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Fr Juni 6th, 2008

The Roof is the limited – Monumenta im Grand Palais in Paris, Teil 2

Richard Serra, der Gastkünstler der Monumenta 2008, der zweite Künstler in der Reihe, zeigt im Grand Palais die Arbeit „Promenade“. (Für Teil 1 der Reihe klick hier.)

Weit weniger kompakt als sein Vorgänger, setzte Serra in den gigantischen Raum fünf rechteckige, elegant anmutende, verrostete Stahlplatten, die bei der Größe des Raumes wie Stehlen wirken. Jede Platte ist 17 Meter hoch und 13 cm stark. Unter der Kuppel von 60 Metern erscheint das irgendwie klein, bis man direkt an einer Platte steht und hofft, dass sie nicht gerade dann umfällt. (ist nicht wahrscheinlich, da sie einen Druck von 25 Tonnen aushalten)

Grand Palais  Innen, Serra

Scheinbar schwerelos stehen die im Boden verankerten Platten in die Höhe gestreckt. Aus der Querachse versetzt, auch einwenig verkantet, so, dass Spiel zwischen Boden und Außenkante entstehen kann. Art formulierte dazu die Beschreibung „Zen-Garten“ und in gewisser Weise ist das auch richtig.

Stahlplatte Boden Grand Palais Innen, Moumenta 08

Die Glaskonstruktion lässt immer wieder ein Helligkeitspiel, gespeisst von Sonne und Dunkelheit zu, das durch die lange Öffnungszeit bis 23 Uhr auch wirklich wahrnehmbar ist. Meditative Ruhe, da der Krach des Strassenverkehres draussen bleibt. Nur das Schreiten der Besucher, manchmal ganz wenige und das Tuscheln der „art mediateurs“ ist zu hören. Man kann sich ins Betrachten verlieren, mit sich eins sein und den Zauber den die empor strebenden Stahlplatten entwickeln wirken lassen.

Kuppel Grand Palais

Vielleicht ist das nicht Unendlichkeit, aber Endlichkeit kann ganz schön groß sein. The Roof is the limited.




2 Kommentare to “The Roof is the limited – Monumenta im Grand Palais in Paris, Teil 2”

The Roof is the limited - Monumenta im Grand Palais in Paris, Teil 1 | kunstfreunde sagte:

[…] Richard Serra, der Künstler des Jahres 2008 macht das anders: ….(weiter Teil 2) […]

Fr 6. Juni 2008 at 00:38

Große Kunst im Grand Palais Paris – Anish Kapoor | kunstfreunde sagte:

[…] wenn sie den Namen “Leviathan” trägt als eine weibliche Art gegenüber den Stahlplatten von Richard Serra, die doch sehr starr und martialisch wirkten und eher verloren im Vergleich zu Kapoors Arbeit. Dort […]

Do 12. Mai 2011 at 18:18

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