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Mi September 23rd, 2015

Cologne Fine Art Kunstpreis 2015 geht an Candida Höfer

Candida Höfer erhält den diesjährigen Künstlerpreis, der gemeinsam vom BVDG und der Koelnmesse jährlich zur Cologne Fine Art vergeben wird.

Der Cologne Fine Art-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Koelnmesse und dem Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) vergeben. In einer Sonderschau werden auf der Cologne Fine Art ausgewählte Fotografien von Candida Höfer zu sehen sein.

Bisherige Preisträger (Auswahl): Dieter Roth, Thomas Bayrle, Astrid Klein, Sigmar Polke, Thomas Schütte, Dieter Krieg, Gert und Uwe Tobias, Katharina Sieverding, Thomas Schütte, Georg Baselitz, Andreas Schulze, Günther Uecker, Tony Cragg, Jürgen Klauke und Leiko Ikemura

Candida Höfer hat sich schon frühzeitig mit Fotografie beschäftigt. Noch keine 20 Jahre alt, trat sie als Volontärin in das Studio von Karl Hugo Schmölz in Köln ein. Bereits dort kam sie mit Architekturfotografie in Berührung – denn Schmölz dokumentierte die zerstörte Rheinmetropole ebenso wie ihren Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg und arbeitete mit stilbildenden Architekten seiner Zeit zusammen.

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Bildquelle: Candida Höfer

Nach einem Fotografie-Studium an der Kölner Werkkunstschule arbeitete Candida Höfer zwei Jahre im Hamburger Atelier von Werner Bokelberg, der für seine Künstlerportraits und als Fotograf des Stern-Magazins bekannt wurde. Als Bernd Becher 1976 seine Professur für Fotografie an der Düsseldorfer Kunstakademie antrat, bewarb sie sich umgehend mit ihrem Zyklus „Türken in Deutschland“, in dem sie seit Anfang der 70er Jahre das Leben der Gastarbeiter in den Blick nahm. Aus der Klasse von Bernd und Hilla Becher ging später eine ganze Generation bedeutender Foto-Künstler hervor.

Anfänglich konnte sich Candida Höfer nicht vorstellen, dass ihre Arbeiten eines Tages in Galerien und Museen präsentiert werden würden. Heute zählt sie international zu den wichtigsten Künstlern im Bereich der Fotografie. Ihr Schwerpunkt liegt in der Ablichtung öffentlicher Innenräume: Foyers, Museen, Theatersäle, Bibliotheken. Die Räume sind menschenleer, Bänke und Stühle nicht besetzt. Der Blick konzentriert sich vollkommen auf die reine Erscheinung des Raumes in einem zeitlichen Vakuum. Dabei ist die puristisch-funktionale Architektur der Moderne für die Künstlerin ebenso interessant wie ein prachtvoll dekorierter, historischer Raum.

Neben der Architekturfotografie entstanden zudem beeindruckende Serien, die Spielautomaten, zoologische Gärten oder das Aachener Wohnhaus des Sammlerpaares Peter und Irene Ludwig zum Gegenstand haben. Auf ihren vielen Reisen hat Candida Höfer überdies die zwölf weltweit verstreuten Exemplare der Figurengruppe „Die Bürger von Calais“ von Auguste Rodin fotografiert – ihr Beitrag für die documenta 11 im Jahr 2002. Einige Jahre später widmete sie sich dem Künstler On Kawara, dessen Datums-Bilder sie im Umfeld von Privatsammlungen ablichtete.

Candida Höfer folgt als Fotografin einer asketischen Zurückhaltung – keine Inszenierung, kein Eingriff, keine technische Finesse verändert das Geschehen vor Ort. Die besondere Qualität ihres exzeptionellen fotografischen Oeuvres liegt im Respekt vor der Ästhetik räumlicher Strukturen, die sie mit äußerster Sorgfalt in ein Bild bannt und dem Betrachter somit bislang ungesehene Einblicke in den Körper herausragender architektonischer Gebilde ermöglicht.

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