Mi April 7th, 2010
Olafur Eliasson ist Innen Außen Stadt – Ausstellung in Berlin im Martin Gropius Bau
Die Ausstellung und (versteckte) Stadtrauminszenierung von Olafur Eliasson, die vom 28.4. bis zum 9.8. 2010 im Berliner Martin-Gropius Bau zusehen sein wird, ist schon deshalb bemerkenswert, weil die Kollegen der Printmedien, voran der Spiegel, die Präsentation des Wahlberliners als “etwas spät” einschätzen.
Kommentar: “Er ist weltweit begehrt, lebt seit Jahren in Berlin – aber erst jetzt bekommt der Kunststar Olafur Eliasson seine erste große Einzelschau an der Spree”. Diese Feststellung wird tausende von Künstlerinnen und Künstlern beruhigen, die in ihren Vater- und Mutterstädten ständig mit Ignoranz und Zurücksetzung konfrontiert sind und nebenbei wollen die verehrten Kolleginnen und Kollegen natürlich auch die Hauptstadtkulturmachenden vors Schienbein treten.
Aber wahrscheinlich sind von Amts wegen Kulturbeauftragte einmal “lokalblind” und zum anderen wer will schon in diesen Verwaltungshierachien arbeiten. Vielleicht ist das “freie Unternehmertum” doch der Kreativität und den Netzwerken näher als das “preussische Beamtentum”. Schon Kaiser Wilhelm klagte doch über die deutschen Impressionisten, die ihm den ganzen Grunewald versaut hatten, …
Aber zurück zu dem Installationszeremonienmeister. Die versteckten, kleinen feinen Installationen wie große Häckselpätte aus isländischem Treibholz, die er auf Plätzen und Straßen verteilt hat.
Im Martin-Gropius-Bau zeigt er 20 meist neue, große und spektakuläre Arbeiten, zudem verstreute Experimente im Außenraum, die selbst von Kennern kaum als Kunst zu erkennen sind. Eliassons Ziel: Die Menschen für ihre Umwelt zu sensibilisieren.
Auf der Pfaueninsel hat Eliasson für seine Arbeit einen Standort gewählt, der immerschon eine andere Welt war. Heute soll er künstlerisch an die alten “utopischer und wissenschaftshistorisch spannenden Experimente” erinnern die dort stattgefunden haben. Im 17. Jahrhundert forschte der Alchimist Johann Kunckel dort nach verschiedenen Glassorten. König Friedrich Wilhelm II. machte ein königliches Liebes Refugium mit exotischen Tieren daraus und schließlich wurde es zu einem englischen Landschaftsgarten in dem zeittypisch aber sehr früh 1822 eine Dampfmaschine Havelwasser in eine Fontaine pumpte.
Eliasson hat einen ”blind pavilion” auf einer Wiese am nord-östlichen Ufer der Insel gestellt. In Zusammenarbeit mit Physikern hat er eine doppellagige Stahlkonstruktion ersonnen, die mit mehreckigen Glassegmenten verkleidet ist. Die Besucher können zwischen den Segmenten hindurchgehen, die teilweise die Umgebung reflektieren und sie teilweise verdecken. Weil der Pavillon in zentralperspektivischer Geometrie gebaut ist, ist die Aussicht vom geometrischen Mittelpunkt innerhalb des Pavillons aus vollkommen verdeckt. Aber nur ein Schritt nach links oder rechts – und schon verschwindet die Illusion, die Bewegung entlarvt den “perfekt geblendeten Blick” als Konstrukt. Der Pavillion wird bis zum 31.10.2010 dort stehen.
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Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






1 Kommentar to “Olafur Eliasson ist Innen Außen Stadt – Ausstellung in Berlin im Martin Gropius Bau”
[...] der Spiegel, die Präsentation des Wahlberliners als “etwas spät” einschätzen . . . mehr hier und [...]
Sa 10. April 2010 at 19:38
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