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Mo Oktober 29th, 2007

Paula Modersohn-Becker und die Mumienportraits in Bremen

Oh diese Augen, groß, mandelförmig und weit weit weg schauend! Nachdem Paula Becker-Modersohn 1903 im Louvre die Sammlung von ägyptischen Mumienportraits kennen gelernt hatte, fand Sie zu Ausdrücken in ihrer Kunst, die bis heute ähnlich geheimnisvoll wirken, wie die aus der Antike.

Ihre Portraits sind ähnlich aufgebaut und im Vergleich mit den Mumienportraits, die im Paula Becker-Modersohn Museum in Bremen noch bis zum 24.Februar 2008 gezeigt werden, wirklich aufschlussreich. Die Schau ist die eigentliche Entdeckung des Paula-Jahres, anlässlich des 100. Todestages der Künstlerin.

Dort, in „ihrem” eigenen Museum sind die bekannten, aber auch weniger bekannte Portraits zu sehen, die mit den Mumienportraits aus der Oase Fayum in Ägypten stammen. Die Mumienportraits werden ungefähr auf 100 bis 200 nach Christus datiert und entstanden durch die Verschmelzung der griechischen und römischen Kultur mit der Ägyptens. Die Portraits schauten aufgelegt und an den Rändern mit einbalsamiert, wie ein Gesicht aus der Mumie heraus. Der Blick mal am Betrachter vorbei, mal direkt frontal, aber immer sehr reduziert auf die wesentlichen Merkmale und immer große mandelförmige Augen, bei denen Iris und Pupille manchmal wie eins wirken. In großen weißen Augen. Einfacher Schmuck, enganliegende Frisuren und Halsansatz und wenig Kleidung.

Durch den Vergleich wird deutlich, dass sich die Malerin diese Vorbilder zum Lernen, aber auch zum Ziel in der geheimnisvollen Wirkung vorgenommen hat. Attribute werden so übernommen und erhalten so eine neue Deutungsebene.

Dazu kommen die wirkliche guten Beschriftungen und die sehr schön gestaltete Ausstellung in den ja nicht großen Räumen.

Wirklich ein Fest für die Sinne!

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