KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di August 28th, 2007

Schweigen im Wald – Marta Herford und eine Ausstellung

marta.jpg„Marta schweigt“ heißt die neue Ausstellung des gleichnamigen Museums in Herford. In dem Frank O.Gehry-Bau untergebracht, mit einem ehemaligen Documenta-Kurator ausgestattet, ist die Einrichtung im zweiten Jahr ihres Bestehens auf dem Weg in die Normalität. Die Kosten und der Entwurf dieses Leuchtturmprojektes für die Region Ost-Westfalen-Lippe in Nordrheinwestfalen sind herausragend.

Gut eingebettet in die Museumsbauten von Philipp Johnson in Bielefeld (Kunsthalle) und Daniel Libeskind in Osnabrück (Felix-Nussbaum-Haus) ist Marta ein Highlight und ein Fluch zu gleich. Langsam sinken die Besucherzahlen, aber auch die sind noch so hoch, dass die Unterhaltungskosten deutlich über den Haushaltszahlen liegen und gute interessante Ausstellungen zu machen ist auch nicht so einfach. „Marta schweig“ nimmt die Idee eines Seelenzustandes, eines gegenläufigen Verhaltens auf, das schon die Etrusker dargestellt haben.

„Schweigen“, ähnlich wie die „Melancholie“- Ausstellung letztens in Berlin oder davor die „Wolkenbilder“, nehmen Bezug auf den Gegensatz zu Lärm, Gewühle und Marktschreierei, die nicht nur in der Kunst sondern im hier und jetzt so stark vertreten sind. Eigentlich ein interessanter Ansatz. Zugegeben die Auswahl ist nett und sehenswert, aber für die Besucher auch ein wenig zu viel „Schweigen“.

Das Gebäude kommt immer noch gut weg, die Akzeptanz der Ausstellungen wird weniger. Hoffentlich wird das wieder besser, damit nicht nur die Verpackung, sondern auch der Inhalt wieder Leuchtturmcharakter bekommt.




3 Kommentare to “Schweigen im Wald – Marta Herford und eine Ausstellung”

Joern sagte:

„Hoffentlich wird das wieder besser, damit nicht nur die Verpackung, sondern auch der Inhalt wieder Leuchtturmcharakter bekommt.“

Doch! Jan Hoet hat Herford schon ein paar Ausstellungen beschert, die diese Kleinstadt sonst nicht bekommen hätte. Darunter auch sehr gute.

Und trotzdem: Provinz ist und bleibt Provinz. Wer denkt, dass ein Gehry-Bau aus Herford Bilbao macht, der muss schon von sehr viel Doofheit befallen sein. Die OWLer, die gute Kunst sehen wollen, werden bestimmt mehr gute Kunst in Hannover oder Bielefeld zu sehen bekommen als in Kauschieten-Herford. Sorry! Sich auf dem Ausstellungsmarkt behaupten zu wollen, braucht sehr viel mehr als einen Gehry-Bau. Vor allem Esprit und Kohle! Von beidem scheint es in Herford zu wenig zu geben…

Di 4. September 2007 at 01:13

Charlotte sagte:

Aber war Bilbao nicht mal das spanische Herford? So am Rand, im Strukturwandel und auch ein bisschen schäbig? Ist es wirklich die Gegend, oder muss irgendwann Catharine David geholt werden? Documenta im Gehrybau nicht in Kassel?

Mi 5. September 2007 at 00:29

Was ist los in Westfalen - Leuchtturm ohne Wärter - Kunst im Wechselbad der Besuchergunst | kunstfreunde sagte:

[…] den ersten Jahren mit über 100.000 Besuchern ein deutliches Minus. Sollte es so sein, das der Leuchtturm im Moment in Richtung einer Bauruine mangels Wasser […]

Do 17. Januar 2008 at 00:52

Hinterlassen Sie eine Nachricht

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>