Sa September 12th, 2009
Schulen bleiben aus – Ausstellung und Museen vor Besucherrückgang
Es deutete sich schon an und langsam wird es Gewissheit. Pisa, Curricula, Schullaufzeitverkürzung und jede Menge Unsicherheit haben für die Museen landesweit und nicht nur in Nordrhein-Westfalen üble Folgen.
Immer weniger Schulklassen und Schülergruppen kommen in Sonderausstellungen und in die Museen. Sogar die tolle Sonderausstellung zum Varusjahr in Kalkriese, die im Ausstellungsdreiklang Imperium-Konflikt-Mythos als Originalkriegsschauplatz einen hohen Stellenwert geniesst und eine spannende Geschichte zu erzählen hat, wird kaum von Klassen besucht. Und das liegt nicht an den Sommerferien, sondern gerade davor und jetzt danach, sind klassiche Zeiten in denen Schulklassen in diese Ausstellungen gekommen sind. Keine Klassen weit und breit. Und das zieht sich durch, egal ob Kunstmuseen, Historische Museen, Naturkunde- oder Archäologische Museen. Klassen kommen nicht mehr.
Da werden von den Ministerpräsidenten bei Eröffnungen vollmundig die wichtigen Rollen von “außerschulischen Lernorten” propagiert, die kulturelle Identität hoch gehalten und das Erlebnis der Originalüberlieferung gepriesen und auf der anderen Seite werden Lehrer von den Kultusministern drangsaliert, wenn Stunden nicht gegeben werden, weil Klassen ja auch mal zu einem Museum reisen müssen. Das soll doch bitte am Wandertag ausschliesslich geschehen.
Dazu führt Lehrermangel zu Engpässen, wenn dann doch mal eine Klasse am Ort in ein Museum geht und ein Pädagoge ja mit muss.
Dann ist kein Geld für den Bus da, dann ist der zu vermittelnde Stoff leider so viel, dass auch eine Stunde Transfer zum Museum nicht geopfert werden kann, da ist OGGS und Randstundenbetreuung, möglichst billig natürlich, zu veranstalten. Und in diesen Zeiten sind Menschen auf die Schülerinnen und Schüler losgelassen, die selber museumsfern sind, wie soll das dann funktionieren. Dazu kommen noch Sonderprobleme wie z.B. die Volkshochschulen. Diese werden von ihren eigenen Aufgaben immer mehr in den Wettbewerb mit privatwirtschaftlichen Firmen gedrängt, weil es dort dann Mittel gibt, die aus den eigentlichen Weiterbildungstöpfen der Landesregierungen nicht mehr vorhanden sind. Diese GmbH-Konstruktionen, sind überall wo es Geld gibt, mit Mitarbeiten die eben keine Profis sind. Diese Mitarbeiter sind eine engagierte Laienspielschar, die sind billiger damit eben noch Geld für die Konstruktionen übrig bleibt.
Auf Nachfrage, was die Museen tun könnten, um Schulen zum Besuch zu bewegen, wird von Hauptschullehrkräften mit “gar nichts” geantwortet. Zeit und Geld zum Besuch ist nicht vorhanden, also können die Schulen nicht kommen. Tolle museumspädagogische Programme bleiben so ungenutzt und Fachkräfte unbeschäftigt bzw. unbezahlt und Museen unbesucht. Ein Kreislauf, der sich auf das unangenehmste beschleunigt. Anstatt das Übel anzugehen, werden tolle, immer kostenneutrale, soll heiss kein zusätzliches Geld, Zentralen oder Bundesstiftungen gegründet, die den Museen und Schulen sagen was sie tun sollen, ohne auf die Rahmenbedingungen Einfluss nehmen zu können. Marketingtechnische Labels oder Banner für die Schulwebsite sind der Lohn für diese Bemühungen, aber keine zusätzliche Zeit oder kein zusätzliches Geld.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






2 Kommentare to “Schulen bleiben aus – Ausstellung und Museen vor Besucherrückgang”
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Mo 14. September 2009 at 14:23
[...] und gute Profis ohne perfektes Marketing wird es immer schwieriger. Hier schlägt die Problematik des undeutlichen Künstlerbegriffes mit der nicht vorhandenen Berufsförderung in Deutschland zu. Die untere Liga der [...]
Fr 18. September 2009 at 22:27
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