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Di Januar 31st, 2012

Thomas Ruff in München im Haus der Kunst

Thomas Ruff in München vom 17. Februar bis zum 20. Mai 2012 im Haus der Kunst.

In dieser ersten umfassenden Präsentation nach über zehn Jahren zeigt Thomas Ruff die Werkgruppen, die ihn international bekannt gemacht haben. In chronologischer Abfolge vollzieht die Ausstellung Ruffs künstlerische Entwicklung nach: von seiner ersten, 1979 begonnenen Serie deutscher ‚Interieurs‘ über die ‚Porträts‘, ‚Häuser‘ und ‚Sterne‘ zu den Werkgruppen der 90er-Jahre, wie ‚Zeitungsfotos‘, ‚Nächte‘, ‚Plakate‘ und ‚andere Porträts‘. Der Bogen reicht von ‚l.m.v.d.r.‘ und ’nudes‘ über ‚Maschinen‘, ‚Substrat‘, ‚Zycles‘, ‚jpeg‘ und ‚cassini‘ bis hin zur Gegenwart, den 2011 begonnenen topografischen Aufnahmen vom Mars (‚ma.r.s.‘). Material zur Rezeption des Werkes und zu den Quellen, die Thomas Ruff inspiriert haben, ist erstmalig Teil der Präsentation und ihrer Vermittlung. Es öffnet den Zugang zu Ruffs konzeptueller Befragung der verschiedenen Gebrauchsweisen und Formen der Fotografie.

Thomas Ruff, 1958 in Zell am Harmersbach (Schwarzwald) geboren, studierte bei Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die Serie der ‚Interieurs‘ entstand noch zu Studienzeiten. Die meisten Bilder dieser Werkgruppe sind im Schwarzwald aufgenommen, in den Wohnungen von Verwandten und von Eltern ehemaliger Klassenkameraden.

Thomas Ruff arbeitet mit vorgefundenem Material wie Zeitungsbildern oder Comics (für ‚Substrat‘, seit 2001), nutzte einen Apparat wie die Minolta-Montage-Unit, die in den 70er-Jahren bei Landeskriminalämtern für die Herstellung von Phantombildern in Gebrauch war (für ‚andere Porträts‘, 1994-95), experimentiert mit Pixelverkleinerungen und Pixelvergrößerungen (bei ’nudes‘ und ‚jpeg‘) und zitiert eine anachronistisch wirkende Ästhetik wie die Collagetechnik (bei ‚Plakate‘).

Seine jüngste Serie übersetzt topografische Aufnahmen vom Mars in Bilder fragiler Schönheit. Die Fotos stammen von der Website der NASA und wurden von der Kamera in einem Satelliten gemacht, in senkrechtem Winkel zur Oberfläche des Mars. Durch nachträgliches Kolorieren und Anpassen des Winkels an eine menschliche „Pseudoschrägansicht“ werden sie zu einer virtuellen Vorwegnahme eines Besuches auf dem Mars.

Thomas Ruff hat Fotografie kürzlich als „die größte Bewusstseinsveränderungsmaschine, die auf den Menschen einwirkt“ bezeichnet; die Präsenz und Beschaffenheit von Fotos in Zeitungen, Magazinen, in Film und Fernsehen habe sich durch den technologischen Schub der letzten Jahrzehnte stark verändert, und die Möglichkeit zu manipulieren habe ständig zugenommen.




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