KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di Oktober 16th, 2007

Paula in Paris – Bremen für Paula

100 Jahre ist es her das die Malerin Paula Modersohn-Becker mit nur 31 Jahren starb. Zum 90igsten Todestag war noch die Tochter Tilly in der Bremer Kunsthalle, um das Werk der unbekannten Mutter (sie verstarb kurz nach der Geburt der Tochter an einer Embolie) in Augenschein zu nehmen. Heute ist auch sie nicht mehr da, aber das Interesse am Werk der Mutter, Paula Modersohn-Becker ist größer den je.
Die Ausstellung Paula in Paris ist nicht die xte Auflage einer Werkschau, sondern ist der Ansatz sehr interessant gewählt. Das Werk der jungen Frau wird deren Zeitgenossen gegenübergestellt. Keine Unbekannten sondern sind Werke von Paul Cezanne, Pablo Picasso, Paul Gaugin, Henri Matisse und weiteren Kunstgrößen zu sehen. Allen war gemeinsam das sie in der Zeit von 1900 bis 1907, Paulas Todesjahr an ähnlichen Problemen, Bildfindungen und Ergebnissen arbeiteten.

Die eigenen Künstlerkolonie von Worpswede war von der radikalen Bildfindung der „klassischen Moderne“ zu deren Vertreterin Paula Modersohn-Becker gerechnet werden muss, weit weit entfernt und das nicht nur räumlich. „Ein Genie unter Talenten“ ist mal in Bezug auf Paula getitel worden.

Und das ist wohl richtig. Versäumen sollte man beim Besuch in Bremen auf keinen Fall auch die bemerkenswerte Ausstellung im Paula Becker-Modersohn-Museum in der Böttchergasse. Dort werden Paulas Portraits im Bezug auf ägyptische Mumienportraits gezeigt. Sehr spannender Ansatz auch da.

Daher ist Bremen in diesem Herbst mehr als eine Reise wert.




3 Kommentare to “Paula in Paris – Bremen für Paula”

Paula Modersohn-Becker und die Mumienportraits in Bremen | kunstfreunde sagte:

[...] aufschlussreich. Die Schau ist die eigentliche Entdeckung des Paula-Jahres, anlässlich des 100. Todestages der [...]

Mo 29. Oktober 2007 at 00:40

Helga Kießling sagte:

Wer sich auf „Paula in Paris“ einlässt, bekommt die Gelegenheit, mehr über die Einflüsse zu erfahren, die ihre Aufenthalte in der Kunst-Metropole und die Begegnungen mit Kunst und Künstlern ihrer Zeit auf das Schaffen von Paula Modersohn-Becker hatten.
Die Gegenüberstellung mit entsprechenden Werken, die auch Paula seinerzeit gesehen hat, ist interessant, und zeigt auch, dass die befruchtenden Begegnungen keine Einbahnstraßen waren: auch Paula Modersohn-Becker beeinflusste mit ihren Werken wiederum andere Künstler.
Und es wird deutlich, dass Paula nicht nur vor dem Hintergrund des beginnenden 20.Jahrhunderts, sondern sicher auch aus heutiger Sicht als moderne Frau zu sehen ist, die ihren eigenen Weg – gegen Widerstände und Schwierigkeiten – fand und gegangen ist.
„Wie schade“ sollen ihre letzten Worte vor ihrem Tod gewesen sein – dies gilt nicht nur für sie persönlich, sondern auch für alle, die sich heute mit ihr beschäftigen. Wer weiß, um wie viel (umfang)reicher ihr Werk geworden wäre, wenn sie nicht im Altern von gerade mal 31 Jahren verstorben wäre?!

So 4. November 2007 at 13:22

Kunstausstellungen bewegen | Kunstagentur Hoffmann sagte:

[...] Anfang Januar zu Ende. Noch bis zum 24. Februar 2008 läuft die Bremer Ausstellung “Paula in Paris”, die schätzungsweise über 150.000 Besucher anziehen wird. Die Bielefelder Ausstellung [...]

Sa 9. Februar 2008 at 22:25

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