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Mi November 19th, 2008

Video Performance: Modelle der Selbstbetrachtung in Münster

Die Provinz geniesst ja bekanntlich nicht den Ruf künstlerisch besonder Hipp zu sein. Das dieses Vorurteil mal wieder zu kurz greift, zeigt die aktuelle Ausstellung zu Video Performance: Modell(e) der Selbstbetrachtung, die noch bis zum 11. Januar 2009 in der Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst in Münster zu sehen ist.

Was verbirgt sich hinter dem etwas sperrigen Titel? Laut Definition ist Video Performance mehr als nur ein filmisches Dokument einer (künstlerischen) Handlung. Egal ob aus der Anfangszeit der Videokunst oder aus aktuelle Arbeiten, die Präsentation „Video Performance: Modelle der Selbstbetrachtung“ in Münster im AZKM, zeigt mediale Experimente und künstlerische Aktionen, die einer ganz spezifischen Produktionsweise folgen und daraus eine eigenständige Ästhetik ableiten.

Modellhaft werden in einer eigens dafür konstruierten Ausstellungsarchitektur selten gezeigte historische Videos neben jüngsten Positionen der Videokunst vorgeführt. Vertreten sind 20 „Video Performances“ von 22 Künstlern aus Europa und USA (zwei Künstlerpaare eingeschlossen).

Interessant ist, dass im Gegensatz zur Performance, „Video Performance“ für das Auge der Kamera gemacht ist. Soll heißen die Kamera ist das Limit und so entstehen authentische Dokumente von fast exhibitionistischer Einsamkeit und manchmal auch von ironischer Intimität.

Vergängliches trifft auf Zeitloses im Video. So entsteht ein Dialog mit der Kamera, ein zeitgenössisches Selbstbildnis sozusagen.

Aber die Kamera ist das Limit und die Begrenzung durch das Kameraobjektiv gibt den Bildausschnitt vor.

Gezeigt werden Arbeiten von Marina Abramovic, Sanja Ivekovic, Bruce Naumann, Michael Smith und Klaus vom Bruch (klassische Sektion). Die aktuellen Positionen werden vertreten von Marc Aschenbrenner (D), Andrew Cooke (GB), Harriet Dodge /Stanya Kahn (USA), Patricija Gilyte (Litauen), Freya Hattenberger (D), Nadja Verena Marcin (D) Stefanie Ohler (D), Bjørn Melhus (D), L.A. Raeven (NL), Johanna Reich (D), Ene-Liis Semper (Estland), Jaan Toomik (Estland), Mariana Vassileva (BG), Richard T. Walker und Paul Wiersbinski (D).

Zur Freude der Leiterin der städtischen Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster, Dr. Gail Kirkpatrick, sind auch aktuelle Arbeiten von Nadja Verena Marcin und Johanna Reich zu sehen, beide Absolventinnen der Kunstakademie Münster; außerdem ein Video von Freya Hattenberger, Trägerin des Förderpreises des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler 2008.

Die Ausstellung „Video Performance: Modelle der Selbstbetrachtung“ ist eine Kooperation der AZKM mit dem Gastkurator Georg Elben, Leiter der Videonale Bonn. Das Ausstellungsprojekt wird parallel im ethnologischen Museum / Nationalmuseum Poznan als Teil der Mediations Biennale Poznan in Polen gezeigt.

Vielleicht auch eine interessante Antwort auf die aktuelle Ausstellung in der temporären Kunsthalle Berlin von Candice Breitz.

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