Mo August 17th, 2009
Sigmund Strecker – Maler der abstrakten Gegenständlichkeit Retrospektive auf Schloss Königsbrück
Bilder sehen dich an Sigmund Strecker – Maler 1914 – 1969 Ölbilder, Zeichnungen, Aquarelle, Tuschen und Skulpturen heisst die Ausstellung, die auf einen interessanten Maler hinweist. Sigmund Strecker, Jahrgang 1914, ist einer der fast vergessenen Maler des 20. Jahrhunderts, den es lohnt wieder zu entdecken. Streckers Ausbildung zum Künstler fand in Berlin und Düsseldorf statt und wird wie bei so vielen durch den Krieg ab 1940 unterbrochen. Strecker überlebt und geht nach Westfalen. Dort lebt er im Umkreis von Halle/Westfalen bis er seinem Leben, schwer krank 1969, im Alter von 55 Jahren ein Ende setzt.
Sein künstlerischer Weg ist durch das erhaltene Oeuvre gut einzusehen. Vieles ist noch in Familienbesitz, einiges erreichbar bei Freunden und Sammlern des Künstlers. Strecker war sein Leben lang künstlerisch am Puls der Zeit. Er begann Farbe zu Schichten immer in dem Ziel Gegenständliches, zum Teil wieder und wieder die gleichen Motive, zu gestalten: Vasen, Krüge, Gläser, Blumen, Äpfel, Bäume, Häuser, Landschaften – und nur selten Menschen.
Pastos ist der Farbauftrag nicht immer mit dem Pinsel, sondern viel mit dem Spachtel aufgetragen. Die Konzentration ist bis heute in den Arbeiten spürbar.

Bildquelle: Grüne Landschaft, um 1963, Öl auf Leinwand, Sammlung Strecker
Von Strecker ist der Satz überliefert: »Die alltäglichen sichtbaren Dinge bleiben für die Malerei unerschöpflich. Es kommt nur darauf an, ihnen immer wieder eine neue Seite abzugewinnen.«
Seine Bilder sind Konzentration, Farbaufbau und tiefe, friedfertige Empfindung, die bis zur Meditation reichen kann. Mark Rothko in Gegenständlich könnte man meinen. Interessant ist, dass Strecker die Vereinfachung und Konzentration in Form- und Farbgebung mochte, den Schritt in die abstrakte Malerei, die in den 50er und 60er Jahren zum Trend wurde, aber nie vollzogen hat.
Die Söhne von Sigmund Strecker haben vor einer Weile angefangen, dass Werk des Vaters mit dem sie aufgewachsen sind und das ihnen selber den Blick in die Kunst und zum Teil sogar in die Kunst ebnete, wieder in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen. Von außen betrachtet erscheint dabei ein Künstler, der in der scheinbaren Provinz seinen eigenen Weg gemacht hat, unabhängig von den Strömungen der “großen Kunst” und von dem einer der Söhne Ivo Strecker sagt, er, der Vater Sigmund Strecker sei ein »Eigensinniger« gewesen. Jemand der sein Ding macht und der sich in der Tradition von Bauhaus und dem Expressionismus fühlte, mit denen er selber die Kunst erlernt hatte.
»Streckers abstrakte Gegenständlichkeit« wird im Rahmen einer Ausstellung auf Schloss Königsbrück vom 29.08. bis zum 4.10.2009 zu sehen sein.

Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






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