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Fr Mai 25th, 2007

Russlands Seele – die Tretjakowgalerie zu Gast in Bonn

Lange vor der Westwendung des deutschen Interesses, glaubt man den schlauen Interpreten, schauten die Deutschen, wenn es um “Seele” und “Gemüt” ging, gen Osten. Osten war da noch einfach, nämlich Russland, regiert vom Zaren und Ende.
Das das heute schwierig ist, liegt nicht nur am Format von Russlands Präsidenten Putin oder am Energieversorger Gazprom, der mit Schalke nicht Meister geworden ist sondern das “deutsche” EnBW-Team aus Stuttgart.
Aber kommen wir zu einfacherem: “Russlands Seele” titelt die Bundeskunsthalle in Bonn über die aktuelle Ausstellung (neben Ägyptens versunkenen Schätzen), die den Besuch von Kunstwerken aus der Moskauer Tretjakowgalerie überschreibt. Die Sammlung ist nicht nur eines der größten Moskauer Museen, sondern auch ein Kunstmuseum der Extraklasse. Aus dem Bestand des Sammlers Pawel Tretjakow, der schon zu Lebzeiten seine Sammlung mit über 6000 Werken ausschließlich der russischen Kunst seiner Heimatstadt Moskau vermachte (die paar westlichen Sachen, kann man vernachlässigen)wurde ein Bestand mit weit über 10.000 Werken. Ein Neubau aus den Ende 90er Anfang 2000er inklusive. Von Mittelalterlicher Kunst bis zu den Avantgard-Künstlern des 19 Jh. mit ihren sozialkritischen Themen ist der Focus gespannt. Innigkeit pur, da vielleicht atmosphärisch aufgeladen, von Thema anrührend oder fremdartig Exotische scheint. Aber es läßt einen nie wirklich kalt. Auch die Präsentation ist in den relativ dunklen Räumen im Untergeschoß gelungen, so dass ein Besuch in der Ausstellung die noch bis zum 26. August 2007 läuft wirklich lohnt. Es sei denn, man möchte vor Ort in Moskau diesen Kleinodien nachspüren. Da passt auch noch das ursprüngliche Tretjakow-Stadtpalais und die wiederhergestellte Schönheit Moskaus dazu. Ein Museum der Welt zu Besuch in Bonn.

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