So Januar 4th, 2009
This way up – Georg Baselitz bei Würth
Vielleicht passt kein Künstler so gut zu den Würthern aus Künzelsau wie Georg Baselitz. “Top” heißt die große Retrospektive, die noch bis zum 22. Februar in der Kunsthalle Würth ebenda zu sehen ist.
Oder “This way up”, was ja gerne auf Paketen und größeren Transportgütern zu stehen pflegt. Baselitz ist mit seinen umgekehrt aufgehängten Bildern bekannt geworden, was ja eine gute Aufhängung erfordert und die produzieren die Würther. Natürlich auch für jedes andere Bild, aber hier ist die Hängung ja Programm.
Bildquelle: Kunsthalle Würth, Ausstellungsplakat
100 Arbeiten, von Baselitz selber kuratiert sind dort zu sehen. Mit Gerhard Richter und Immendorff ist Baselitz vielleicht wirklich einer der bedeutendsten Erneuerern auf dem Gebiet der zeitgenössischen Malerei seit 1960 in Deutschland.
Hoch anzurechnen ist ihm, dass er eigentlich nie die Figuration aufgegeben hat. Seine Malerei, die oft wie ein farbiger Schrei wirkt oder wie aufgebrochenes Fleisch ist bestimmt keine einfache Kost, aber immerhin hat er so der Malerei zu einer neuen Qualität verholfen, zu Zeiten als Malerei obsolet war.
1969Â drehte er die Bildmotive auf den Kopf und wollte so gegen eine erstarrte Formensprache anarbeiten. Die Zeit ist dann über die Malerei hinweg gegangen, bis sie wieder dort angekommen ist.
Vierzig Jahre später hat Baselitz sich Symbolen zugewandt, die man als ”Swastika-Zeichen” =”Glücksbringer” bezeichnet. Swastika, ein ursprünglich aus dem Sanskrit stammender Begriff der dort „Glücksbringer” bedeutet, bezeichnet ein Kreuzsymbol mit winkeligen oder gebogenen Enden. Die pervertierte Verwendung als Nazisymbol ist langläufig bekannt.
Baselitz orientiert sich bei den Zeichen wieder an den Grundzügen der Swastika und orientiert sie wieder am Uhrzeigersinn. Auch setzt er sich mit seinen eigenen Bildtraditionen und Motiven auseinander und wendet sich an weitere kunsthistorische Traditionen. Wer etwas heiteres erwartet wird so nichts finden, eher weiter morbider Charme, allerdings farbiger als bei Anselm Kiefer. Aber wer Baselitz sucht, der kann in Schwäbisch Hall fündig werden.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






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