KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Do Dezember 18th, 2014

VIDEONALE.15 – Festival für zeitgenössische Videokunst

Ausstellung und Festival im und um das Kunstmuseum Bonn 27. Februar bis zum 19. April 2015

Die VIDEONALE.15 bietet 2015 ein umfangreiches Festivalprogramm am Eröffnungswochenende und während der gesamten Laufzeit der Ausstellung im Kunstmuseum Bonn, in der Stadt Bonn und in der Region an.
Mit Künstlergesprächen, Performances, Diskussionsrunden, Retrospektiven, Führungen, Workshops und Vermittlungsprogrammen gibt das Programm der VIDEONALE.15 einen umfassenden Einblick sowohl in die zeitgenössische künstlerische Praxis als auch in aktuelle Debatten der Videokunst und die Entwicklungen am Kunstmarkt.

Wie die Ausstellung wird sich auch das Festivalprogramm der VIDEONALE.15 mit der Thematik der Wettbewerbsausschreibung „The Call of the Wild“ auseinandersetzen. Dabei wird der Begriff des „Wilden“ für die Beschreibung von und Auseinandersetzung mit neuen unsicheren Handlungs-, Bild- und Denkräumen näher beleuchtet. Der Fokus im Festivalprogramm liegt hierbei auf der Betrachtung der neuen Dimensionen, die sich durch die allumfassende Digitalisierung ergeben. Die Frage nach einem möglichen Umgang mit der stetig zunehmenden und umfassenden Überwachung unserer Daten und Kommunikationsströme und deren Auswirkungen (Fokus: The Act of Liberation) wird ebenso verhandelt wie neue ästhetische und künstlerische Umgangsformen mit den Oberflächen einer digital generierten Welt (Fokus: After The Internet. Schöne neue Bildwelten).

Darüber hinaus findet der VIDEONALE.PARCOURS (27.2.-22.3.2015), der mit der letzten Edition der Videonale erfolgreich initiiert wurde, zur VIDEONALE.15 zum zweiten Mal in erweiterter Form an verschiedenen Orten in der Stadt Bonn statt. Das Ausstellungsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, nachkommende Künstlergenerationen zu fördern und dem Publikum das breite Spektrum aktuellen künstlerischen Schaffens an den Hochschulen aufzuzeigen. Präsentiert werden in 2015 insgesamt 19 studentische Werke dreier Kunsthochschulen: der Hochschule der Bildenden Künste Saar, der Kunsthochschule für Medien Köln und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Die Stadt wird so zur VIDEONALE.15, im Zusammenspiel mit Parallelausstellungen unserer Kooperationspartner, die das Bewegtbild thematisieren, zur „City of Moving Images“.

AUSGEWÄHLTE PROGRAMMPUNKTE
[Das vollständige Festivalprogramm der VIDEONALE.15 mit weiterführenden Texten zu allen Veranstaltungen kann unter v15.videonale.org heruntergeladen werden.]

The Act of Liberation

Panel: The Act of Liberation. Rage Against the Machine (Englisch)
Freitag, 27. Februar 2015, 11.00-12.30 Uhr Auditorium Kunstmuseum Bonn

Worin besteht das hybride Potential vernetzter Medien und wie protestieren Künstler gegen diese scheinbare Freiheit im Internet? Welchen Einfluss hat das Netz als kommerzieller Datensauger auf die künstlerische Arbeit? Wie thematisieren Künstler den Bewachungsapparat und welche Rolle spielt dabei das bewegte Bild?

Mit Christoph Faulhaber (Künstler, Hamburg), Ole Reißmann (Redakteur Spiegel Online, Ressort Netzwelt, Hamburg), !Mediengruppe Bitnik (Künstler, Zürich/London). Moderation: Dr. Julia Draganovic (Jury V.15, Direktorin Kunsthalle Osnabrück)

Vortrag: Maps of Myths: Memory Space and Digital Remembrance in the Egyptian Revolution (Englisch)
Freitag, 27. Februar 2015, 15.30-16.30 Uhr Auditorium Kunstmuseum Bonn

Was geschieht, wenn sich die Ereignisse einer Revolution online verbreiten, wenn Regierungen und Ideologien wechseln und Menschen möglicherweise für ihre früheren Internet-Aktivitäten verantwortlich gemacht werden? Wie können wir Traumata der Vergangenheit bewältigen, wenn sie uns in die Zukunft verfolgen?

