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Di März 15th, 2016

Wuppertal ist Lichtkunst – Kai Fobbe und 42XXX

42xxx ist die Postleitzahl von Wuppertal. Die Ziffer steht zugleich Pate für das Projekt selbst: an 42 Orten in Wuppertal projiziert der Künstler Kai Fobbe Videoinstallationen im öffentlichen Raum. Von Anbeginn der Dunkelheit bis Mitternacht werden die Installationen zwei Jahre lang die Wuppertaler Nacht erhellen. Leicht changierende Skulpturen aus Licht, die auf Hausfassaden, Fabrikmauern, Bürgersteigen, in kleinen Nischen oder auf großen Plätzen zu sehen sein werden.

42xxx erhellt die Nächte der Stadt, die mit dem Überleben kämpft; der Stadt, in der einst die Fluxus-Bewegung entstand und in der Joseph Beuys und Nam Jun Paik künstlerisch wirkten. Das Projekt wird auschließlich von Wuppertaler Firmen, Vereinen und Privatpersonen finanziert. Es ist ein Projekt von Wuppertalern für Wuppertal(er) – will Horizonte schaffen, neues Leben wecken und identitätsstiftend sein.

42xxx Kai Fobbe Bildquelle:Plakat der Lichtkunst

Die Installationen spielen mit den Elementen, die für die Identität der einst so florierenden Industrie- und Kulturstadt Wuppertal stehen: Sie erzählen Geschichten vom Wasser, der Farbe, dem Stoff, dem Tanz, der Kunst und der Zeit. In Szene gesetzt von der Tänzerin Regina Advento vom Pina Bausch Tanz Theater, schaffen sie neue Imaginationsräume für eine Stadt im Aufbruch.

Wuppertal verkündete vor fünf Jahren als eine der ersten Städte, dass es unter der Last von zwei Milliarden Euro Schulden fast zusammenbreche. Seitdem hat die Stadt den Abwärtstrend gestoppt. Die Einwohnerzahl in der bis dato stark schrumpfenden Stadt bleibt seit neuestem stabil und 2017 will Wuppertal das erste Mal seit 25 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.

Bergfest – das bedeutet: über 21 der 42 Orte sind eingerichtet. Die weiteren Orte werden dieses Jahr folgen.

KAI FOBBE

Kai Fobbe wurde 1968 in Bochum geboren. Der Absolvent der Kölner Musikhochschule Abt. Wuppertal lebt und arbeitet zur Zeit in Wuppertal und Köln. 2001 stellte er für die Ensemblia eine Filmkomposition im Abteibergmuseum Mönchengladbach aus. Seitdem trat die Musik für die visuelle Komposition ohne Ton in den Hintergrund.

Viele Werke von Fobbe sind Verfremdungen realer Abbilder, die in der musikalischen Kompositionslehre verwurzelt sind. Im Vordergrund bleibt die schöngestalterische Bildsprache, die durch minimale Bewegungen oder stetig arbeitende Pixel mit herkömmlichen Sehgewohnheiten bricht. Nach endlos laufenden Projektionen wie „Schönbildschauer“ oder „Portraitbilder“ hat er auch in sich geschlossenen Werke wie „Traumata“ und „Ballerina im Schnee“ realisiert. Mit 42xxx tritt Kai Fobbe wieder als gestaltender Regisseur zwischen Wirklichkeit und Wunderland auf.

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