KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

So Juli 4th, 2010

Oppenheim für Herford – in der Kunst spielt die Provinz wieder Bundesliga

Nach vorausgegangenen teils heftigen Diskussionen und vehementen Einsprüchen gegen das Kunst im öffentlichen Raum-Projekt „Fünf Tore / Fünf Orte“  in Herford, kommen jetzt die „Safety Cones“ des amerikanischen Künstlers Dennis Oppenheim (*1938). Herford wird mit diesem ambitionierten und durch den Bürgerentscheid bundesweit bekannt gewordenen Projekt mal wieder in die Bundesliga der Kunst aufsteigen.

Künstlerischen Interventionen gegen eine kommunale Mutlosigkeit, die Visionen nur noch für eine Krankheit hält, sollen zeigen, dass Leben eben noch mehr ist, als die aktuelle Kassenlage.

Und so gehts weiter: Im Herbst 2010 wird die zweiteilige Skulptur „Safety Cones“ des amerikanischen Künstlers Dennis Oppenheim in Herford installiert. Nach langen Diskussionen, die im Juni in einem Bürgerentscheid über die Aufstellung der Doppelskulptur gipfelten (dem einzigen Bürgerentscheid zu Fragen der Kunst in NRW überhaupt?! gut das Herford nicht parallel noch Kulturhauptstadt ist), setzt nun die Stadt Herford den ersten Schritt zum ambitionierten Kunst im öffentlichen Raum-Projekt „Fünf Tore / Fünf Orte“ um. Der zuvor mit großer Mehrheit der Ratsfraktionen gefasste Beschluss hierzu behält seine Gültigkeit aufgrund einer zu geringen Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid. Damit werden aber zugleich auch die Weichen für das gesamte Stadttorprojekt „Fünf Tore / Fünf Orte“ gestellt, mit dem für alle fünf ehemaligen Stadttor-Standorte ortsbezogene Skulpturen von internationalen Künstlern entstehen werden.

Bildquelle: MARTa Herford

Die „Safety Cones“ von Dennis Oppenheim, die im Vorjahr in einer umfassenden Werkschau des New Yorker Künstlers bereits im Marta Herford der Öffentlichkeit präsentiert wurden, markieren somit den Auftakt zu einem landesweit einmaligen, ambitionierten internationalen Skulpturenprojekt. Dies will an Herfords verlorene mittelalterliche Stadttore erinnern. Nicht zuletzt durch die in den 1970er Jahren praktizierte „autofreundliche“ Straßenführung fielen sie als Teil der Stadtbefestigung gemeinsam mit den angrenzenden Gebäuden größtenteils den städtebaulichen Veränderungen zum Opfer. Mit dem Projekt „Fünf Tore / Fünf Orte“ sollen historische Erinnerungsorte mit den Mitteln zeitgenössischer Kunst markiert, ins öffentliche Bewusstsein zurückgeholt und lebendig gehalten werden.

Tragende Idee für das gesamte Projekt, das über einen Zeitraum von maximal zehn Jahren umgesetzt werden soll, ist eine enge Kooperation mit regionalen Förderern und Wirtschaftsunternehmen, so dass der Stadt keine Kosten entstehen. Schon für den ersten Standort wurde ein Mäzen gefunden, die ortsansässige Wemhöhner-Stiftung, die auch Pflege und Unterhalt der Skulptur übernimmt. Auch für das zweite ehemalige Tor hatte sich im Vorfeld bereits ein weiterer Pate ausgesprochen. „Fünf Tore / Fünf Orte“ ist damit nicht nur ein vom aktuellen wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt geprägtes Projekt, sondern es besitzt auch symbolische Strahlkraft. So schaffen die zeitgenössischen Kunstwerke nicht nur eine Verbindung zwischen den Herforder Bürgern und dem Museum Marta Herford, sondern stehen gleichzeitig auch für die nach wie vor ausgeprägten und weltweit verzweigten Handelsbeziehungen der Stadt. Mit ihrer Nationalität stehen die fünf beteiligten Künstler auch stellvertretend für ein Land oder einen Kontinent, mit dem Herford als ehemalige Hansestadt heute in engem wirtschaftlichen Austausch steht.

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1 Kommentar to “Oppenheim für Herford – in der Kunst spielt die Provinz wieder Bundesliga”

Herford baut zweites Stadttor wieder auf | kunstfreunde sagte:

[…] der alten Hansestadt durch zeitgenössische Kunst wieder erlebbar zu machen und herauszuheben. Das erste Tor stammt von Dennis Oppenheim. Er stellte seine riesigen „Safety Cones“ 2010 an der Stelle eines ehemaligen Stadttores auf. […]

So 27. September 2015 at 13:06

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