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So Juli 6th, 2014

Was auf die Ohren in Frankfurt – SOUNDINSTALLATION IM STÄDEL

Im Rahmen der Reihe „Im Städel Garten“ entwickeln die in Frankfurt am Main lebenden Künstler Alan B. Brock-Richmond (*1970) und Bernhard Schreiner (*1971) eine Soundinstallation, die im Sommer 2014 den gesamten hinteren Städel Garten mit seinem markanten begrünten Hügel zum Klingen bringen wird. Die Vierkanal-Soundinstallation The Encryption Garden, die für die Dauer von sechs Wochen, vom 22. Juli bis zum 31. August 2014, im Städel Garten zu hören sein wird, führt vorproduzierte Klangmontagen von Aufnahmen aus dem Städel Garten mit Sounds zusammen, die bei vier Konzerten im Städel Garten live entstehen. Aus den Konzerten wird eine Klanginstallation entwickelt, die den Museumsgarten während des Sommers dauerhaft bespielt und die Basis für das jeweils nächste Konzert liefert, sodass sich The Encryption Garden immer weiter verdichtet und prozesshaft verwandelt, um schließlich im letzten Konzert wieder dekonstruiert zu werden: Composting, wie auch der Titel dieses Konzerts lautet.

Den akustischen Auftakt bildet das Eröffnungskonzert mit dem Untertitel Identification Camouflage am Dienstag, dem 22. Juli 2014, um 19:00 Uhr. Weitere Konzerte finden am Donnerstag, dem 7. August 2014, um 21:00 Uhr (Overgrowth I), am Sonntag, dem 10. August 2014, um 12:00 Uhr (Overgrowth II) sowie zum Abschluss der Soundinstallation am Samstag, dem 30. August 2014, um 20:00 Uhr (Composting) statt. Im Rahmen des Museumsuferfests wird ein weiteres Konzert (New Growth) am Sonntag, dem 31. August 2014, um 12:00 Uhr stattfinden. Der Eintritt zu den Konzerten sowie der Besuch im Städel Garten sind kostenfrei.

Die Soundinstallation The Encryption Garden wird unterstützt von der Städel Gartengesellschaft.

Die über sechs Wochen tagsüber zu hörende Installation The Encryption Garden entwickelt sich im Zeitraum ihrer Präsentation zu einer Verbindung und auch Überlagerung unterschiedlicher Klänge, die sich sowohl aus der natürlichen akustischen Situation des Gartens als auch aus Eingriffen der Künstler ergibt, die den Alltagssound des Gartens kaum merklich unterstützen und verwandeln. Der Titel der gesamten Arbeit sowie die Untertitel für die einzelnen Livekonzerte vollziehen den Prozess einer pflanzlichen Transformation (Codierung, Tarnung, Täuschung) nach und spielen zugleich auf das künstlerische und technische Verfahren von Brock-Richmond und Schreiner an (Aufnahme, zeitliche Distanz, Bearbeitung, Montage), sich dieser Transformation ebenso zu bedienen. So tarnen und überblenden die Musiker ihre instrumentale Produktion mit dem Klanggefüge vor Ort, die vorgefundene Geräuschkulisse des Gartens mischt sich mit den durch ihre Instrumente live erzeugten Klangstrukturen. Eine Unterscheidung zwischen den Feldaufnahmen und den sukzessiv zugeführten Sounds wird zunehmend erschwert, auch die Zuordnung einzelner Klänge zu einem der Musiker ist nicht mehr möglich, sodass die fortschreitende Klangbearbeitung einer organischen Überwucherung gleicht, Zufall und gezielter Eingriff ergänzen sich.

Alan B. Brock-Richmond (*1970 in Kalifornien, USA) und Bernhard Schreiner (*1971 in Mödling, Österreich) leben in Frankfurt am Main. Sie arbeiten seit 2012 zusammen und realisierten diverse Live-Konzerte, beispielsweise für den Frankfurter Kunstverein, für das Schauspiel Frankfurt oder im Palmengarten im Rahmen der Hélio Oiticica-Retrospektive des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main.
Alan B. Brock-Richmond studierte am Monterey Peninsula College, Kalifornien, an der Washington Universität in Seattle sowie bei Douglas Gordon an der Frankfurter Städelschule. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Portikus in Frankfurt am Main (2012), auf dem Copenhagen International Documentary Film Festival (2012), bei der Transmediale in Berlin (2013) sowie im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main (2013) gezeigt.
Bernhard Schreiner studierte von 1991 bis 1998 an der Frankfurter Städelschule bei Peter Kubelka. Neben der Produktion von Dokumentar- und Experimentalfilmen hat Schreiner Filmprogramme in Deutschland, Österreich und Italien kuratiert. Die Klangcollagen der LP Rosenkränze. Acht Kompositionen von Thomas Bayrle und Bernhard Schreiner (2009–2012) sind das Ergebnis einer dreijährigen Zusammenarbeit. Sie entstanden als akustische Bestandteile der kinetischen Motoren- und Scheibenwischer-Arbeiten von Thomas Bayrle Carmageddon (2012) auf der dOCUMENTA 13. Schreiners Arbeiten waren unter anderem in der Kunsthalle Wien (2006), im KW Institute for Contemporary (2011) und der Pinakothek der Moderne in München (2011) zu sehen.

Im Zuge der Neupräsentation seiner Skulpturensammlung im Städel Garten zeigt das Städel Museum in der Reihe „Im Städel Garten“ verschiedene performative und installative Arbeiten auf den zum Gebäude gehörigen Grünflächen. Den Auftakt bildete im April 2013 die aufwendig inszenierte Performance Watering Hole der in Frankfurt lebenden Künstlerin Adrian Williams, im Juni 2013 folgte mit der Ausstellung von Werken Adolf Luthers eine weitere temporäre Präsentation. Im September 2014 wird die Reihe „Im Städel Garten“ mit Werken des Bildhauers Franz Erhard Walther fortgeführt.

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