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Fr Dezember 19th, 2008

Osnabrücks Felix Nussbaum Haus feiert 10 jähriges Jubiläum

Die Idee der Ausstellung “ Die verborgene Spur – jüdische Wege durch die Moderne“ ist bestechend und dramatisch zugleich. Einmal weil sie zeigt, wieviel Innovation und Herzblut Malerinnen und Maler jüdischen Glaubens in die Moderne gegeben haben und wie furchtbar ihr Lebensweg oft endete.

Das von Daniel Libeskind entworfene Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück wird im ablaufenden Jahr 2008 zehn Jahre alt. Schöne Gelegenheit in diesem kleinen und feinen Bau eine besondere Ausstellung zu zeigen. Und das ist nicht einfach, da doch in den vergangenen Jahren schon viele gute Ausstellung präsentiert wurden.

Die Leitfragen der Ausstellung sind: Welche Spur haben jüdische Künstler in der Kunstgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hinterlassen? Und wie lässt sie sich zeigen? Das ist wohl die schwierigste Aufgabe, da sich doch viele der gezeigten Künstlerinnen und Künstler, eben als solche verstanden, dann noch als Landsmann und als moderne Menschen und dann ganz weit hinten erst als Mensch jüdischen Glaubens. Glauben war eben Privatsache geworden und weniger etwas prägend vordergründiges.

Die Jubiläumsschau umfasst nicht nur die Moderne sondern geht gut 200 Jahre zurück und zeigt jüdische Kultur und jüdischen Lebens unter dem Einfluss der jüdischen Erfahrung der Zerstreuung – der Diaspora. Diese Erfahrung und ihre Rückkopplung auf die Kunst der Moderne ist in den Mittelpunkt gestellt.

Ausgewählte Bilder Felix Nussbaums werden mit etwa 100 Exponaten nationaler und internationaler Künstler konfrontiert und machen neue Zusammenhänge deutlich. Werke von namhaften Künstlern wie Marc Chagall, R.B. Kitaj, Mark Rothko, Max Liebermann, Rebecca Horn und vielen anderen lassen sich mit der jüdischen Tradition, der Kunst der Moderne und der Architektur des Felix-Nussbaum-Hauses auf einzigartige Weise verbinden und decken diese bislang „verborgene Spur“ auf. Im labyrinthischen Libeskind-Museum werden somit Orte des Schicksals zu Orten der Kunstgeschichte. Eine wirklich gut gemachte Schau, die noch bis zum 19. April 2009 zu sehen ist. 

Bildquelle: Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück

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