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Fr April 17th, 2009

Zerbrechende Welten in Hannover Marc, Macke, Delaunay

Das Sprengelmuseum in Hannover hat für das erste Halbjahr die Führerschaft in Sachen Farbe in der Kunst übernommen. Mit der Ausstellung: Marc, Macke und Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt (1910 – 1914) die noch bis zum 19. Juli 2009 gezeigt wird, nehmen die Ausstellungsmacher bezug auf die Zeit bis zum 1. Weltkrieg und der fruchtbaren Zusammenarbeit der Maler Franz Marc und August Macke, die beide als Soldaten im 1. Weltkrieg fallen werden.

Die Ausstellung zeichnet die verschiedenen Etappen der gegenseitigen künstlerischen Beeinflussung nach. In den vier gemeinsamen Jahren schufen Franz Marc (1880-1916) und August Macke (1887-1914), ihre expressionistischen Hauptwerke. Robert Delaunay (1885-1941) entwickelte in dieser Zeit die Grundlinien seines weiteren Schaffens, (disk, formes circulaires). Die Arbeiten Delaunays wurden von beiden sehr geschätzt und Delaunay  war mit einigen Arbeiten im Allmanach “Der blaue Reiter” vertreten.

mmd_franzmarc_190Bildquelle: Franz Marc, Fuchs (Blauschwarzer Fuchs), 1911, Öl auf Leinwand, 50 x 63 cm, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Foto: Von der Heydt-Museum Wuppertal

 

Robert Delaunay war für Franz Marc und August Macke der zentrale Impulsgeber. Dabei begegneten sich die drei Künstler erstaunlicherweise nur zweimal persönlich. Das erste Mal in Paris, wo Marc und Macke den Künstlerkollegen in seinem Atelier am 2. Oktober 1912 aufsuchten. Dort stellte ihnen Delaunay die “Fenêtres”, die Fensterbilder, vor, in denen er sich mit dem Phänomen farbiger Facettierungen (Orphismus) beschäftigte. Am Motiv der lichtbrechenden Fensterscheiben erprobte er die Spannung und Entspannung dissonanter und konsonanter, komplementärer und nichtkomplementärer Farben. Marc und Macke waren von den Zersplitterungsformen so begeistert, dass sie diese nach ihrer Rückkehr nach Deutschland sogleich in allen neu entstandenen Werken erprobten.

Delaunay und seine Frau Sonja, waren begeisterte Tänzer und gingen gerne und viel in die Tanzpaläste von Paris. Sonja schuf sogar extra Tanzkleidung für die beiden die kürzlich in einer großen Sonja Delaunay-Ausstellung in Bielefeld zu sehen waren.

Die zweite und letzte Begegnung der drei Künstler fand am 20. September 1913 in Berlin anlässlich der Eröffnung des “Ersten Deutschen Herbstsalons” in der Galerie “Der Sturm” von Herward Walden statt. In der Ausstellung war Delaunay mit 21 Werken vertreten, darunter 13 “Formes Circulaires”, Arbeiten, in denen in geometrisch-flächigen Strukturen Farbkreise angeordnet waren. Diese komplett abstrakten Kreisformationen waren Aufsehen erregend und inspirierten Marc und Macke ebenfalls zu neuen auf Kreisen basierenden Kompositionsformen.

Auch dem Netzwerk der Künstler ist ein Teil der Ausstellung gewidmet, so dass auch Paul Klee, Wassily Kandinsky und die Mitglieder des Blauen Reiters und Sammlerpersönlichkeiten wie Bernhard Koehler in der Ausstellung vorkommen.

 




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