbruck Museums Dr. Söke Dinkla, der Museumsdirektor des Skulpturenmuseums Glaskasten Georg Elben (Marl), der Künstler Prof. Jochen Gerz (Dublin), der Kunstkritiker Prof. Dr. Georg Imdahl (Köln), der Kulturdezernent der Stadt Duisburg Thomas Krützberg, das Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum Dr. Günter Okon, die Kuratorin am Busch-Reisinger Museum, Harvard Art Museums Dr. Lynette Roth (Cambridge), der Museumsdirektor des Max Ernst Museums Brühl des LVR Dr. Achim Sommer, sowie der Ratsherr und Kulturausschussvorsitzende der Stadt Duisburg Udo Vohl.

Die Künstlerin

Rebecca Horn wurde 1944 in Michelstadt, Deutschland, geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin, Paris und Bad König. Sie hatte zahlreiche Einzelausstellungen in den wichtigsten Museen weltweit, zuletzt 2016 in der Tate Modern in London. Sie nahm an vielen der bedeutendsten Ausstellungen der letzten Jahrzehnte teil, von der documenta in Kassel (1972, 1977, 1982 und 1992) bis zur Biennale in Venedig (1980, 1986 und 1997). Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen der berühmtesten Museen, wie dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York, der Tate Gallery, London, dem Musée d´Art Modene, Centre Georges Pompidou, Paris, und der Berliner Nationalgalerie (Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz).

Rebecca Horn wurde im September des letzten Jahres zum Mitglied des „Ordens Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste“ gewählt und erhielt damit die höchste Auszeichnung, mit der die Bundesrepublik Deutschland Künstler und Wissenschaftler ehrt




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