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Fr März 19th, 2010

ruhr2010 – Ai Weiwei in Duisburg

Noch bis zum 20. September 2010 zeigt das DKM Duisburg, den chinesischen Starkünstler Ai Weiwei in der Galerie.

Spätestens seit der documenta 12 ist er ein bekannter Künstler auch in Deutschland. Erst kürzlich hat seine Präsentation in München, mit Not-Op eben dort für Schlagzeilen gesorgt.

Ai Weiwei ist sehr marketingaffin, versucht aber auch mit allen ihm zu Verfügung stehenden Mitteln auf seine Anliegen, die auch vielfach politisch sind hinzuweisen.

Er ist ein Künstler mit einem nüchternen Blick für die Möglichkeiten, die ihm die Welt eröffnet, und für die unhintergehbare Fragilität der Zusammenhänge. Neben aktuellen Werken konzentriert sich die Ausstellung in Duisburg auf beispielhafte Arbeitsformen aus der Frühphase des Künstlers.

Sie weisen ihn bereits als Chronisten des stets abgründigen, manchmal nihilistischen Alltags aus, aber auch als Akteur innerhalb einer unstrukturierten chinesischen Kunstszene, als Kurator inoffizieller Ausstellungen und als Herausgeber von Anthologien, die gezielt künstlerische Bildungsdefizite in China adressieren. Erst auf der Grundlage einer konzeptuellen Perspektive erschließt sich Ai Weiweis ebenso flexibel wie präzise gefasster Werkbegriff.

Dieser lässt gleichermaßen Raum für die Integration von traditionellem chinesischen Handwerk wie für die Organisation von Gruppen (1001 Chinesen bei der documenta 12), oder die Initiative zu einer informellen, anti-systemischen Recherche (über die verschwiegenen Erdbebenopfer in Sichuan). Angesichts schierer Gewalt, sei es in Gestalt totalitärer Gehirnwäschen oder brutaler Modernisierungsvorhaben, war es dem Künstler stets ein Anliegen die Neuheit der Tradition zu belegen.

Bildquelle:DKM, Duisburg, Foto Hannappel

Das Museum DKM verfügt über eigene Bestände an antiken chinesischen Artefakten. Für eine Ausstellung mit Werken von Ai Weiwei bildet es einen spannungsvollen Rahmen, weil das Antike hier seinen exotischen Charakter abstreifen und sich als lebendiger, eben zeitgenössischer Zusammenhang erweisen kann. Noch bis zum 20. September 2010, die Eröffnung ist am  19. März 2010 um 12 Uhr, sonst zu sehen Freitags bis Montags: 12 – 18 Uhr.

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