Vortrag von Heba Amin (Künstlerin, Dozentin, Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin)

After The Internet. Schöne neue Bildwelten

Lecture Performance: Wild Wild Web. Netzkultur zwischen Kunst und Abgrund
(Englisch)
Ole Reißmann (Redakteur Spiegel Online, Ressort Netzwelt, Hamburg)
Hakan Tanriverdi (Freier Journalist Süddeutsche.de, Ressort Digital, München)
Samstag, 28. Februar 2015, 11.00-11.30 Uhr Auditorium Kunstmuseum

In den düsteren Ecken des Webs, jenseits von Hype und Kommerz, hat sich über die Jahre eine eigene Netzkultur entwickelt. Einige Phänomene dieser Netzkultur haben es als Mem bis in den Mainstream geschafft. Wir lachen über Grumpy Cat und sehen Anonymous-Masken auf jeder Demonstration. Andere Phänomene widersetzen sich einer Verwertung, bleiben kryptisch, ambivalent, verstörend. Diese düsteren Ecken schauen wir uns an, besuchen „Deep YouTube”, „Weird Twitter” und machen den Sprung zur Post-Internet-Kunst.

Panel: After the Internet. Schöne neue Bildwelten (Englisch)
Samstag, 28. Februar 2015, 11.30-13.00 Uhr Auditorium Kunstmuseum

Welchen Einfluss haben die neuen Technologien auf die Bildformen und -sprache des bewegten Bildes? Was zeichnet diese sogenannte Post-Internet Kunst aus? Wie beeinflussen Internet-Phänomene die Videokunst und deren Produktion? Welche Zukunftsprognosen lassen sich stellen?

Mit Uri Aviv (Direktor Utopia, Tel Aviv), Prof. Dr. Knut Ebeling (Medientheorie und Ästhetik, Weißensee Kunsthochschule Berlin), Elodie Evers (Kuratorin Kunsthalle Düsseldorf). Moderation: Dr. Sabine Maria Schmidt (Kuratorin, Autorin, Düsseldorf)

Weitere Programm-Highlights:

Screening: THE HUMANS von Alexandre Singh (4K-Einkanal-Projektion, 2013-2014, 2:53h) Deutsche Erstaufführung
Samstag, 28.2.2015, 18.00-21.00 Uhr Forum Bundeskunsthalle Bonn

In seinem Videodrama THE HUMANS entwickelt Alexandre Singh eine Parallelwelt, in der der jahrhundertealte Konflikt der westlichen Kultur zwischen dionysischem Chaos und apollinischer Perfektion ausgetragen wird. In drei Akten verschmilzt Singh hierfür zahlreiche Referenzen aus der Kunst- und Literaturgeschichte, von Aristophanes, Shakespeare, Woody Allen, George Grosz bis hin zu Oscar Wilde, Rabelais und Daumier, zu einer Reflektion über den ewigen Zwang des zeitgenössischen Künstlers, sich zwischen diesen Polen zu entscheiden.
In Kooperation mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Sprüth Magers und Institut français Bonn.

Fluid States – Fluid Media, Video Art in Moments of Change
Die Reihe „Fluid States – Fluid Media. Video Art in Moments of Change“ diskutiert die Bedeutung von (bewegten) Bildern im Kontext gesellschaftlicher und politischer Veränderungsprozesse. Inwiefern schreiben sich diese Prozesse in das bewegte Bild ein oder wurden gar von diesem beeinflusst? Welchen Ausdruck finden die Bilder, wo die Sprache versagt?

Screening / Vortrag: The Revolutionary (Englisch)
Mittwoch, 11. März 2015, 19.00 Uhr-21.00 Uhr Auditorium Kunstmuseum Bonn
Präsentiert von Siska (Künstler, Beirut)

Screening / Vortrag: The „post“ eastern European situation seized by contemporary video works (Englisch)
Mittwoch, 18. März 2015, 19.00 Uhr-21.00 Uhr Auditorium Kunstmuseum Bonn
Präsentiert von Prof. Marina GržiniÄ (Künstlerin, Philosophin, Forscherin, Ljubljana/Wien)

Screening / Vortrag: Description Georgian Video Art (Englisch)
Mittwoch, 25. März 2015, 19.00 Uhr- 21.00 Uhr Auditorium Kunstmuseum Bonn
Präsentiert von George Spanderashvili, Galaqtion Eristavi, Aleksi Soselia, Tamara Muskhelishvili (Kuratoren/Gründer Georgian Video Art Archive, Tiflis)

Retrospektiven von Isaac Julien und Lawrence Weiner
Kuratiert von Olaf Stüber Berlin

Die Präsentation zweier wegweisender Vertreter der Videokunst im Rahmen der Retrospektiven ergänzt die Ausstellung zum Wettbewerb derVIDEONALE.15 mit vorwiegend jungen Positionen der internationalen Videokunst.

