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Do Februar 17th, 2011

Wiederentdeckung der Stars von gestern – Alexandre Cabanel – Die Tradition des Schönen in Köln

Das 19. Jahrhundert in der Kunst ist vorallem, dass der Gegensätze. Einmal die erfolgreichen und dadurch auch reich gewordenen Künstler, die den „Mainstream“ der damaligen Zeit bedienten, Aristrokraten, reiche Bürger, Klerus und wer immer Zahlungskräftig genug war und die anderen, erst die Romantiker, dann die Realisten und zum Schluss die Impressionisten und Postimpressionisten.
Heute hat sich das total umgekehrt und die Stars von damals sind heute fast unbekannt und laufen als „2. Wahl“, „Historistisch“, „Akademisch“ und minderwertig. Qualität ist das ein, alle waren Meister ihres Faches, nur die einen blieben dort, wo das Geld war, die anderen gingen andere Wege. Und zu Van Gogh passt eben nicht das dicke Bankkonto, auch zum Geniekult nicht und daher hatten die früheren Stars keine Chance auf Wertschätzung. Blöd nur, dass die Depots voll sind von diesen ehemaligen Stars und nicht so sehr von den anderen.
Plakat der Ausstellung

Das Kölner Wallraf-Richartz- Museum zeigt jetzt einen dieser Preisklasse: Alexandre Cabanel (1823 – 1889). Dabei handelt es sich um einen der wichtigsten französischen Salonmaler des 19. Jahrhunderts. In Kooperation mit dem Musée Fabre in Montpellier zeigt das Kölner Museum mehr als 60 Werke des Mannes, der vom einfachen Sohn eines Zimmermanns zum Hofmaler unter Napoleon III. aufstieg.

Alexandre Cabanel begann mit 16 Jahren sein Kunststudium in Paris. Im Jahre 1844 stellte er erstmals auf dem Pariser Salon aus. Doch der Durchbruch gelingt ihm erst, als er sich mythologischen Stoffen und damit der Darstellung des Nackten widmet. Bestes Beispiel hierfür ist sein Hauptwerk „Geburt der Venus“ aus dem Jahre 1863. Das Gemälde ist von bezaubernder Schönheit und gehört heute zu den Highlights des Pariser Musée d’Orsay. Neben mächtigen Männern wie Napoleon III. und Maximilian II. von Bayern war Cabanel auch bei den Damen des Adels sehr beliebt. Sie ließen sich gerne und oft von ihm porträtieren.

Eine super Idee und dem Thema endlich mal angemessen ist, dass die Ausstellungsarchitektur von dem bekannten Modeschöpfer Christian Lacroix gestaltet wurde. Modemenschen haben nicht die Berührungsängste wie die Kunsthistoriker und können auch übervolle Inszenierungen schaffen. Dadurch werden immer noch bezaubernden Bilder des letzten großen Feinmalers in passendem Ambiente gezeigt. Von der Üppigkeit des 19. Jahrhunderts sind wir mindestens so weit entfernt, wie zum Mond. Diese Interieurs sind der eigentliche Star. Und siehe da, es paßt, es paßt, es paßt. Sehenswert. Die Ausstellung läuft vom 4. Februar bis zum 15. Mai 2011.

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