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Mo August 28th, 2017

Stifterkreis kauft Kulturgut zurück – Liesborner Evangeliar zurück an seinen Bestimmungsort

Das Liesborner Evangeliar ist über 1000 Jahre alt und gehörte zum Besitz des Stiftes und späteren Benediktinerklosters Liesborn. Heute gehört Liesborn zur Gemeinde Wadersloh im Münsterland in Nordrhein-Westfalen.
Das Kloster ist seit 1803 aufgelöst und das wertvolle Buch kam seit 1826 immer wieder in den Handel. Mehrere renommierte Handschriftensammler nannten die ottonische Handschrift, die noch komplett erhalten ist ihr eigen.
Bereits vor 30 Jahren versuchten der damalige Museumsleiter Dr. Bennie Priddy und der damalige Landrat Dr. Wolfgang Kirsch die Handschrift zu erwerben. Vergeblich.
Seit 2015 bestand wieder die Möglichkeit die wertvolle Handschrift als bedeutendes deutsches Kulturgut eingestuft zurück zu erwerben.

Bild: Carsten Bender, Kreis Warendorf, Gruppenbild aller Stifter

Der Bund, das Land NRW, der Kreis Warendorf, verschiedene private und öffentliche Stiftungen, das Bistum Münster und die Sparkassen vor Ort und im Münsterland mühten sich diesmal zusammen und so konnte die Kaufsumme von über 3 Millionen Euro aufgebracht werden.
Auch der Kaufprozess zog sich hin, aber am 28. August 2017 konnte das fast Din A 4 große Buch nun der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Fast 1000 Menschen waren bei dem Festakt anwesend, als der amtierende Landrat Dr. Olaf Gericke das „Buch“ präsentierte.
Das eindrucksvolle Alter und der top Erhaltungszustand sind beeindruckend. Auch die Geschichte der Handschrift, die in karolingischen Minuskel von drei Schreibern verfasst wurde ebenso. 85 Rinderhäute mussten für die benötigte Menge an Pergament besorgt werden. In einem Scriptorium im Rheinland wurde das Buch geschrieben und nach Liesborn gebracht. Die kulturprägende Abtei hütete diese und weitere Handschriften, bestückte das Buch im 15ten Jahrhundert mit dem noch vorhandenen Einband und musste mit seiner Auflösung 1803 auch das Buch ziehen lassen.

Grafik: Kreis Warendorf, Die Reise des Liesborner Evangeliars

Gut dokumentiert sind die Stationen in seiner 200jährigen Wanderschaft.

Die Handschrift wird nach dem Umbau des Museums Abtei Liesborn dort dauerhaft präsentiert werden. Bis dahin wird es nur bei besonderen Anlässen öffentlich gezeigt werden. Zu einzigartig, zu kostbar und jetzt wieder „zu Hause“ angekommen, wie alle Beteiligten unisono meinten.
So wird das Museum Abei Liesborn auf die Landkarte der westfälischen Museen, von einem Regionalmuseum zu einem Leuchtturm der Kultur.
Und wie so eine Handschrift sich auf die Reise macht, wurde bereits vom Kreis Warendorf, dem Träger des Museums schön in einem Film festgehalten:




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