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Di Juni 8th, 2010

Rubens , Van Dyk und Jordans auf Besuch in Hamburg

Zugegeben seit mehreren Tagen kreisen die Gedanken viel um das runde Leder, aber dazu später. Eine wunderbare Schau in wunderbaren Räumen wirft seine Schatten voraus. Im Bucerius Kunstforum in Hamburg werden ab dem 11. Juni 2010 Meisterwerke von Rubens, van Dyck, Jordaens aus dem Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen zu sehen sein. Das Mutterhaus dort wird noch Jahre renoviert und so kommt es , dass diese Meisterwerke zum ersten Mal in Hamburg zu Gast sein können. Es ist eine kleine aber feine Ausstellung mit  70 Gemäl­den, Zeichnungen und Druckgraphiken aus dem belgischen Bestand. Letztes Jahr hat es in der Kathedrale von Antwerpen schon die tolle Rubensschau gegeben, so dass es sich hier weiter optisch schwelgen lässt. Der üppige, lebensvollen Reichtum und die emotionale Intensität des flämischen Barock werden im strengen Hamburg jetzt in ihrer ganzen Vielfalt erlebbar. Für die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum stellt das Königliche Museum für Schöne Künste in Antwerpen Werke von Rubens, van Dyck, Jordaens und weiterer Künstler zur Verfügung.

Bildquelle: Bucerius Kunstforum, Peter Paul Rubens (1577–1640), Frierende Venus, 1614, Öl auf Holz, 145,1 x 185,6 cm, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen, © Lukas-Art in Flanders VZW

Gezeigt werden u.a. solch bedeutende Werke wie die Venus Frigida und die Kreuzabnahme von Rubens, van Dycks Christus im Grab oder Jordaens’ Anbetung der Hirten.

Ein Großteil der in Hamburg präsen­tierten Werke hat Antwerpen bislang noch nie für eine Ausstellung verlassen. Allein die Schließung des Königlichen Museums aufgrund von Baumaß­nahmen ermöglicht es, eine solch exquisite Gruppe flämischer Meisterwerke außerhalb Antwerpens zu versammeln.

Die stärksten Impulse gingen von Rubens aus, in dessen Antwerpener Werkstatt van Dyck und Jordaens zu Beginn ihrer Karrieren tätig waren. Mit und neben ihnen wirkten in Antwerpen noch zahlreiche andere originelle Künstler, die zusammen eine wirkungsvolle, städtisch-bürgerlich geprägte „Antwerpener Schule“ bildeten. Obwohl das ehemalige Handelszentrum nach 1600 seine Wirtschaftskraft weitgehend eingebüßt hatte und der Krieg zwischen den von Spanien beherrschten katholischen südlichen und den protestantischen nördlichen Niederlanden die Bevölkerung bedrohte, entfaltete sich der europäische Barock hier besonders prachtvoll. Der Schau ist einer der beiden Schirmherren durch Rücktritt abhanden gekommen, aber vielleicht wird der Nachfolger auch hier nachfolgen.

Die Schau dauert noch bis zum 19. September 2010.

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