Retrospektive Isaac Julien
Sonntag, 1. März 2015, 14.00-20.30 Uhr Forum Bundeskunsthalle Bonn

Schönheit, Identität, Sexualität und kollektive Erinnerung stehen im Mittelpunkt von Isaac Juliens Werk. Mit seinen Essay- und Dokumentarfilmen auf der einen und seinen raumgreifenden Installationen auf der anderen Seite löste er schon früh die Trennlinie zwischen Film und Video, Kunst und Kino auf.

14.00-16.30 Programm I
Who killed Colin Roach, 1983, 34:00 min
Territories, 1984, 24:00 min
Frantz Fanon: Black Skin, White Mask, 1996, 68:00 min

16.45-18.15 Programm II
Looking For Langston, 1989, 44:00 min
The Long Road to Mazatlán, 1999, 18:00 min
Baltimore, 2003, 11:00 min

18.30-20.30 Programm III
Young Soul Rebels, 1991, 105:00 min

Der Künstler ist zu allen Programmen anwesend.

Retrospektive Lawrence Weiner
Samstag, 18. April 2015, 14.00-20.30 Uhr Auditorium Kunstmuseum Bonn

Lawrence Weiner, Pionier der Concept Art, versteht sich als Bildhauer, der Sprache als sein künstlerisches Material benutzt. Seine theatralischen, spielerischen und teils derben Filme und Videos – seine ›Home Movies‹, wie er sie selbst bezeichnet – sieht Weiner als Träger seiner Ideen, als ein Mittel sich mit dem Publikum in Beziehung zu setzen.

14.00-15.30 Uhr Programm I
A Bit of Matter and a Little Bit More, 1976, 23:00 min
There But For, 1980, 20:00 min
Passage to the North, 1981, 16:00 min

15.45-16.45 Uhr Programm II
Hearts and Helicopters – The Trilogy
Eyes on the Prize, 1999, 18:00 min
How Far Is There, 1999, 17:00 min
With A Grain of Salt, 1999, 16:00 min

17.00-18.45 Uhr Programm III
Blue Moon Over, 2001, 5:14 min
Wild Blue Yonder, 2002, 15:15 min
Sink Or Swim, 2003, 18:00 min
Water In Milk Exists, 2008, 22:52 min

19.00-20.30 Uhr Programm IV
A First Quarter, 1973, 1:25:00 min

Der Künstler ist zu allen Programmen anwesend.

VIDEONALE.PARCOURS
27. Februar – 22. März 2015

Kuratiert von Jennifer Gassmann & Tasja Langenbach

Zum zweiten Mal findet der VIDEONALE.PARCOURS an verschiedenen Orten in der Stadt Bonn statt (27.2.-22.3.2015) – in diesem Jahr mit Werken von Studenten der Hochschule der Bildenden Künste Saar, der Kunsthochschule für Medien Köln und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Eröffnung an allen VIDEONALE.PARCOURS Stationen
Freitag, 27. Februar 2015, 18.00 Uhr – 20.00 Uhr

Basecamp Bonn, Bonner Kunstverein, DAS ESSZIMMER, Fabrik 45, Frankenbad, Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Künstlerforum, Kunstmuseum Bonn, LVR-LandesMuseum
Für weitere Informationen zu den Positionen des VIDEONALE.PARCOURS, siehe v15.videonale.org

Balz Isler, LeGuide, Performance

Performance / Tour: LeGuide mit Balz Isler (Künstler, Berlin/Zürich)
Freitag, 27. Februar 2015, 18.00 Uhr Treffpunkt Vorplatz Kunstmuseum Bonn

LeGuide ist eine Kunstführung, die eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt. Sie navigiert sich mittels eines alten Schweizer Postautos von Schauplatz zu Nebenschauplätzen und zurück. Wie die Arbeiten, die in der Tour besichtigt und besprochen werden, hat auch die Führung ihre eigene Formensprache, um Themen und Sichtweisen zu verbinden. Der Schweizer Performer und Medienkünstler Balz Isler lädt Sie ein, ihn auf seiner Tour durch den VIDEONALE.PARCOURS zu begleiten. Eine Performance für sich. Die Gratwanderung zwischen Konsum, Kommerz und feinfühligem Interesse. Anmeldung erforderlich unter info@videonale.org ab 19. Januar 2015.

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