Sa Juli 21st, 2007
Was kann Kunst? Eine stumme Glocke polarisiert in Paderborn
Der Däne Henrik Plenge Jakobsen ist mit seiner stummen Glocke in der Ausstellung „Tatort Paderborn – Von Irdischer Macht und himmlischen Mächten“ in die Schlagzeilen geraten. Wenn man sich mit der Kunst Jakobsens auseinandersetzt, fällt auf, dass der Däne gerne auf dem schmalen Grad zwischen Horror, Sensation, Verführung und Erschrecken unterwegs ist. Ängste, vor allem unterdrückte Ängste interessieren ihn. Seine kalkulierten Effekte spielen mit dem Erschrecken und dem Auskosten dieses plötzlich offengelegten Gefühls. Das ihm wieder eine Polarisierung gelungen ist, zeigt das Kunst eine Menge vermag. Was ist geschehen? Seine Glocke ist stumm, da sie nicht aufgehängt in einem Glockenstuhl zu Hause ist, sondern auf einem gemauerten Sockel vor dem Turm des Domes aufgebaut steht. Der Künstler hat auf ihren Rand ein Nietzsche-Zitat anbringen lassen. Am Rand ist zu lesen: „Gott ist tot! Gott bleibt tot! Wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?“ Darauf wurde mit Farbe gesprüht: „Christus ist auferstanden“. Dieses Statement wurde wieder entfernt. Natürlich ist das wie „Engel-klauen“ ein Straftatbestand, aber zum Glück wird die inhaltlich, religiöse Komponente nicht zum Tatbestand und da ist es wohltuend, dass Kunst und Religion doch nicht vermischt werden, sondern eher einander befruchten können. Anstöße geben und erreichen, das immer wieder Nachdenken über angeblich so festgefügte Systeme hüben wie drüben möglich ist.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






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